73 – Dienstag Reifentag

273 km – 18.721 km

Gestern abend haben wir unsere weitere Tour geplant. Sizilien – Sardinien – iberische Halbinsel. Soweit klar. Die Fähren fahren nah Sardinien von Palermo und Trapani. So war unser Wissen …. besser Halbwissen. Von Trapani fährt – jetzt im September auf jeden Fall – keine Fähre nach Sardinien. Von Palermo nur noch am Samstag. Hups. Wir wollten eigentlich am Mittwoch nach Sardinien und uns dort um unsere Reifen kümmern. Erst am Samstag sind zwar nur 3 Tage später, aber die fehlen uns dann um die verbleibenden 5000km abspulen. Man kann von Palermo nach Neapel – nicht schon wieder – und dann von Neapel nach Sardinien schippern. Dauert einen Tag länger und man muss sich einen Tag in Neapel aufhalten. Da wollten wir beide nicht noch einmal hin. Wie ist das denn von Sardinien? Hmm, diese Woche jeden Tag, ab nächste Woche nur noch Donnerstag und Samstag. Shit.

Wir haben unseren Plan umgeschmissen und sind heute nach Palermo gefahren um neue Reifen zu bekommen. Wenn wir sowieso bis Samstag auf Sizilien festhängen.

Auffliegender Taubenschwarm.
Landschaft wo man nur hinguckt.
Und dann waren da noch die Straßenoberflächen ….

Die ersten Kilometer gingen über kleinste Strassen und der Rest der Strecke über Autobahn. So waren wir bereits um 10 Uhr in Palermo. So viel haben wir von der Stadt nicht gesehen. Wir haben vier Reifenhändler abgeklappert, jeder bot uns die gleichen Reifen an, die wir nicht haben wollten. Unsere Favoriten – Mitas E07 Dakar – Heidenau K60 Scout – Conti TKC70 – waren nicht zu beschaffen. Okay, dann eben nicht. So wurde es ein Pirelli Scorpion Trial 2, eher ein Straßenreifen. Wir erwarten in Sardinien aber nur noch Schotter und in Portugal sowie in Spanien ebenso. Soll schon gut gehen. Wenn es Schlamm gibt oder feucht wird, müssen wir auf der Straßen bleiben.

ca. 19.000 km haben uns die Vier begleitet. Solange hatten wir noch nie einen Riefen … Nicht immer leicht zu fahren aber in Summe jederzeit wieder. Auf meinen waren noch ca. 2mm Restprofil. Bis Sardinien hätte es alle mal noch gereicht.

Gegen halb zwei waren die Reifen montiert und wir sind an das Capo San Vito gefahren, im Nord-Westen von Sizilien. Das war der erste Campingplatz der nicht direkt an der Straße gelegen ist aber dafür direkt am Meer. Das waren dann nochmals 100km, aber die sind wir auf der Autobahn gefahren. Der Akku war die letzten Kilometer – das hatten wir zwar schon, aber es wiederholt sich jeden Tag aufs Neue – zwar leer aber ein paar Bilder habe ich klassisch gemacht, anhalten und Kamera hervorkramen und Bild aufgenommen. Geht ja auch. Hier also ein paar Bilder von Kap.

Unser Campingplatz liegt direkt an einer Felswand die offensichtlich hervorragend zm Klettern geeignet ist. In der Nacht wird der Felsen mit Strahlen beleuchtet und die Leute klettern nachts!

72 – Montag

198 km – 18.448 km

Der Tag heute fing mit Regen an. Von 6 Uhr bis 8 Uhr hat es immer wieder gewittert und geschüttet. Aber dann kam die Sonne raus und der Tag wurde doch noch schön.

Morgens nach dem Gewitter noch einmal am Strand gesessen.

Wir wollen heute in Taomina  einen griechischen Tempel und kurz danach eine Schlucht angucken. Beides verfehlen wir, aber wir sind von den Eindrücken des Etnas von Gestern noch ausreichend gesättigt. 

Der Zustand der Straßen hat sich nicht geändert. Immer wieder für Überraschungen gut.

Wir umkreisen im weiteren Verlauf den Etna. Westlich vom Etna werden die Flächen für die Landwirtschaft genutzt. Überall Gemüseanbau und natürlich Oliven. Die Felder sind bis zur Straße mit hohen Zäunen gesichert. Vor wem … ? Als wir den Etna verlassen verändert sich die Landschaft. Sanfte geschwungene Hügel, überall geerntete Felder und immer wieder verbrannte Erde. Insgesamt gibt es aber es breites Spektrum an Farben, Formen und Strukturen. Sehr abwechslungsreich und überall findet man Fotomotive.

Mitten in Sizilien finden wir einen netten Campingplatz und beenden den Tag. Sonst ist nix passiert an diesem Montag.

71 – Etna

130 km – 18250 km

Nach Vorhersage sollte es ein sonniger Tag werden.  Ideal um den Etna zu bezwingen.
Auf den Etna führt unter anderem von Osten eine Straße bis auf 2000m Höhenmeter, ab da gibt es eine  Seilbahn die einen auf 2500m bringt und zum Schluß kann man mit geländegängigen Unimog-Busse die letzten Höhenmeter bis zu 2920m überwinden. Der Hauptkrater, der auf 3300m liegt, ist komplett gesperrt und es wird dringend empfohlen diesen nur in Begleitung von erfahrenen Vulkanologen und Bergsteigern zu erklimmen. Was haben Volker und ich gemacht? Na davon später mehr …

Kurz vor Acht haben wir uns in Richtung Etna aufgemacht. Schon von weitem haben wir ihn gesehen, leider war die Spitze unter einer kleinen Wolke versteckt. Na, die wird schon im Laufe des Tages verschwinden, dachten wir. Als wir die letzten 500 Höhenmeter in Angriff nahmen blies uns ein böiger Wind entgegen. Da musste man schon ein gehörig aufpassen und in den Kurven Reserven einkalkulieren. Bereits um kurz nach neun waren wir an der Seilbahnstation, die Punkt neun aufmacht. Wir hatten also nicht den ersten Platz, aber wir waren gaaaaanz weit vorne. Volker hatte seine Motorradhose an, ich habe mir eine lange Jeans angezogen. Dies aus zwei Gründen, zum Einen gegen die Kälte – mit der auf 3000m zu rechnen ist – und zum anderen gegen Schürfwunden. Wenn man  auf den Hängen ausrutscht und auf dem Aschefeld mit den scharfkantigen Steinen Bekanntschaft macht, hilft eine lange Hose ungemein. Wir haben es nicht gebraucht, soviel vorab.
Beim Fahrkartenkauf wurden wir darauf hingewiesen, das aufgrund der instabilen Wetterlage am Gipfel keine Busse fahren. Wir sind trotzdem hoch. Die Gondeln pendelten wunderschön im Wind. Sagte ich schon das ich unter Höhenangst leide? Tue ich! Wir haben uns schon gewundert das die Seilbahn fährt, aber die Busse nicht. Die werden es schon wissen …

Oben angekommen fuhren die Busse natürlich. Wir wollten aber den Weg von den 2500m auf die 2920m hochgelaufen. Es war ganz schön kalt und der Wind wurde immer heftiger. Es ging über Aschewege an Steintrümmerfelder vorbei. Man konnte sich gut vorstellen, wie die Steine hier mal angeflogen waren und auf dem Feld gelandet sind. Wie klein man ist. Sowieso, diese skurilen Steinformen und diese Landschaft – wir auf dem Mond!

Oben angekommen haben wir uns den geführten Touren zu dem Nebenkrater Barbagallo angeschlossen. Immer wieder waren die Wege von den tieffliegenden Wolken verdeckt. War schon unheimlich. Der Nebenkrater war dann nicht so sensationell, aber mehr ging heute nicht. In der ganzen Zeit, in der wir oben waren, haben wir den Gipfel nicht gesehen. Wir haben uns aufgrund der Sichtverhältnisse auch gar keinen Kopf gemacht, ob wir nicht doch hochgehen.

Der Nebenkrater Barbagallo auf 2920m

Hier geht es zum Hauptkrater auf 3300m. Nicht für uns leider!
Der Busstop!

So haben wir gegen Mittag wieder den Abstieg begonnen. Von oben hatte man noch einen Einblick in den tieferliegenden Krater Cisternazza, an dem wir beim Aufstieg schon vorbei gelaufen waren. War klar, da mussten wir einen kleinen Abstecher machen. Der Weg nach oben ist fürchterlich steil, aber das wird schon gehen. Denkste, kurz vor der Gabelung habe ich dann meine Verletzung am Fuss deutlich gespürt. Jede Bodenwelle die gegen die Fußsohle drückte, schmerzte. Ich bin dann den ebenen Fahrspuren der Busse gefolgt und Volker ist alleine den Krater hoch.

Ich habe auf dem Rückweg kurz vor der Seilbahnstation mich noch einmal umgedreht. Und da war er doch tatsächlich für fünf Minuten ohne Wolken zu sehen. Schade … aber schön.

So haben wir ihn die ganze Zeit gesehen …
… und für ein paar Augenblicke …. unverhüllt!

Auf dem Rückweg hatten wir Angst, das es jeden Moment anfängt zu schütten. Aber es ist trocken geblieben. Wir haben in letzter Zeit eher schlechte Erfahrungen mit dem Wetterdienst gemacht.

70 – Lesetag

Keine Wenige Kommentare kein Beitrag!

 

 

 

 

 

 

 

😎

 

Gestern hat es bis weit in Abend hinein geregnet. Nachmittags haben wir das Tarp aufgebaut und konnten uns gut darunter aufhalten. Beide Zelteingänge sind unter dem Tarp und wir konnten trocken vom Tarp in die Zelte gehen. So hatte ich mit das immer vorgestellt! Abends dann noch eine Pizza mit Lieferservice an den Campingplatz bestellt. Okay, auch mal nicht schlecht!

Heute war mal wieder Zeit für einen Ruhetag. Ich habe mir vor zwei Tagen an Strand an einer Wegbefestigung eine Klinke in die Fußsohle gerissen. Die wollte ich ein wenig verheilen lassen bevor wir uns an dem Aufstieg zum Etna machen. So haben wir unserem Tag mit Lesen verbracht. Ich habe meine dreibändige Einschlafhilfe durch und bin auf der Suche nach was Neuem. Vorschläge?

69 – Sizilien spontan

269 km – 18.120 km

Heute ist wenig passiert, es gibt nur einen kurzen Beitrag mit wenig Bildern. Der Akku …
In der Nacht hat es gewittert und es hat reichlich Regen gegeben. Der Morgen ist trocken und gibt uns Zeit die Sachen ohne Regen einzupacken.

Wir wollen noch einmal durch das Apenniengebirge, die ersten 30 km Kilometer müssen wir aber an der Küste entlang. Es zweigt keine Straße von der Küste ab … wie wir so fahren und die Wolkengebilde im Landesinneren sehen, besinnen wir uns eines anderen. Die Küstenstraße ist auch bei Regen gut zu fahren, im Landesinneren auf den kleinen Straßen … Also die Tour umgeplant und wir lassen es an der Küste entlang rollen.

Auf Dauer ist dann Tempo 50/70 doch ermüdend und wir schubsen die Tour noch einmal um. Auf der Autobahn Richtung Sizilienfähre.
Um halb zwölf schiffen wir ein, es ist noch alles sonnig. Bei der Einfahrt in Messina ist es schon wolkig.

Wir fahren entlang der Küste Richtung Süden. Der erste Campingplatz ist unserer. Gegen 13 Uhr soll es anfangen zu Regnen und es ist bereits halb eins. Der Platzwart kaut uns ein Ohr beim Einchecken ab. Wie toll alles hier ist, was wir uns alles angucken müssen, von welcher Seite man den Ätna begehen muss, wie das mit der Dusche und wo der beste Platz…. kaum war er fertig – es hat fast eine halbe Stunde gedauert – standen wir im Regen. 🌧⛈ Schnell Zelt aufbauen und dann mal gucken wie es weitergeht. Die Infos vom Platzwart werden wir verwerten können. Von daher war es nicht umsonst. Hier die ersten Impressionen Siziliens:

Man kann sich nicht sicher sein ob er auslädt oder ob das nur sein Aussenlager ist?
Der Schwarm … Der Rollerfahrer in der Mitte – der mit blauen Hemd und weissen Helm – kannte sich aus und ist bei Rot gefahren. Insgesamt geht es hier aber gesittet zu, vergleichbar mit Rom.

68 – Der Spann

380 km – 17.844 km
Und das waren die Prognosen. Die Regenfront zog von West nach Ost durch und die Nadel war unsere aktuelle Positon.

Die Wetterprognose sieht schlecht aus. Regen ab acht Uhr, im Süden soll es besser sein. Das ist unsere Richtung! Also geschwind um sechs aufgestanden und das Tagewerk begonnen. Zwischendurch am Küchenkoffer das Frühstück herausgeh …. ehh, was ist das. Ameisen im Koffer. Eine ganze Ameisenstraße. Wir machen am Koffer immer die Mülltüte fest … das fanden die Ameisen großartig und guckten gleich was sonst noch im Koffer zu holen ist. Also statt Frühstück erstmal Koffer Ameisenfrei machen. 🙁

Der Ausblick gegen halb Acht von unserm Strand.

Die Abfahrt verzögerte sich durch die Ameisen etwas, aber wir hielten an dem Plan dem Regen zu entfliehen fest. Schon mal vorab die Auflösung, wir bekamen nur ganz wenige Tropfen ab und kamen trocken bei Sonnenschein an unserem Ziel an. Muss ja auch mal was fuktionieren.

Unser Weg ging auch heute wieder durch die Mitte Italiens, längs der Apennien mitten durch den Pollino-Naturpark. Ein wahrer Dschungel durch den wir fahren. Es ist so dunkel … da macht die Kamera nicht mehr mit. Aber echt schön und die Straßen durchaus stellenweise offroad!

Umfangreich abgesicherte schadhafte italienische Straße. Es gab keine weiteren Absicherungen!
Dieses Fahrzeug bewegte sich … mit ca. 0,65 km/h auf der Straße. Das Sägewerk befand sich in ca. 112m Entfernung. Wir wissen nicht, ob es das Sägewerk noch erreichte.

An einer Tankstelle wurden wir von einem Deutsch-Italiener (45 jahre Deutschland) angesprochen und zu einem Espresso in der gegenüberliegenden Bar eingeladen. Lasst die Moppeds einfach vor der Tanksäule stehen, null problemo! Es konnte zwar kaum noch einer Tanken, aber wen interessiert das?

Ein paar Bilder von der weiteren Reise.

Unser Campingplatz in der Mitte von dem Spann Italiens Stiefel erwies sich leider als Flop. Auf die bisher sehr zuverlässig vorhandenen archie-Campingplätze war diesmal leider kein Verlass. In der Nähe gab es … nichts. Entweder Ostküste oder Westküste, letztere lag näher an unserem Ziel Sizilien. Also statt der schon stattlichen 260 km nochmals 100 km mehr an dem Tag gefahren. Gegen halb sechs kamen wir in Scaela an, im Supermarkt noch das Nötigste eingekauft und dann Campingplatz suchen. Qual der Wahl, nach 5 vergeblich angefahrenen wurde es der Letzte. Nicht billig aber inzwischen hätten wir bald alles genommen. Das Highlight waren die letzten Kilometer, super Straße mit Kurve an Kurve und eine sehr ansprechenden Landschaft. Auch heute sind wir wieder durch viele Waldbrandgebiete gefahren. Leider alles nicht dokumentiert, weil nur noch eine Helmkamera verfügbar ist und der Akku immer leer ist, wenn es schön ist.

67 – Vesuv

127 km – 17.464

Wir sind uns uneins wie wir den Tag angehen. Amalfiküste ja/nein, Pompeii ja/nein, Heracleum ja/nein, Vesuv ja/nein. Es gibt viele für und wieder. Wir entscheiden uns zuerst wieder zurück zum Vesuv zu fahren und danach noch einmal die Amalfiküste entlang zu fahren. Katastrophentourismus brauchen wir nicht mehr und alte Bauwerke hatten wir in Rom erstmal zur Genüge gesehen. Die ersten Meter an der Küste haben uns dann direkt belehrt, hier fahren wir nicht mehr entlang. Wieder so viel Verkehr wie am Vortag, das mach keinen Spaß. So schön die Küste auch sein mag, nicht in diesem Urlaub.
Ein paar Beispielbilder von dem Verkehr:

Wir fahren den Vesuv über die Autobahn an, für 2€ dürfen wir die Strecke nutzen. Warum haben wir das auf der Hinfahrt nicht schon gemacht, statt uns durch den Vorstädte Neapels zu quälen?
Die Auffahrt zum Vesuv führt über eine kleine Straße, kaum Verkehr, viele Kehren und guter Asphalt, teilweise verbrannte Erde, teilweise voll mit Lavagestein und viele Skulpturen. Sehr abwechslungsreich die Auffahrt.

Ausblick auf den Moloch Neapel

Wir sind um halb zehn am Parkplatz und beginnen den Aufstieg. Der Weg führt über einen Ascheweg – was sonst – kontinuierlich nach oben. Die Luft ist relativ feucht, so das sich an den warmen Gestein Wasserdampf bildet. Ein relativ seltene Erscheinung.

Plakat vom Vesuv mit Spiegelung von ….

Wir steuern nach dem Vesuv wieder über die Autobahn den Küstenstreifen nach der Amalfiküste an. Wir finden einen netten Campingplatz bei Lido Lago mit Sicht auf den besagten Küstenstreifen und Strandzugang. Wieder eine nette Katze die uns bezirzt. Der lange Rest des Tages wird mit Wäschewaschen, lesen, am Strand liegen, Blog schreiben, lecker essen und Tourplanung gefüllt.

Hochmotiviert … diese Sprungkraft!

 

 

66 – Pole-Position verloren

291 km – 17.337 km

Was wäre ich heute Nacht froh gewesen, wenn wir 11 Grad gehabt hätten. 5 grad zeigte es um sieben Uhr kurz nach dem Aufstehen an. Brrr. War die Nacht sch….. ja, kalt auch. Da habe ich aber die Doppelsacklösung gewählt und ich habe die Kälte kaum gespürt. Nein, ich hatte heute Nacht ein anderes Problem. Gegen zwölf bin ich das erste Mal wach geworden, die Hunde in der Umgebung kläfften ununterbrochen. Ich dachte schon: Oh nein, nicht schon wieder so eine Hundegebell-Nacht. Aber es wurde eine ganz andere Nacht. Die Hunde hatten einen guten Grund zu bellen. Und ich hörte den Grund: ein Braunbär war in unser Nähe am brummeln (?). Okay, ich hörte einen Bären, ich weiss nicht ob es ein Braunbär war. Aber von den Braunbären soll es hier – genau hier wo wir campen – eine Population von 30 Tieren geben. Wölfe soll es auch geben, die habe ich aber weder gehört und noch gesehen. Der Bär jedenfalls, brummelte gut zwei Stunden und er war nicht weit weg von uns. Aus weiterer Entfernung war ab und wann noch ein zweiter zuhören und ich glaube auch einen dritten gehört zu haben. Ich habe mich jedenfalls in der Nacht nicht aus dem Zelt getraut und war froh als es hell wurde und die ersten anderen Geräusche zu hören waren. Und Volker … hat von dem natürlich nichts mitbekommen. Unglaublich was der für einen Schlaf hat. Mir reicht es jedenfalls jetzt an Abenteuer und Wildness.

Nein, das ist nicht der Bär. Das ist unsere Zeltplatzkatze gewesen. Ein sehr liebes Tier … 🙂

Wir fuhren weiter in der Mitte des Stiefels den Apennin-Gebirgszug entlang.

Bei jedem Bremsen so ein komisches Geräusch. Immer nur hinten. Bei der nächsten Pause mal gucken … und da mache ich bestimmt ein dummes Gesicht. Es ist überhaupt kein Belag mehr da. Alles weg, nur noch Stahl. Dabei habe ich die alle Beläge vor Beginn der Tour erneuert. Kann eigentlich gar nicht … ist aber so. Wir wollen heute nach Pompei, da liegt Neapel auf dem Weg. Da sollen wir schon einen Händler finden. Leider haben wir in der Pause gar kein Netz und fragen in der 11er Gruppe – Whatsapp Gruppe mit (fast) nur R1100GS Fahrern – um Hilfe. Und es dauert auch gar nicht lange und wir haben zwei Adressen. Die erste ist Moto2000, über die Autobahn recht schnell gefunden und die Reststrecke war eine große Baustelle mit echt viel Verkehr. Dreckig ist es in Neapel. Das haben wir in dem Rest von Italien nie so schlimm gesehen.

Dort angekommen fährt der Monteur die Maschine in die Werkstatt und schmeisst sie erstmal hin. Zum Glück nix passiert. Er meinte, die wäre ungleich beladen. Ich glaube das Problem war für ihn, das sie beladen war. Na ich bin dann bei ihm geblieben, seine anderen Arbeiten waren vorbildlich. Guckt mal wie mein Mopped aussieht. Sitzbank und Griffe fein säuberlich mit Folie abgeklebt, ich glaube der Monteur wollte sich keine schmutzigen Finger oder dreckige Hose machen. Für die Arbeit haben sie kein Geld genommen, okay die Beläge waren mit 60€ nicht billig. Aber das Mopped war wieder betriebsbereit.

Wir haben für heute als Ziel nur noch einen Campingplatz an der Amalfiküste. Die Ausfahrt aus Neapel ging nicht über die Autobahn, unser Navi hatte sich etwas richtig Schönes zusammengesucht. Im besten Feierabendverkehr ging es über kleinste innerstädtische Strassen mit dem schlechtesten Fahrbahnbelag den man sich für eine Stadt vorstellen kann.
Die erste Erfahrung die wir machen müssen, Rom war der reinste Kindergarten dagegen. Mein Gott, was fahren die hier für einen Streifen. Kein Vergleich, es wird jede lücke genutzt. Ein uns entgegenkommendes Auto will abbiegen und kreuzt dabei unsere Spur. Er hält, so das wir weiter fahren können. Leider wird der Autofahrer in dem Augenblick von einem Rollerfahrer überholt. Kein Platz mehr für uns, oder für den Rollerfaher – je nachdem wie man es sieht. Der Rollerfahrer überholt uns einfach mit, auch wenn wir in die entgegengesetzte Richtung fahren. Wahnsinn. Wie oft ich heute den Kopf geschüttelt habe. In Rom habe ich mich noch wohl gefühlt, hier in Neapel möchte ich nie wieder hin. Man muss immer damit rechnen, das die Rollerfahrer in der Mitte der Straße noch eine weitere spur aufmachen. Da kamen wir nicht mehr mit. Wir haben unser poleposition eindeutig verloren. Leider gibt es nur ein Foto von der Fahrt, der Kamera ist der Saft ausgegangen und die Drittkamera lässt sich nicht mehr laden.

Eineinhalb Stunden ging die Ausfahrt. Ein echt hartes Stück Arbeit. Dann hatten wir die Amalfiküste erreicht. Dasselbe Schauspiel hier, ohne Ende Verkehr und entsprechende Nutzung des verfügbaren Raumes. Nur Busse haben wir keinen Einzigen gesehen. 😉 Den erstbesten Campingplatz angefahren und erstmal ein Fahrbier getrunken. Mann, was waren wir fertig von der Fahrt.

65 – Ab durch die Mitte

225 km – 17.046 km

Wie geplant geht es nach dem Frühstück vom Parkhaus zum Pantheon. Das Navi hat immer wieder Schwierigkeiten sich in den engen Gassen mit den Satelliten abzugleichen, wir parken aber trotzdem kaum 100m vom Pantheon. Und fantastisch … es ist keine Schlange zu sehen. Leider verständlich, es ist erst 8 Uhr und das Pantheon macht erst um 8:30 auf. Die Tür steht auf und so probieren wir es natürlich … und werden direkt wieder raus befördert. Hmmm, der Trevibrunnen mal ohne Menschenmassen … ist auch nicht weit. Und tatsächlich sind wir zwar nicht die Einzigen, können uns aber ungehindert bewegen.

Das Pantheon ist 1900 Jahre alt und hat eine der größten Kuppeln der Welt. Knapp 45m misst sie und in der Mitte hat sie ein Loch mit einem Durchmesser von 9m. Beeindruckend wie viel Licht durch das kleine Loch fällt und wie hell die Kirche dadurch im Innenraum wird. Das Problem des einfallenden Regens haben die Erschaffer des Bauwerkes durch einen zum Zentrum abfallenden Boden und darin befindliche Abflusslöcher – kaum zu entdecken – gelöst. Echt ein beeindruckendes Bauwerk und schon sooooo alt!

Zurück zum Hotel, das Mopped bepackt und auf ins Getümmel. Interessant das Schwarmverhalten der Rollerfahrer. Bei einer roten Ampel fahren alle Roller an den Autos vorbei bis nach vorne. Und zwar von allen Seiten, links und rechts. Sie tasten sich an den wartenden Autos vorbei bis sie vor der Ampel stehen. Ja, vor! Wenn es grün wird, hupen die Autofahrer einmal kurz und los geht es. Volker und ich sind mitgeschwommen und meistens hatten wir die Poleposition. Nur zweimal wurden wir abgehängt. Einmal war unser Lenker zu breit, da passten wir wirklich nicht durch und einmal hat uns einer an der Ampel abgehängt. Der hat aber auch zu unlauteren Mitteln gegriffen. Der kannte die Ampelphase so genau … der ist bei rot gefahren. Das haben wir uns nicht getraut.
Wir sind wieder die Ausfallstraße nach Tivoli aus Rom raus gefahren. Funktionierte bei der Einfahrt am Samstag schon gut und auch heute am Montag war es kein Problem aus Rom rauszukommen. Unser weiterer Weg führte uns an verschiedenen Nationalparks vorbei, mitten durch Italien. Hätte nie gedacht das es hier so viele hohe Berge gibt; eine schöne Landschaft,  schöner Asphalt und reichlich Kurvengeschlängel. Insgesamt ein schöner Tag.

64 – Rom

Da hatten wir gestern beim Italiener wohl ein Bier zuviel getrunken. Das war nicht so schlimm, schlimm war, das wir aus der Minibar noch ein weiteres Bier getrunken hatten. Der Morgen danach war ein wenig zäh.

Trotzdem hatten wir um 7 das Frühstück des Hotels eingenommen und uns auf den Weg zu dem Kolosseum gemacht. Um 8:30 wird es geöffnet. Beim Frühstück noch schnell die Karten online bestellen, wir wollen ja nicht ewig in der Schlange stehen. Und dann das …. : Am ersten Sonntag im Monat ist kostenfreier Eintritt für alle drei Museen: Kolosseum, Forum Romanum und Palatin. Welchen Sonntag haben wir, Schluck. Ob das dann wohl voll sein wird? Wir halten am Plan fest und treffen um 5 nach 8 am Kolosseum ein. Das Ende der Schlange ist nicht zu sehen, ohh weh. Um die Ecke gelinst, da hinten ist es, das Ende der Schlange! Und wir haben es tatsächlich gemacht, angestellt und um viertel vor neun waren wir schon drin. Eine kleine Hürde hatten wir noch vor dem Eintritt noch zu meistern. Die Sicherheitsschleuse. Die hatte ich total verpeilt und beim Packen heute morgen das gute Opinelmesser zu dem Obst in den Rucksack  gelegt. Das wird niemals durch die Schleuse gehen – mit uns. Wir haben Risiko gespielt und …. gewonnen. Der Mann am Schirm hat irgendetwas gemacht, aber ganz sicher nicht den Inhalt unseres Rucksackes kontrolliert. Das wäre schon schade um das Messer gewesen.

Nach dem Kolosseum die Straßenseite gewechselt und in die Schlange des Forum Romanum angestellt. Die war nicht ganz so lang und es ging auch zügig voran. Also aushalten – es war nur eine viertel Stunde die wir warten mussten. Das Problem des Messers hatten wir nicht gelöst aber wieder auf Risiko gesetzt. Und …. verloren. Der gute Mann fand das Messer gar nicht witzig und meinte nur, entweder das Messer in den Müll oder wir sehen das Forum Romanum nicht. Wir haben den Mittelweg gewählt und Volker ist weitergegangen und ich habe das Messer zurück zum Hotel gebracht. Dort habe ich noch mein Ebook geholt und wir haben uns später wieder getroffen um auf einer Bank im Palatin den Nachmittag zu verbringen. Man muss dazu sagen, ich bin erst vor drei Jahren in Rom gewesen und hatte die Sehenswürdigkeiten schon alle gesehen.

Am Nachmittag haben wir noch einen Streifzug durch Rom gemacht, vorbei an der Tiberinsel und noch einmal am Pantheon geguckt … immer noch eine Mörderschlange. Das werden wir morgen früh lösen. Wenn wir die Moppeds aus der Tiefgarage holen, werden wir kurz am Pantheon vorbeischauen.

Die heutigen Kilometer, die wir zu Fuss zurückgelegt haben, werden wir mal nicht in den Gesamtkilometern einfließen lassen. Das ist zu verschmerzen, auch wenn die Beine weh tun. Eigentlich wollten wir nur einmal mit den Rollerfahrern mitschwimmen, jetzt waren wir fast zwei Tage zu Fuss in Rom unterwegs.

Krass die hohe Präsenz von Polizei und Militär. An jedem bedeutenden Ort sind die Straßen durch die Schützenpanzer abgesperrt. Ob das jeden Tag so ist oder nur am Wochenende?

Die Besonderheit Roms … auf jeden Fall alles was sich so an der Straße abspielt. Am Forum Romanum spielten morgens um 10 Uhr ein Kontrabass und zwei Klassikgitarren wunderschöne Musik querbeet, nachmittags um 16 Uhr waren sie noch immer am spielen. Unverändert gut. Dann natürlich die vielen Straßenverkäufer für alles was man nicht braucht wie Selfiesticks, Regenschirme, Hüte und sonstiges Gedöns. Die Menschen ohne Kopf und die Schwebenden.

Das Orginal, auf dem Weg zum Kolosseum morgens um kurz vor acht!