Rückblick

22 Länder haben wir  bereist. Was haben wir nicht alles gesehen, Norwegen mit seiner fantastischen Küstenlandschaft, die Lofoten, Finnland mit seinen unendlichen Wäldern und natürlich die Rentiere.

 

 

Die baltischen Staaten mit den vielen Störchen, auch das gleißende Sonnenlicht ist mir noch gut in Erinnerung, der Berg der Kreuze und die unendliche Tortentheke.




Auch Polen hat mit der Unendlichkeit geglänzt, die nie enden wollenden Dörfer. Das Treffen mit Rainer war eindeutig das Highlight in Polen, trotz des Dauerregens.

Die Tschechei und Slowakei sind mir hauptsächlich mit viel Regen im Gedächtnis geblieben und natürlich mit DEM Haarschnittevent.

In Ungarn waren wir … auch.

Rumänien hat auf den ersten Metern mit Straßen geschockt die uns mehr oder weniger bis nach Spanien begleitet haben. Auch fing hier das Dilemma mit der Campingplatzsuche an. Mit Rumänien verbinde ich aber auch die beiden Straßen Transpalpina und Transfagarasan, welch fantastische Landschaft. Unsere Irrfahrt in die Wälder der Karpaten und die ersten Tage mit Temperaturen von über 40°C.




Die Pferdefuhrwerke begleiten uns auch nach Bulgarien, die Armut ist hier noch präsenter, genauso wie die vermüllte Landschaft. In unberührter Natur trifft man immer wieder auf grau/orangene Hotelkomplexe.  Das schwarze Meer ist unser Fernziel. Ab hier geht es erst mal nur noch nach Westen.

Links im Bild kann man den Neubauhotelkomplex erkennen!


In Griechenland dann kurzes Aufatmen, weniger Müll, größere Straßen. Die Besonderheit hier ist der Split, der auf den Strassen in den Kurvenäusseren liegt, unberechenbar weil die Griechen die Kurven schneiden und der Split bis in die Straßenmitte liegen kann. Die Nacht der Hunde, in der Rainer froh war im Zelt zu schlafen und Volker alles verschlafen hat. Die Klöster von Meteora. Unser fantastischer Zeltplatz am Mittelmeer, den ganzen Tag Halbschatten, Sandstrand keine 100m, Restaurant keine 50m. Was will man mehr? Die Insel Lefkada hat uns mit seinen fantastischen blauen Meer umgehauen.






Der Balkan, angefangen mit Albanien. Lebensverhältnisse unbeschreiblich. Die Albanier ebenfalls, ich habe auf der ganzen Reise nie so freundliche und kontaktfreudige Menschen gesehen, immer hilfsbereit. Die Straßen sind mit das Schlimmste was wir erleben. Wenn die Straßen größer werden nehmen die Tempolimits zu, teilweise auf gigantischen Straßen 20km/h mit reichlich Polizeipräsenz.

Ein kurzer Abstecher nach Mazedonien, der Ohridsee.

Wieder Albanien, die Menschen winken uns zu, die Kinder klatschen einen ab. Wir geniesen Landschaft, Straßen und das bisschen Begegnung mit den Menschen. Der Komanstausee, ein besonderes Erlebnis. Auch die Fähre und die Beladung der Selben.

Die absolute Herausforderung für uns: Teth. Aber wir wollten es nicht anders und wir sind auch froh es getan zu haben. Welche Schönheit und endlich kann man sagen, wir sind Offroad gefahren. Mit Sicherheit ein Highlight unserer Reise.

Montenegro mit der Taraschlucht und ….

… dem unvergesslichen Durmitor Nationalpark.

Kroatien empfängt uns mit einem Stau am Grenzübergang und der auch auf der Küstenstraße nicht aufhört. Dafür entschädigt uns Dubrovnik mit seinem mittelalterlichen Flair.

Bosnien war heiß und wir haben auf der Durchreise Mostar entdeckt gesehen.

Wieder zurück in Kroatien erobern wir die Plitvicer Seen. Eine, trotz der Menschenmassen, beeindruckende Landschaft.

Wieder zu zweit unterwegs fahren wir durch Slowenien. Ein ungewöhnlicher Übernachtungsplatz, endlich wieder Straßen ohne Schlaglöcher, Tiere, Split oder sonstigen Unwägbarkeiten. Über den Berg Prisnak mit zahlreichen Kehren erreichen wir die Soca und fahren an ihr entlang. Noch einen Abstecher in die Höhlen von Skocjan und dann die Küstenstraße wieder durch Kroatien mit Fernziel Italien.


In Italien mitten durchs Erdbebengebiet von 2016 gefahren, ein bedrückendes Erlebnis. Die Abruzzen haben uns abgesehen davon sehr gut gefallen. Ich hätte nie gedacht, das Italien so schön – neben den Alpen – ist. Rom ist natürlich immer eine Reise wert. Für mich war der Vergleich mit den römischen Rollerfahrern im Straßenverkehr mein persönlicher Höhepunkt. Die hatten aber offensichtlich eine luschiges Wochenende, keine echten Gegner für uns!


Pantheon mit Morgensonne
Trevi-Brunnen mit Volker

Es folgt die Nacht der Bären im Nationalpark der Abruzzen, die Volker verschläft. Meine Bremsbeläge sind nach 17.000 km verschlissen. Unglaublich! Wir müssen den nächsten BMW-Händler anfahren und der ist in Neapel. Ausgerechnet Neapel! Und das nicht nur weil die Rollerfahrer uns in Neapel in Grund und Boden gefahren haben. Die absolute Katastrophe, Müll, Verkehr, Straßen! Der Vesuv ein beeindruckende Wüste.

Nein, das ist nicht der Bär. Das ist unsere Zeltplatzkatze gewesen. Liebes Tier … 🙂





Weiter mitten durch Italien, wir lernen die typischen süditalienischen Straßen kennen.

Dieses Fahrzeug bewegte sich … mit ca. 0,65 km/h auf der Straße. Das Sägewerk befand sich in ca. 112m Entfernung. Wir wissen nicht, ob es das Sägewerk noch erreichte.



Und dann Sizilien, allen voran der Etna.


… und für ein paar Augenblicke unverhüllt!


Weiter geht es an der Nordküste Siziliens entlang. Wir brauchen neue Reifen, 19 tkm habe sie uns begleitet. Auch die Südküste sehen wir uns noch an. Wir sind in den Herbstfahrplan der Fähren reingerutscht und haben Zeit gewonnen. Dadurch lernen wir auch die Überraschungsstrasse kennen.

Unser Rocky Beach am Übernachtungscampingplatz.






Und dann Sardinien, das Land der Strände.



Unsere letzte Fähre bringt uns nach Spanien, Barcelona.

… unsere Allzweckwaffe gegen den Regen.

Und dann in die Pyrenäen, ein Lebenstraum von mir. Und ich bin nicht enttäuscht worden.





Wir trennen uns auf meinen persönlichen Wunsch. Ich brauche Zeit für mich, Urlaub von der Gruppe. Ich drehe noch einmal um und erfahre die Pyrenäen auch auf der französischen Seite.










Die Fahrt geht weiter durch Canyons und durch die Wüste. Pica de Europa hat es mir angetan, den Naturpark möchte ich mir gerne auch noch von Norden aus ansehen.





Dann der Schreck, das Hinterrad blockiert. Ich habe den ADAC bereits angerufen und die Reise innerlich beendet. Aber zum Glück war es nur eine Schraube, den Drehmomentenschlüssel gucke ich mir noch genauer an.

Sehenswert die befahrbare Tropfsteinhöhle, kombiniert mit den wunderschönen Atlantikbuchten entlang der Küste.







Vielleicht gibt es Fortsetzung ab dem Kreisverkehr um den Kreis zu schließen.


Finale

Gesundheitlich bin ich voll im Genesungsprozess. Ab dem 23.11 darf ich den Arm wieder belasten. Aktuell bin ich einarmig im Leben unterwegs. Geht!

Das Motorrad ist letzte Woche Donnerstag angekommen.

Als wir bei dem Händler ankamen, stand der Transporter noch da.
Ein ordentliches Paket hat der ADAC da geschnürt!

Erst einmal bin ich um das Motorrad herumgeschlichen. Es ist viel Zeit verstrichen seit unserer letzten Fahrt, so richtig will der Funken nicht überspringen. Es sieht doch schlimmer aus, als wie es auf den Fotos aussah. Boah, da war reichlich Energie vorhanden, die das Motorrad umgeformt worden hat.

Mit Doro habe ich das Gepäck vom Motorrad befreit. Alles noch da, alles noch in Ordnung. Das Macbook hat keinen Schaden genommen, die ganzen Lebensmittel waren entfernt und es roch in den Koffern und in den Taschen nicht sonderlich schlimm oder streng. Nur die klammen Anziehsachen, die ich einen Tag vor dem Unfall noch gewaschen hatte und in einen dichten Beutel gesteckt hatte, habe ich entsorgen müssen.

Am Freitag haben Frank und Doro das Motorrad nach Hause geschoben. Ich habe mich noch kurz in der Werkstatt bedankt und als ich raus kam, war keiner mehr da. Die beiden waren so schnell, ich konnte leider kein Foto von der Heimkehr des Motorrades machen.

Der Tank ist fest verschraubt. Da hat es ordentlich geschoben!

Da steht sie nun. Erstmal muss ich genesen und dann nach einen Teileträger gucken. Am 27.04.2018 ist 11er Treffen. Da muss sie wieder laufen läuft sie wieder!

Jetzt ist die Reise endgültig zu Ende. 23.030km haben wir/ich in 92 Tagen zurückgelegt. Das liegt genau in der Planung von 250 km / Tag. Erstaunlich, das wir trotz teilweiser zügiger Fahrweise (mitschwimmen mit den Einheimischen) auf der ganzen Strecke kein Strafmandat für zu schnelles Fahren bekommen haben.

60 Euro haben wir im Mittel ausgegeben. Inklusive Hotels, Benzin, Campingplätzen, Fähren, Schoko, Rauchware, Restaurant und Supermärkten und ein wenig Wein bzw. Bier. Lag auch genau im kalkulierten Rahmen.

Was hatte ich vor der Reise einen Bammel. Was wird uns passieren, wird unsere Planung aufgehen, halten die Motorräder? Alles ist gut gelaufen, kein Grund zur Panik. Alle Unwägbarkeiten wurden gelöst. Ebenfalls unglaublich war die Schwemme an Eindrücken. Wir wussten teilweise schon am nächsten Tag nicht mehr, was man am vorhergegangen Tag morgens gemacht hatte. Oder man hat Bilder vor Augen, aber kann sie nicht mehr zuordnen. Wann war das? Wo war das? Gut das wir Fotos gemacht haben. In meiner Mediathek schlummern gut 9000 Fotos. Wo wir gerade davon reden. Beim nächsten Mal würde ich die IT optimieren. Das Blog schreiben hat anfangs echt Nerven gekostet. Neben dem Schreiben musste man sich um die Datenverbindung kümmern, die Fotos mussten gemacht werden und ausgewählt und optimiert werden. Das war schon eine Belastung, nicht nur für mich! Beim nächsten Mal … ?

Am schlimmsten fand ich, das ich an dem Leben zu Hause nicht teilnehmen konnte. Ich habe zwei Geburtstage verpasst, wobei einer der 18te war. Eine Führerscheinprüfung habe ich nicht mitfeiern können. Und dann den Studienbeginn des Jüngsten nicht mitzuerleben war das Schlimmste. Beim Auszug nicht dabei zu sein und ihm beim neuen Lebensabschnitt zu begleiten. Das hat echt weh getan.

Würde ich die Reise noch einmal machen? Unbedingt – JA! Ich würde nur mehr Zeit für die Strecke haben wollen oder die Strecke kürzen. 250km am Tag sind zu viel. Auf jeden Fall DANKE an alle, die mir diese Reise ermöglicht haben. Ich glaube es fühlen sich die richtigen Menschen angesprochen! Es war ein fantastisches Erlebnis, ich möchte es nicht missen.

So, wer noch Lust hat, kann sich den Rückblick angucken. Kein neuer Text, meist nur die Fotos die sprechen, eine Zusammenfassung der Highlights. Ihr braucht Zeit, es waren viele … ! Lehnt euch zurück, trinkt Tee oder was auch immer für Drogen und … genießt noch einmal. Ich habe es beim Zusammenstellen auch getan! Was für eine Zeit.

Wir sehen uns, irgendwo, irgendwann.
Tschöö

Update

Die Schmerzen werden relativ gut von den Medikamenten in Griff gehalten. Tagsüber bin ich meist gut abgelenkt, nachts ist es nicht so toll. Dann ist nur der Schmerz da …. Aber die Tendenz passt. Die Schwellungen gehen zurück, die Bewegungsfähigkeit nimmt langsam zu. Heute beim Hausarzt habe ich die Bescheinigung für die Heilbehandlung bekommen. Morgen ist der erste Termin. Ich denke das wird helfen.
Zudem ist heute mein elektrisch verstellbarer Lattenrost angekommen. Der wird mir beim Aufstehen auch in der Nacht sicher helfen.

Zu Hause sein ist grossartig. Die Heimat heilt viel besser als das Krankenhaus. Aber war ich wirklich weg? Die Zeit und die Erlebnisse in den Krankenhäuser waren ein richtig tiefer Schnitt. Da ist nicht mehr viel über von der Reise. Es blitzen mehr Bilder aus den Krankenhäusern im meinem Kopf auf, als Bilder von der Reise. Ich habe noch viel Zeit bevor ich arbeiten gehen muss, mindestens 6 Wochen. Da habe ich die Zeit das wieder hervorzuholen und zu auf zu arbeiten. Wenn meine Ausrüstung da ist, wird die sicherlich auch helfen. Hoffe ich! War eine Sche…idee auf das Navi zu gucken. 😩 Alles gut, ich kann damit umgehen. Das Leben geht weiter und das Leben ist schön!

Gestern hat ein deutsch sprechender Spanier angerufen. Er hätte einen Schlüssel von mir bekommen, was er damit machen sollte? 😳
Wo ist mein Schlüssel? Wo ist das Motorrad? Eine Menge Kopfkino spulte sich innerhalb von Sekunden ab. Letztenendes war er ein Freund vom Abschleppunternehmer, der mein Motorrad in seiner Garage stehen hat. Sie konnten mit dem Schlüssel nichts anfangen, weil der ADAC sie nicht über die Zusendung informiert hatte. Auf jeden Fall machen sie jetzt den rechten Koffer auf und holen die Reste der Lebensmittel raus. Und ich rufe morgen mal dem ADAC an und frage nach dem Status …

Ach ja, in der rechten Leiste gibt es seit heute einen neuen Eintrag: Kategorien. Hier sind die verschiedenen Ländergruppen aufgeführt, die wir bereist haben. Wenn man darauf klickt, werden die entsprechenden Beiträge aufgerufen. Ich hoffe ich habe sie richtig zugeordnet. Aber ich bin da ganz zuversichtlich.

Zurück zu Hause

Seid gestern bin ich wieder zuhause. Das war schon sensationell schnell, von der OP bis zu der Entlassung. Aber ich habe es nicht mehr im Krankenhaus ausgehalten. Die Wundheilung war perfekt und die Schmerztherapie zu Hause fortsetzbar.

Die erste Nacht zu Hause war noch nicht ganz so toll. Da zwickt es doch noch überall. Aber das wird die Zeit heilen. Nächste Woche dann beim Hausarzt vorstellen und Termine mit dem Physiotherapeuten vereinbaren. Schön endlich wieder zu Hause zu sein.

Der ADAC hat sich nach meiner Mail bereit erklärt, das Motorrad zurück zuführen. Vielleicht kommt der Eisenhaufen nächste Woche auch an, dann ist die Reise endgültig beendet.

Endlich!

Der OP-Termin steht, es ist der Mittwoch geworden. Zeitweise wurde bereits der Donnerstag genannt. Bisher bin ich ein echt umgänglicher, freundlicher Patient gewesen. Wenn sie die Nummer gezogen hätten … da haben sie noch einmal Glück gehabt! Hier im Bild gucke ich schon nicht mehr soooo freundlich!

Mein aktuelles Lieblingshirt. Das „Keiner wie wir.“ würde ich gerne ändern in „Keiner wie ich.“

Mein aktuelles Lieblingsshirt. Das tolle T-Shirt darf ich morgen leider nicht tragen, ich muss diese Einheitshemden anziehen und dazu …
Aber ich werde morgen früh meinen Operateur fragen, ob er es nicht anziehen kann und dann bitte ein Foto machen!

Ansonsten nix Neues. Vom ADAC habe ich noch Fotos bekommen. – man, was haben die eine grottige Kamera. Den Fotos hing noch das Formular „Angaben zur Verschrottung“ bei. Eine Mail geschrieben … morgen OP … übermorgen wieder fit??? und dann liegt Ihnen eine Antwort vor und ich werde dort anrufen müssen.

Keine Änderung zu den schon vorher als „defektes Teil“ erkennbar:

  • der Tank
  • der linke Ventildeckel
  • die Halterung für die Instrumente
  • die Halterung am Lenker für den Spiegel (liegt bei mir zu Hause als Ersatzteil)
  • Die Blinker waren vorher schon beschädigt, liegen aber ebenfalls als Ersatzteil vor
  • linke Cockpitverkleidung nicht zu erkennen, ob Beschädigung vorliegt (liegt als Ersatzteil vor)
  • Tachowelle – ja die ist neu. Das hatte ich vorher nicht gesehen. Aber wer liest diesen Text hier schon noch?

Die Teile kann ich aktuell für 400€ erwerben, gebraucht natürlich. Dann könnte DAS Motorrad wieder laufen.

Und jetzt?

Volker hat gestern die Reise um 18:43 beendet und ist wohlbehalten zu Hause angekommen. Damit fehlen, um diese Reise zu beenden, jetzt noch mein Motorrad, das noch in Spanien verweilt und meine Wenigkeit. Ich hoffe ich bin schneller!
Also warten auf den OP-Termin …. die heutige Visite gab Mittwoch als neuen Termin. Hmmm, wird immer später. Ist das nicht schon alles verwachsen und muss dann wieder … ich will es gar nicht wissen. Die machen das schon. Und danach genesen!
Das einzig Gute an diesem Unglück ist, das ich die Wiedereingliederung im Krankenhaus bereits abschließen konnte. Ich hatte Furcht, dass ich nach der Reise die ersten Tage im Garten schlafen muss und danach mit der Iosmatte auf dem Boden neben dem Bett. Essen nur von meinem orangenen Plastikteller einnehmen kann und mich zum Pinkeln in den Garten an den Baum stellen muss. Das habe ich zum Glück schon hinter mir.

Ja und das Moped?
Steht immer noch in Spanien. Morgen rufe ich den ADAC an und frage nach dem Status. Die Zeit habe ich ja nun mit dem neuen OP-Termin. Es ist immer noch die Frage, wird das Motorrad zurückgebracht oder wegen des zu geringen Restwertes verschrottet. Das Motorrad ist schon 18 Jahre alt und 120tkm … geht die Schwackeliste so weit? Das Gepäck müssen sie auf jeden Fall zurückschaffen. Dummerweise hat der ADAC es versäumt die Schlüssel für die Koffer abzuholen. Da gibt es so einen kleinen Hoffnungsschimmer, dass die Koffer mit der Maschine zurückgebracht wird. Wir werden sehen.

Der Unfall  ….
Ich habe mal recherchiert, wo dieser verflixte Kreisverkehr ist. Ich denke er muss dieser hier sein, in der Nähe von Buno. Einer der mich betreuenden Krankenpfleger hatte mich an der Unfallstelle liegen gesehen, als er zur Arbeit fuhr. Und er sprach von Buno … passt auch mit dem Routenverlauf den ich im Kopf so gespeichert habe. Navigeräte sind ja alle noch am Motorrad, hoffentlich. Auf den Bildern sehe ich keins!

Hier der Kreisverkehr in der Satellitenansicht. Der war schon nicht ganz einfach zu fahren, der Kreisverkehr, die wievielte Ausfahrt?
Die blaue Linie war meine ursprünglich geplanter Streckenverlauf, die lila Linie meine am Navi während der Fahrt ausgedachte neue Streckenverlauf.
Und wie ich noch so am Planen war, sah ich dann diese vorgelagerte Verkehrsinsel und griff noch in die Bremse, brachte das Motorrad in Schräglage (bin nicht sicher ob ich das noch geschafft habe) und habe irgendwo die Ecke der vorgelagerten Verkehrsinsel getroffen. Es gab einen Schlag … es fehlen zwei Sekunden … und ich lag auf der Verkehrsinsel. Den Rest kennt ihr.

Und das Mopped sieht seid dem so aus:

Es sieht aus, als wäre die Maschine, auf der linken Seite liegend, über die Straße gerutscht und an der Bordsteinkante hängen geblieben. Auf den Bildern erkenne ich, dass der Tank, der Zylinderkopfdeckel und die Halterung der Instrumente defekt sind. Das wäre ein Leichtes die Teile zu ersetzten. Wenn der Rahmen verzogen ist, dann … heißt es vielleicht Abschied nehmen. Oder wir bekommen eine neue Skulptur im Garten. Mal sehen.

Diese beiden Bilder habe ich schon vor ein paar Tagen in meiner 11er-Whatsapp-Gruppe gepostet. Auch die Zickerei vom ADAC. Wie kommt das Ding nach Hause, wenn der ADAC es nicht zurückführt?
Marco hatte die geniale Idee, das Problem im GS-Forum zu posten: SOS-Notruf. Es gab so viel Feedback. Großartig!
Holger (häufig in Spanien unterwegs) bot an, ich bring dir das Ding bei der nächsten Tour mit.
Rainer, der Rainer mit dem ich so viele Kilometer zusammen auf dieser Tour unterwegs war, bot an, gib mir ein Auto und einen Hänger und ich hole dir dein Mopped.
Was kenne ich für super nette Menschen! Jungs, danke euch! Wir bleiben in Kontakt. So oder so!

Fast zurück

Der Tag gestern war echt anstrengend. Der Ambulanzwagen war eine halbe Stunde früher da als angekündigt. Kurzer Check was alles mit muss. Ah ja, die zwei Beutel. Nein sag ich, der Schwarze ja, da sind Moppedstiefel und Hose drin und der Weisse nein, da ist alles Zerschnittene drin wie Jacke, Shirt und Lieblingsvliesjacke (heul). Das Gespräch hatte ich schon bei der Verlegung von der Intensiv- auf Normalstation geführt. Da hatte ich die Jacken vorher gründlich durchsucht und alle Sachen entfernt und gesagt die Sachen da, die können weg. Ich verrate es jetzt schon, es sind beide Säcke in den Flieger gekommen. Ich vermute da ist noch etwas drin, das nach Hause möchte.

Unten am Ambulanzwagen kam nochmals Verwirrung auf. Das Flugzeug wird nicht in La Coruña landen, sondern in Valencia? Öhhh, schaffen wir das bis 15:15? Meine ärztliche Begleiterin, die einzige die Englisch konnte, sagte sicher. Kein Problem. Ich gehe mal davon aus, dass es mehrere Valencias in Spanien gibt, oder ich habe mich verhört. Jedenfalls kam noch ein Anruf und es war doch der örtliche Flughafen. Die Fahrt war erlebnisarm, am Flughafen noch ein längerer Standzeit wegen der Papiere und dann ging es auf das Rollfeld. Und dann kam sie, meine Begleiter alle „ohh“ und „uhh“. Macht schon was her der gelbe Flieger.

Im Ambulanzwagen gab eine kurze Übergabe und dann seit langen die ersten Worte auf Deutsch. Naja, es war ein Münchner, aber ich fand es war ein Himmelreich. Den Flieger bestieg ich mit Unterstützung barfuß über die Gangway. Es ist Platz für 4 Patienten, ich bekam natürlich die erste Poolposition, was sonst. Und ab ging es. Unterwegs vom Arzt und dem Sanitäter versorgt, nicht nur medizinisch auch kulinarisch. Cola, Wasser, Fanta, Sprite, Schorle, was hätte ich denn gerne. Belegte Brote, Brötchen, Joghurt, Banane oder Brezel. Wie cool. Das Brezel war göttlich. Habe seit langem nicht mehr so leckere Brotware zu essen bekommen. Den Flug konnte man genießen. Leider habe ich nur wenig gesehen, meine rechte Seite war mit medizinischen Geräte verbaut. Die Landung war noch mal erwähnenswert. Man kennt die Luftlöcher – also ich – nur aus dem rückwärtigen Bereich. Wenn man dann vorne sitzt und die dazu passende Positionsverschiebung des Flugzeuges wahrnimmt … dass das Ding nicht runter fällt. Respekt.

Der Rettungswagen in Dortmund sah innen aus wie ein normaler Fracht-LKW, fand ich. Glatte Wände, ein Wisch und die Karre ist sauber. Der spanische dagegen sah aus wie ein orientalischer Trödelmarkt mit den ganzen Sachen, die da hingen. Ich wurde eines Besseren belehrt. Es war ein Intensivschnelltransporter. Davon gibt es nicht so viele. Alles drin in doppelter Ausführung, falls mal etwas ausfällt. Sah man dem Ding echt nicht an. Der städtische Rettungswagenfahrer in Gütersloh meinte als er uns sah: „Boah, was ist das denn für ein abgefahrene Karre?!“ Alles gegeben, der ADAC würde ich sagen. Kaum waren wir auf der B1 …. Stau. Klar, menno. Muss jetzt nicht sein. Ab der A2 ging es dann und die Fahrerin engagierte sich sehr, so dass wir in Gütersloh 10 Minuten früher eintrafen als es geplant war.

Komisches Krankenhaus, wo ist denn die Ambulanz. Die Beschilderung könnte optimiert werden. Wir fanden sie und … es war kein Behandlungszimmer frei. 20 Minuten mussten wir warten. Und bis Doro zu mir gelassen wurde, vergingen nochmals 20 Minuten. Was war es schön sie endlich wieder zu umarmen. 14 Wochen, unglaublich. Aber jetzt sind wir endlich wieder zusammen.

Nach dem Aufnahmegespräch und dem Röntgen ging es nochmal auf die Intensivstation. Lieber noch eine Nacht checken wie ich den Flug vertragen hatte. Sie waren im Vorfeld schon ein wenig überrascht wie fit ich bin, sie hatten wohl Schlimmeres erwartet. Darum bin ich kurz nach dem Einzug auf die Intensiv direkt wieder raus geflogen auf eine normale Station. Es gab wohl jemand der die intensive Pflege dringender bedurfte als ich. So war es dann halb zwölf als die Sachen halbwegs verteilt waren und ich im Bett mich zurücklehnen konnte. Doro ist dann gegen zwölf zurück gefahren.

Die Nacht habe ich fast ohne Schlaf verbracht. Tausend Sachen gingen mir durch den Kopf. Wie wird das zu Hause sein, die Arbeit, das Motorrad, das noch in Spanien steht, Norwegenbilder tauchten auf, Albanien, der Unfall, die OP. Gegen halb fünf muss ich in einen Halbschlaf gefallen sein. Um 6:50 ging das Licht an. „Blutdruckmessen“ … aber danach auch die Ansage, schlafen Sie ruhig weiter. Der Tag war anstrengend, immer wieder fielen die Augen zu. Kopfschmerzen sobald ich mich aufsetzte. Erst am Nachmittag wurde es besser. Und jetzt zum Abend habe ich die Muse die Zeilen zu schreiben. Vieles war im Flieger und im Rettungswagen geschrieben worden, nur das Feintuning und die letzten Stunden ….

Alles gepackt – flugbereit!!

Ich bin am … man, das mit den Wochentagen beherrsche ich nicht mehr … Sonntag hier in die Uniklinik in La Coruña eingeliefert worden. Aus den 24h Beobachtung auf der „Intensiv“ sind 48h geworden, weil … ich kann es gar nicht mehr sagen. Die Verständigung ist recht schwierig. Die meisten können nur Spanisch – ich gar nicht – und einige ansatzweise Englisch – wie ich – und die wenigsten fließend – und die reden mich dann an die Wand. Na bis hierhin habe ich es überlebt und man wächst ja bekanntlich mit den Anforderungen.
Ich bin von der Unfallstelle im Ambulanzwagen weggefahren mit dem was ich anhatte. Im Krankenhaus haben sie die Schere genommen … und ich hatte keine Motorradjacke, kein Lieblingsvlies und kein T-Shirt mehr. Lederhose und Stiefel haben sie normal ausgezogen, über den Verbleib meiner Unterhose und Socken ist mir nichts bekannt. Mir war es die ersten Tage egal, ich hatte sowieso nicht viel mitbekommen bzw. eine Scheißegal-Stimmung. Was noch viel viel schlimmer als der Verlust der Kleidung war, war, dass ich keine Lademöglichkeit für mein iPhone hatte. Glücklicherweise war auf der Intensivstation eine pfiffige Auszubildende, die mir rasch ein Ladegerät organisieren konnte. So konnte ich die ganze Kommunikation mit dem ADAC erledigen und vor allem mit Doro telefonieren und die ganzen vielen Chats von Euch lesen und überhaupt teilnehmen am Leben da draußen.

Seit Dienstag bin auf einer „normalen Station“. Zuerst war ich froh aus dem Trubel herauszukommen. Ständig ist auf der „Intensiv“ Bewegung, Zurufe, Gepiepe und sonstige Signaltöne sind zu hören. Zudem sind die Schwestern dort gar nicht darauf eingestellt, dass ein Patient wach ist und dann noch Bedürfnisse hat. Hier könnte ich so viel erzählen … aber es soll ja kein Krankenblog werden.

Auf „Station“ wird man in ein Zimmer geschoben, hat seine Ruhe, bekommt aber auch nichts mehr mit. Und mein altes Problem wurde wieder brandaktuell. Woher den Strom für das Handy nehmen? Alle habe ich nach einem Ladegerät gefragt: die Frühschicht, die Spätschicht, die Nachtschwester und den ADAC habe ich gebeten aus meinem Gepäck oder sonst woher … nichts zu machen. Am nächsten Morgen gegen 10.00 Uhr war Schluss – abgeschnitten von der Welt. (Anmerkung der Red. (Doro): „Auch ich habe mit der Frau vom ADAC über die Ladekabel-Situation gesprochen und um Hilfe gebeten … nichts zu machen. Ich habe ihr gesagt, dass ich mir irgendeine Lösung einfallen lasse. Denn das geht gar nicht … Horst war völlig am Ende!“)
Mittags hat der ADAC über das Schwesterntelefon nochmal angerufen und eine Konferenzschaltung mit Doro hergestellt und die letzten Dinge besprochen: Flug ist geklärt, voraussichtlich Freitag, alles schwierig in Barcelona mit den Generalstreiks, aber Morgen werden sie die finalen Daten mitteilen. Sie melden sich dann wieder über das Schwestertelefon – mehr wäre aus ihrer Position heraus nicht zu machen. Und dann … wieder Stille.

Gegen 19.00 Uhr stand plötzlich so ein Typ vor meinem Bett. Jethelm auf, Mikro im Gesicht, irgendeine billige verschlissene fürchterlich bunte Jacke an und zwischen den ganzen Haaren guckten zwei freundliche Augen heraus. Ja, er trägt Bart! Angenehmer Typ, wie doof, dass ich kein Spanisch kann. Doch uns hat der Google-Übersetzer geholfen. Daniel hieße er und er hätte ein iPhone-Ladegerät für mich. Ich hätte gerne das Gesicht von mir gesehen. (Anmerkung der Red. (Doro): „Ich auch!!!!“)
Doro hatte von zu Hause spanisch sprechende Freunde hinzugezogen und dann mit Cristian und Nando recherchiert, wo man in la Coruña ein Ladegerät kaufen kann und wie man es dann zu mir ins Krankenhaus geliefert bekommt.

Nach vielen vergeblichen Telefonaten sind sie dann auf die Idee gekommen einen Fahrradkurier anzuheuern und haben Daniel im Netz gefunden. Der ist losgebraust, hat ein Ladegerät gekauft und mir ins Krankenhaus gebracht. Mein Geld ist leider im Krankenhaussafe und er war darüber auch sichtlich enttäuscht, aber es war im Vorhinein schon abgeklärt, dass er in dem Fall das Geld überwiesen bekommt. Ich glaube er wird sehr zufrieden sein, wenn er sieht welche Summe seinem Konto gutgeschrieben wird. Tolle Aktion, großartige Idee und Danke an Euch allen! 😘 (Anmerkung der Red. (Doro): „War uns eine Riesen-Freude (und mir vor allem aus persönlichen Gründen sowieso ein riesengroßes Bedürfnis) schon im Oktober mal Weihnachten zu spielen!“)

ENDLICH WIEDER ONLINE!!

Wie ist man davon abhängig, aber in so einer Situation ist es die Verbindung zur Welt und seeehr hilfreich. Die ganze Genesungswünsche schnell gelesen, riesig gefreut und hoffentlich alle beantwortet.

Heute dann warten auf den Anruf vom ADAC. Gegen 15.00 Uhr kommen sie üblicherweise aus der Pause zurück, es gab noch keinen Anruf. Ich fing schon an die Nachrichten von der Situation in Barcelona (Da war doch die Geschichte mit der Unabhängigkeit von Katalonien …) zu scannen. Oh man, lass das vorbeigehen. Um 16.00 Uhr dann endlich:

Abflug la Coruna 15:15
Ankunft Dortmund 17:40
Gütersloh gegen 19:30.

Endlich Gewissheit und das Warten ist absehbar!

Volker fährt quer durch Frankreich und befindet sich in der Nähe von Orleans. Er stellt fest, das die Franzosen möglicherweise den Finnen den Rang, die geradesten Straßen zu bauen, abtrünnig machen. Weiterhin gute Fahrt und hoffentlich auch mal ein paar schöne Kurvenfolgen.