63 – Ankunft Rom

164 km – 16.821 km

Vorhersage für heute: zwischen fünf und sechs wird es regen. Pünktlich um 6:10 tröpfelte es ca. 30 sec lang. Frohen Mutes frühstückten wir ausgiebig. Erster Kaffee mit Käse und Brot, zweiter Kaffee mit Brot und Wurst, dritter Kaffee mit Obst. Beim Obstsuchen kamen noch fünf Äpfel von dem Einkauf von vor einer Woche zu Tage. Die schmeckten … na ja. Auf jeden Fall ist jetzt wieder Platz in den Koffern! Die ganze Zeit war im Süden von uns heftige Wolkenbewegungen zu beobachten. Dann gewitterte es auch noch. Aber laut Vorhersage sollte es bei uns doch nur zwischen 5 und 6 …. Der schnellste Blitz war gerade 330m von uns entfernt. So langsam wurden die Plürren zusammengepackt. Nur noch das Zelt … und dann, …. fängt es doch noch zu regnen an. Letzten Endes hatten wir einen Logenplatz mit Berg im Rücken, der uns Wind und Wetter im wesentlichen von uns gehalten hat. Ein sehr schöner Platz. Nach dem Regen – wir lagen noch in den Zelten – fuhr ein Auto den unwegsamen Feldweg hoch und hielt direkt vor den Zelten. Oooohweh. Aus dem Fiat Panda entstieg ein Mann um die 60 und kam auf uns zu. Ein freundliches Gesicht und ein Bon giorno entgegen geworfen und er erzählte uns auf Italienisch, das er nur nach seinen frisch gepflanzten Sträuchern gucken wollte. Er entschuldigte sich förmlich dafür, das er uns störte. Den Eindruck/Verständins hatten wir jedenfalls. Der Botaniker zog jedenfalls wieder ab und wir packten die letzten Sachen. Kurz vor zehn war Abfahrt. Heute so spät, weil wir nur noch 100km bis zu unserem Hotel hatten und der früheste Checkin erst um 14Uhr sein konnte. Also hatten wir uns für den Tag einerseits trödeln vorgenommen und wir wollten – auch um dem schlechten Wetter auszuweichen – noch einen Abstecher in den Norden von Turania machen. Wir fuhren die kleinen weissen Straßen, die sich glücklicherweise als schöne Offroadstrecken erwiesen, ca. 100 km durch den Naturpark Monti Lucretill. Eine wunderschöne Landschaft, ohne Regen!

Nach dem Abstecher dann wieder entlang der geplanten Route. Echt schön, hier in Italien. Weil ich die Route nicht richtig lese, finden wir einen wunderschönen Pausenplatz.

Wir näherten uns Rom. Die Natur total trocken, die Bäume schon braun und überall liegt Laub. Hier ist bereits Herbst. Wir umfahren Tivoli, zwei Wassserfälle, die dem Voringsfossen Konkurrenz machen könnten. Unglaublich, so kurz vor Rom.

30km vor dem Zentrum kann man es nicht mehr abstreiten, hier fängt die Stadt an. Pünktlich dazu hat die Helmkamera natürlich kein Strom mehr. Wir können aber trotzdem sagen, die Rollerfahrer waren keine Gegner für uns! Allerdings war in Rom auch nichts los. So wenig Verkehr hätte ich nicht erwartet, auch nicht an einem Samstag. Wir werden das am Montag, dem Tag unserer Abreise, im Berufsverkehr nochmal checken.

Pünktlich um 14:09 waren wir am Hotel. Sachen hochtragen, Mopped in die Garage stellen, duschen und ab ins Getümmel. Wir haben den Nordwesten von Rom zu Fuss erkundet. Im Eilschritt an der Oper – die direkt vor unserem Hotel liegt – vorbei, die spanische Treppe, die Piazza del Pubolo, einmal in den Tiber gespuckt, die Piazza de Navona, das Pantheon – leider mit sehr langer Schlange, das probieren wir morgen oder übermorgen nochmal -, der Trevi-Brunnen und dann zum Schluss – auf Empfehlung des Hotels Sonya – in das Restaurant Antica Boheme direkt bei unserem Hotel. Sehr lecker, da gehen wir morgen nochmal hin! Ein schöner abwechslungsreicher Tag!

Der Pokemon-Jäger in Aktion!

62 – Erdbeben 2016

258 km – 16.657 km

Vorhersage für heute: 6h Sonne und Gewitter bei 24Grad. Schauen wir mal wie es wird.

Schon um 8 Uhr waren wir auf der Strasse. Es war noch trocken und wir fuhren unsere Route durch die Abruzzen an Amatrice vorbei. Immer mehr Häuser sind zerstört. Unglaublich wie es hier nach einem Jahr noch aussieht. Einige Strassen sind komplett gesperrt, bei einigen wird die Einfahrt vom Militär kontrolliert. Gut 70km durchfahren wir zerstörte Dörfer in unserer Fahrtrichtung von Nord nach Süd.

Am Lago di Campotosto holt uns dann der Regen ein. Wir stellen uns unter einem Baum unter. Nach dem Regenradar dauert es gut eine Stunde bis der Regen nachlässt. Wir bauen das Tarp auf und genau in der Aufbauzeit kommt der meiste Regen runter. Danach tröpfelt es nur noch. Da hatte der Regenradar was anderes angekündigt. Egal, wir kochen uns Kaffee – es ist der letzte, wir müssen unbedingt einkaufen – und es tröpfelt uns so jedenfalls nicht in den Nacken.
Für heute sind kleinste italienische Straßen als Route geplant. Sehr schön zu fahren, griffige Oberflächen und so gut wie kein Split auf der Straße. Nach dem Osten und dem Balkan muss ich erstmal wieder an meiner Kurvenlinie arbeiten, die ist dort echt versaut worden.

In L’Aquila wollen wir Tanken und Einkaufen. Das Tanken klappte gut, das Einkaufen war eine mittlere Katastrophe. Auf unseren Weg waren nur kleinste Supermärkte, wir wollten aber unbedingt einen größeren anfahren. Mit Osmand eine Route geplant und schon waren wir auf der Autobahn in der ganz falsche Richtung unterwegs. Mist, wir mussten die 20km wieder zurück, weil wir unbedingt die Route so fahren wollten wie sie geplant war (s.o. kleinste italienische Straßen …)

Und dann konnte Osmand an dem gleichen Tag noch einmal Punkten. Am Lago del Salto sollte ein Campingplatz sein. Es war der einzigste auf unserer Route. Ja, wir hätten es nach unseren Erfahrungen mit Osmand-Campingplätzen es besser wissen können. Wir haben trotzdem auf das Pferd gesetzt. 20km vor dem Campingplatz fing es auch noch an zu regnen. Also auch noch Regenklamotten anziehen. Und dann kam das Hinweisschild, der Campingplatz war da. Immerhin! Leider war er nach dem Unkrautwuchs zu urteilen bestimmt schon seit zwei Jahren geschlossen. Mist. Immerhin hörte es auf zu regnen. Lagecheck … kein Campingplatz in der Nähe … wir fahren die Route weiter, entweder ein wilder Campingplatz oder eine Pension oder ein
Hotel. Mal gucken wer gewinnt. Es wurde ein wunderhübscher Campingplatz mit schöner Aussicht in einem Olivenbaumhain. Nett, man darf ja auch mal Glück haben.

Unsere weiteren Ziele für Italien:

  • Die nächsten zwei Tage haben wir ein Hotel in Rom gebucht. Geplant sind das Kolesseum, das Panteon, der Trevi-Brunnen, das Forum Romanum vielleicht und natürlich mit den Rollerfahrern im römischen Verkehrsstrom um die Wette fahren.
  • Neapel Altstadt und der Markt Porta Nolana
  • Ruinen Von Herculaneum
  • Amalfi-Küste
  • Ätna
  • Palermo …. ?
  • Trapani als Fährhafen für die Überfahrt nach Sardinien

61 – Bella Italia

208 km – 16.399 km

Unsere Fähre hatte keine Kabinen, also mussten wir uns auf der Fähre einen Platz suchen, wo man sich hinlegen kann. Da waren wir recht erfolgreich. In gewohnter Weise an der Warteschlange am Hafen vorbei und als erster auf die Fähre gefahren. Wir mussten nur mit den normalen Passagieren ohne Fahrzeuge wetteifern. Die sind vor allen anderen an der Grenze abgefertigt worden und hatten einen kleinen zeitlichen Vorteil gegenüber uns. Wir haben trotzdem einen akzeptablen Platz an einem 4er Tisch ergattert. In unserer direkter Nachbarschaft ein größere Gruppe junger Italiener, die in den ersten Stunden recht lebhaft waren. Wir waren mit einer Flasche Wein, einer Tüte Flips und anderen Schweinkram dagegen recht gut gerüstet. Gegen 23 Uhr dann die Isomatten und Schlafsäcke unter dem Tisch ausgebreitet und die Nacht halbwegs geschlafen. Um 7 Uhr sind wir pünktlich in Ancona eingelaufen und wir wurden mit einem schönen Sonnenaufgang begrüsst.

Die Hafenausfahrt gestaltete sich schwierig. Wir haben uns erstmal gründlich verfahren und Ancona einmal großzügig umfahren. Nach dem wir die kleine Bergstrasse gefunden hatten, war diese genau das Richtige für den Start in den Tag. Dann weitete sich die Küste und wir fuhren am Strand entlang, der mit Strassencafes und Zeltplätzen verbaut ist. Da war die Küste Kroatiens doch um einiges netter.

Für uns soll es nun in Richtung Rom gehen, weg von der Küste durch die Region Marken nach den Abruzzen.

Hier endet unser erster Tag in Italien. Die kurze unruhige Nacht auf der Fähre forderte ihren Tribut und wir fuhren zeitig einen Campingplatz an. Der liegt genau in dem Gebiet, in dem noch 2016 das schwere Erdbeben wütete. War es Zufall? Ich empfand die Blicke der am Straßen stehenden Menschen, als ob ich ein Eindringling bin.

 

60 – Höhlen von Skocjan

332 km – 16.191 km

Der nächste Kandidat … mangels Werkzeug kann die Helmkamera nicht auf den OP-Tisch. Gestern ist bei dem Regen Wasser in die Kamera eingedrungen. Aktuell trocknen wir noch … vermutlich wird hier der nächste Sterbefall zu beklagen sein …. Wir haben aber noch zwei Kameras. Es werden also noch Fotos auf der Strecke gemacht. – Heute morgen ist dann doch noch geeignetes Werkzeug aufgetaucht, aber erstmal trocken.

Nach der Soca also die Höhlen von Skocjan. Unser erster Weg endet auf einer Wiese, Basecamp sei dank. Mit ein wenig Hirnschmalz und der Verwendung der Hinweisschilder finden auch wir den Eingang zu den Höhlen.
Liebe Balkanreisende (Kerstin und Claus), auch hier kann man sehr gut anhalten. Zu jeder vollen Stunde ist eine Führung. Die dauert zwischen 1,5 und 3 h je nach dem gewählten Programm. Aus unserer Sicht umbedingt empfehlenswert!
Klar, ist auch ein Tropfsteinhöhle, aber die Höhle ist echt gigantisch. Man denkt, man ist in dem Film „der Herr der Ringe“ – „du kommst hier nicht durch“. Echt faszinierend, die Größe und Dimensionen. Teilweise sind noch alte Wege von der Ersterschließung vorhanden. Echt schön und darum mal wieder viele Fotos …

Wir fahren weiter in Richtung Kroatien. Unser Fernziel ist Zadar. Volkers Jacke wartet dort seit Samstag auf seinen Empfänger. Wir wollen noch eine Nacht am kroatischen Mittelmeer verbringen. So der Plan. Anfangs ist sehr viel Verkehr. Alle Campingplätze sind direkt an der Straße, die direkt am Meer entlangführt. Da haben wir keine Lust mehr darauf. Autos, die die ganze Nacht durch das Zelt fahren. Das muss nicht sein. Die Küstenstraße ab Senj ist spitze. Der richtige Belag mit der richtigen Kurvenkrümmung. Es ist auch nicht mehr ganz so viel Verkehr so das man es laufen lassen kann. Es macht richtig Spass … so viel, das wir uns Zadar viel schneller nähern als wir dachten.

Um kurz nach 18Uhr sind wir an der Poststelle und die Jacke war wirklich da. Anprobiert .. passt. Die alte ins Paket und Retoure. Wir machen uns auf zum Fährhafen. Und so heißt es nun: „Bella Italia“

59 – Soca

247 km – 15.859 km

Wir sind in der Nacht nicht von Bären belästigt worden. Es sollen in Slowenien 500 Braunbären existieren. Ein wenig Bammel hatte ich schon. Eigentlich hätten wir unter der Skistation kein Zelt benötigt, aber es ist mir dann schon wohler gewesen.
Den Morgen haben wir in der Bergwelt gestartet. Die Wolken über uns, viel Dunst, wenig Sicht. Die umliegenden Berge waren verschleiert. Dann erklommen wir die Berge und machten den Aufstieg durch die Wolken und plötzlich gucken wir von oben herab. Schön so früh unterwegs zu sein und schön hier in Slowenien.

Von Kraniska Gora aus erklommen wir die julischen Alpen am Prisnak entlang aus. Der Berg Prisank hat ein 50m hohes Fenster – leider ist mein Foto unbrauchbar – und darüber hinaus hat er ein Gesicht im Fels, das wir gar nicht gesehen haben! Von dem lese ich erst jetzt in der Wikipedia. Machmal sollte man sich besser vorbereiten … Knapp 50 Kehren hat der Pass. 20 beim Aufstieg, die alle gepflastert sind. Das nimmt einen ein wenig die Fahrfreude. Und auf der Abfahrt dann die fehlenden 30, alle wunderbar geteert. Man kann hier schnell fahren, man kann aber auch die Aussicht geniessen. Wir haben eine Mischung von Beiden gemacht.
– Liebe Kerstin, Lieber Claus, wenn ihr euren Weg in den Balkan plant, hier ist ein wunderbarer Einstieg. in Richtung des Balkans. –
Und das nicht nur wegen der Passfahrt. Nach dem Pass stößt man auf die Soca. Der Fluss ist kristallklar und wunderschön. Es ist eine Wildwasserstrecke und es führt über eine lange Strecke ein Wanderweg an der Soca entlang. Auf halber Strecke haben wir Mittagspause gemacht, Stuhl und Hängematte aufgebaut. Ich wollte den Kanuten zusehen … leider sind in meiner Wachphase nur 6 vorbeigekommen, dafür hatte ich einen sehr erholsamen Mittagsschlaf.

Es ging weiter über kleinste weisse Strassen, die sich im Verlauf als unbefestigtee Wege entpuppten. Endlich wieder Offroad, hatten wir ja schon lange nicht mehr. Kilometerlang durch den Wald gepest. Als der Weg wieder geteert war, ging es sehr eng zu. Minitunnel sind in den Fels gehauen. Als Moppedfahrer wunderschön, als Autofahrer möchte ich dort nicht unterwegs sein.

Abends dann wieder das übliche Campingplatzgesuche. Der erste zu klein, der zweite scheinbar okay. Wir waren die einzigsten Gäste. Die Dame meinte, das am Morgen alle abgereist seien. Wir haben direkt an der Rezeption das erste Bier getrunken. Beim Zeltaufbau wurden wir dann von Mücken gefressen. Nun konnten wir uns vorstellen, warum alle abgereist waren. Leider war wegen des Hopfenkonsums keine Weiterfahrt mehr möglich.

58 – Slowenien – Wieder zu Zweit unterwegs

304 km – 15.612 km

Gestern ist Rainers Telefon auf dem OP-Tisch verstorben. Wir haben alles gegeben, aber die Kontakte von einem Stecker hatten sich von der Flexleiterplatte verabschiedet. Es war leider nicht mehr zu retten, trotz vorhandenen 12V Lötkolben.

Eigentlich wollte Rainer mit uns noch bis zur Soca mitfahren und von dort dann gemütlich über Frankreich nach Hause fahren. Dieser Unglüscksfall war für ihn der Auslöser ohne Umwege gen Heimat zu fahren. Morgens haben wir noch gemeinsam gefrühstückt und sind die ersten 20km gemeinsam gefahren. An einer roten Ampel dann noch einmal Schüss und weg war er.

Wieder zu zweit. Rainer fehlt uns. War echt eine schöne Zeit mit ihm, 5 Wochen waren wir gemeinsam unterwegs. Was haben wir nicht alles erlebt. Wir sind durch den Osten Europas gefahren. Wir haben die Transalpina und die Transfarasagan befahren, haben das schwarze Meer gesehen und das ionische Meer. Albanien und Montenegro, unsere heimlichen Favoriten, und gestern noch die fantastischen Piltvicer Seen. Wir haben echt ein tolle Zeit mit ihm verbracht, wir hatten viel Spass und es war echt unkompliziert mit ihm zu reisen. Danke für die gemeinsame Zeit, gerne wieder. Wir sehen uns spätestens auf dem nächsten 11er-Treffen.

Ich hatte für den Abschied extra während der Fahrt die zweite Kamera aus den Tankrucksack geholt -für ein Video, wie er wegfährt – und die Helmkamera hatte ich auf den „alle 3 Sekunden ein Foto“-Modus gestellt. Und dann vergesse ich die Dinger anzustellen. Was soll’s, ich habe ganz viele Bilder im Kopf. Gute Heimreise, Rainer!

Wir haben die ersten 150km kaum angehalten. Es war schon komisch, wieder zu zweit. Nur an der Grenze zu Slowenien – ich bin an dem kroatischen Beamten erst vorbeigefahren – haben wir kurz gestoppt. Slowenien gefällt uns super. Endlich wieder Strassen ohne Schlaglöcher. Normale Häuser, fast normale Strassenschilder. Man fühlt sich schon fast wie zuhause, wie in Österreich, dem Allgäu und manchmal wie im Bergischen. Echt schön hier, wunderschön!

Gegen 15 Uhr sind wir dann mitten in den Bergen auf einer kleinen weissen Straße in ein Gewitter gefahren. Hagel, Regen und Wind. Puhh. Müssen wir wohl die Regensachen rausholen. 5 Wochen sind seit unser letzten Regenfahrt vergangenen. Damals hatten wir Rainer gerade getroffen. Ist er unser Sonnenmaskotchen gewesen? Kaum waren wir fertig mit dem Anziehen, hört es natürlich auf …. kennen wir schon. Hmmm, die nächste Pension oder Hotel, die wir sehen,  fahren wir an. Kaum sind wir wieder auf der Straße, fängt es schon  wieder an heftig zu regnen. Boah, irgendwo unterstellen. Da kommt ein Skilift, rechts ran und unter der Gondelstation untergestellt. Was kommt da für ein Regen runter. Gut das wir im Trocknen sitzen. Ja, direkt an der Talstation stand eine Gondel. Wir berieten, was wir als nächsten tun. Der nächste Campingplatz 40km, die Soca noch 90km. Hmmm. was sagt das Wetter? Bäääh, bis 2o Uhr Regen. Warum weiterfahren, wenn das Gute so nahe liegt. Stühle raus und gucken wie es regnet. Es ziehen unglaubliche Wolken auf. Schwarze Wolken. Erst dachten wir das sind die Berge. Nööö, mit nichten. Es gab ein ordentliches Gewitter. Wir sitzen mit Fleece, Regenjacke, Moppedhosen und Stiefeln und natürlich Wollmütze hier. Heute morgen noch in kurzer Hose und T-Shirt.

Heute haben wir beim Einkaufen endlich einen Herzenswunsch von Volker erfüllt. Eine richtige Pfanne, beschichtet und Durchmesser 20cm. Das Transportproblem haben wir noch nicht endgültig gelöst, aber das Einbrennen haben wir vollzogen. Bratkartoffeln mit Zwiebeln und vier kleine Steaks. Gute Idee gewesen … und so Lecker!

57 – Plitvicer Seen

Plitvicer Seen … sollte man nicht an einem Sonntag besuchen! Hatten wir gelesen und wir können es bestätigen. Es war echt voll. Wir hatten nur den Vorteil, das wir inzwischen zu Frühaufsteher geworden sind und bereits um 8 Uhr an der Kasse standen. Die Zelte hatten wir auf dem Campingplatz gelassen. So waren die ersten Stunden noch erträglich und ab 10 wurde es dann richtig voll.

Die Plitvicer Seen sind seit 1949 Nationalpark und wurden 1979 als eines der ersten Naturdenkmäler in das Unesco Weltnaturerbe aufgenommen. Die 16 Seen sind kaskadenartig hintereinander angeordnet und überwinden rund 140m Höhenunterschied auf einer Länge von ca. 8km über mehrere Wasserfälle und Kaskaden. Viele Karl-May-Filme wurden hier gedreht, natürlich auch der „Schatz im Silbersee“.
25€ Eintritt wird pro Person genommen, eine Menge Geld. Dafür kann man den ganzen Tag  im Naturpark mit einer Fläche von fast 300qm wandern gehen. Auf dem See Kozjak kann man mit Elektrobooten einen Blick vom Wasser auf die Umgebung genießen und den Rückweg kann man nach der Durchwanderung aller Seeen sich mit dem Busshuttle zu dem Eingang zurückfahren lassen. Klar haben wir alles gemacht was nichts kostet und nicht anstrengend ist.
Beeindruckend das klare Wassser, man kann bis auf 2m ins Wasser hineingucken. Uralter Waldbestand, ein echter Urwald mit irren hohen Bäumen. Fantastische Wasserfarben, überall Fischschwärme und Wasserfälle … ohne Ende. Wir haben sogar Flusskrebse entdeckt! Ein lohnenswertes Erlebnis. Gegen 14 Uhr waren wir zurück und haben den Rest des Tages einen geruhsamen Nachmittag verbracht.

 

Nachtrag zu gestern:
Da hat Volker gekocht! Es gab Chili con Carne, lange hat es geköchelt und ganz fantastisch gemundet. Danke!

56 – Von Bosnien zurück nach Kroatien

265 km- 15.305 km

Ein Tag ohne viele Ereignisse. Wir sind früh unterwegs in Richtung der Plitvicka Seen in Kroatien. Es geht noch durch Bosnien, wir fahren an der Una entlang. Es bildet sich eine Schlucht die vergleichbar mit der Tara-Schlucht ist. Leider ist auch hier kein Foto möglich, die gesamte Strecke ist bewaldet und man kann nur mit dem Auge erkennen, an welcher Schönheit man hier entlang fährt. Der Grenzübertritt ist unspektakulär, ich bin ein wenig froh Bosnien verlassen zu können. Vielleicht waren wir in der falschen Ecke …. !?

Kurz nach der Grenze erreichen wir die Plitvicer Seen. Wir haben einen Track, der um die Seen herum führt. Sogar mit Offroad-Anteil. Leider werden alle Wege durch Angestellte des Naturreservates bewacht, es gibt kein Durchkommen. Die Seen und die Umgebung sind nur mit Führung und Bezahlung zu besichtigen. Okay, das wussten wir nicht. Wir fahren den nächsten Campingplatz an, soviel haben wir für eine Übernachtung noch nie bezahlt. 52€ wird für uns drei verlangt. Die sanitären Anlagen sind aber auch das Beste, was wir bisher gesehen haben. Morgen werden wir uns die Plitvicer Seen ansehen.

55 – Bosnien – Mostar

313 km – 15.140 km

Von Kroatien ging es zu dem kleinen Grenzübergang Trebinja  nach Bosnien. Es war nichts los, ein Bus ein Auto und schon waren wir über der Grenze. Die Landschaft ist karg, die Sicht ist extrem schlecht. Es ist sehr diesig. Wir fahren kilometerlang durch verbrannte Landstriche. Es ist heiss, immer wieder bläst uns ein richtig heißer Fön an.

Wir haben für Bosnien keine Highlights gefunden. Das einzigste ist Mostar mit seiner Brücke über die Neretva im Zentrum. Mostar begrüßt uns mit einem Verkehrschaos. Eine der Hauptverkehrsbrücke wird saniert und ist gesperrt. Wir finden einen Stellplatz der uns halbwegs sicher erscheint und gehen den letzten Kilometer durch die Stadt. Es ist eine Fussgängerzone die voll ist mit Touristen und Bettlern. Viele Häuser sind noch zerstört, Mostar ist keine Schönheit. Wir kommen in die Altstadt und um die Ecke sehen wir die Brücke. Unspektakulär und voll mit Touristen. Wir machen ein Foto aus der Entfernung und begeben uns auf den Rückweg.

Am Jablanicko Jezero Stausee fahren wir die ersten Campingplätze an. Es sind reine Autostellplatz ohne Schatten. Zurück und weiter zum nächsten Stausee, dem Ramsko Jezero. Viel Wasser hat er nicht mehr und der Campingplatz ist auch nicht zu finden. Vereinzelt stehen Zelte am Seeufer, quasi mitten im See wegen des nicht vorhandenen Wassers und mitten in der Mittagshitze ohne Schatten. Neee, das ist nicht nach unserem Geschmack.

Viele Campingplätze hat Bosnien nicht, also weiter in Richtung Jajce entlang des Flusse Vrbas. Es ist ein bewaldetes Flusstal, endlich wieder Grün und wir finden auch den Zeltplatz der in Osmand eingetragen ist. Heute kocht Rainer mal wieder, es gibt Tütenessen mit Gurken und Bier. War lecker Rainer, Danke!

54 – Dubrovnik in Kroatien

140 km – 14.727 km

Wir sind wieder früh unterwegs. Die letzten Meter in Montenegro, ein schönes Land. Gegen halb zehn fahren wir an einem zwei Kilometer langen Stau an der Grenze nach Kroatien vorbei, es sind wieder Temperaturen um die 30 Grad. Es geht die Küstenstraße entlang, es ist richtig viel Verkehr. In Dubrovnik staut es sich immer wieder. Wir halten nochmal an und beraten ob wir überhaupt in die Stadt bei dem Verkehr reinfahren.

Zum Glück entschließen wir uns dazu und nach kaum 500m haben wir völlig problemlos einen kostenlosen, im Schatten befindlichen Motorradparkplatz gefunden – direkt an der Stadtmauer.

Wir bummeln zwei Stunden durch die Stadt, gehen essen und verlassen am Mittag Dubrovnik. In einer Bucht finden wir einen netten Campingplatz und arbeiten die letzten Tage ab. Blog schreiben und den weiteren Weg planen. Es soll durch Bosnien gehen, an Mostar vorbei und dann wieder nach Kroatien zu den Plitzvicer Seen.