53 – National Park Durmitor

300 km – 14.587 km

Meine Güte, war die Nacht heute kalt. 5 Grad haben wir um halb sieben abgelesen. Um 6 Uhr hatten Rainer und ich uns schon die Haare geschnitten. Warum konnten wir nicht warten bis wir am Mittelmeer sind … ? Leider war auch der beheizte Aufenthaltsraum um die Zeit noch abgeschlossen. Also wieder die Wollmützen raus und viel Kaffee getrunken.

Um halb neun – der frühe Vogel fängt den Wurm – waren wir wieder in der Taraschlucht unterwegs. Die Schlucht ist immer tiefer ausgeschnitten. Imposante Bilder gesehen, leider kaum fotografisch von der Strasse festzuhalten.

Wir verlassen die Tara und fahren durch ein Skigebiet in den National Park Durmitor von Javorje nach Trsa.

Mann, was für eine Gegend. Super schön, wir befinden uns auf 1600m Höhenmeter. Angenehme 20Grad, aber viel Wind. Wir tuckern durch die Landschaft und können uns kaum sattsehen, so großartig ist die Gegend.

Wir machen Pause am Sportplatz des Nationalgebietes, mitten auf dem Basketballfeld das sich auf der Straße befindet. Nebenan noch das Fussballfeld mit Naturrasen.

Es geht am Pivsko Jezero vorbei, der größte Stausee Montenegors. Was für Farben.

Und weiter zu dem National Park Lovcen. Auf dem gleichnamigen Berg soll man eine fantastische Sicht auf die Küste von Kotor haben. Auf dem Weg dahin kommen wir an einem Lokal vorbei, das von vielen Menschen besucht wird. Kurz danach steht plötzlich mitten auf der Straße ein alter abgewrackter LKW. Häää, was ist denn hier los. Unfall? Wir merken das die Menschen gar nicht wegen des Lokals hier sind, sondern weil die Straße gesperrt ist. Und die parkenden Autos an denen wir vorbeigefahren waren, standen direkt vor dem LKW. Jetzt sehen wir auch das Schild.

Und dann haben wir die Sicht auf Kotor

 

Vom Berg führt die Straße über 20 Kehren bis zum Meer, wir quälen uns über die Küstenstraße bis zum erstbesten Campingplatz. Ein typischer grottiger Mittelmeerplatz. Egal, morgen geht es weiter.

52 – Teth Abreise – Tara Schlucht

228 km – 14.287 km

Vor der Rückfahrt von Teth bin ich die Piste entlang einmal die Dorfstrasse entlang laufen, und das vor dem Frühstück. Knapp 1 km ist das Dorf lang, gefühlt alle 30m ein Haus, jedes zweite bietet einen Campingplatz an, jedes vierte mit Wifi. Hier zu leben …. die eine Richtung 15km Schotter über Serpentinen …  die andere Richtung 50km Schotter über Serpentinen! Ich laufe – über Schotter – bis zu der Kirche, das Dorf geht noch weiter … Am Friedhof sehe ich Grabplatten komplett aus Beton gegossen. Das Kreuz ist noch aus Holz. Beton scheint hier neben Steinen und Holz Basiswerkstoff zu sein. Unser Waschhaus am Campingplatz ist ebenfalls komplett aus Beton gegossen, inklusive dem Dach. Wie bekommen die den Beton über die Wege ins Dorf?

Die Rückfahrt über den Schotterweg gestaltet sich viel einfacher als die Hinfahrt. Es geht bergauf, ein Grund dafür! Und wir wissen, was auf uns zukommt. Streckenweise haben wir sogar richtig Spass an der Fahrt. Einmal halten wir nochmal an der Stelle, an der wir gestern den ersten Blick auf diese Bergwelt hatten. Fantastisch, ob ich nochmal nach hier kommen werde?

Die Passabfahrt über die Teerstrasse vergeht wie im Flug. Stellenweise steigen einzelne blaue Rauchwolken aus dem Wald auf. Waldbrand? Uns kommt auf dem Rest der Strecke kein Feuerwehrauto entgegen. Mulmig ist mir schon.

Über eine grössere Strasse geht es in Richtung Montenegro und wir nehmen Abschied von Albanien.  Mir hat es sehr gut gefallen, Landschaftlich und Menschlich. Mit dem Umfeld und auch mit den sanitären Anlangen hatte ich stellenweise dann doch ein Problem.

Die Einreise nach Montenegro gestaltet sich problemlos. Wir durchfahren eine grössere Stadt und sehen endlich mal wieder einen echten Supermarkt. In Albanien waren Supermärkte zum einen sehr klein mit einem entsprechenden kleinen Angebot und darüber hinaus ist das Sortiment auch nur sehr eingeschränkt. Es gibt kein Brot und auch kein Obst oder Gemüse. Dafür muss man dann andere Läden bzw. die zahlreichen Strassenverkaufsstände aufsuchen. Unser heutiger Supermarkt ist zwar für unsere Verhältnisse auch klein, wir bekommen aber alles eingekauft. Beim Verlassen werden wir von drei Kindern angebettelt. Wir schieben unseren Einkaufswagen an ihnen vorbei, sie folgen uns bis zu den Motorrädern. Dort halten ich ihnen eine Tüte mit in Papier eingewickelten Bonbons entgegen. Der Erste nimmt zwei, der Zweite drei und der Dritte bekommt die volle Hand kaum aus der Tüte. Das Papier wird achtlos auf den Bürgersteig geworfen. Aber gefreut haben sie sich jedenfalls.

Typisches Auto in Montenegro …. ohne Nummernschild. Auch vorne!

Wie sich später herausstellte war diese Stadt die Hauptstadt von Montenegro. Und … In welcher Stadt waren wir jetzt?  Ich wusste es nicht: Podgorica.

Wir fahren über schönste kurvige Straßen, die leider zu klein sind um gefahrlos an den entgegenkommenden LKWs vorbei zu kommen. Die sind sehr zahlreich. Die Straße wird ausgebaut mit einem chinesischen Investor. Überall chinesische Zeichen und viel, sehr viel LKW-Verkehr. Also an jeder Ecke linsen, ob gerade einer kommt.

An der Tara Quelle machen wir Pause und fahren von da an immer entlang des Flusses in Richtung Norden. Langsam entwickelt sich die Taraschlucht. Riesig, aber leider können wir nur selten den total klaren Fluss sehen, die Strecke ist dicht bewaldet. Wir finden einen total schönen Campingplatz mit einem sehr netten Geschwisterpaar. Der Platz ist endlich mal wieder in einem sehr guten Zustand. Leider ist das Internet sehr mau …

51 – Teth

192 km – 14.059 km

Unser heutiger Campingplatz ist noch ein paar Worte wert. Erst einmal hatten wir einen total netten Begleiter. Der Hund war ein wenig klein für seinen Kopf und der Schwanz gehörte eher einer Ratte, aber es war echt ein Goldstück. Viel Spass mit dem kleinen gehabt! Das der Campingplatz als solcher … war gleichzeitig auch ein Hotel. Es stand zumindestens oben drüber. Die Zimmer des Hotels, die Toiletten des Campingplatzes – wahrscheinlich auch die des Hotels – und die Gaststätte waren unter einer Autobrücke gebaut. Wenn man unter die Decke in den Räumen guckte war das unbestreitbar. Das ganze war aber so hübsch angemalt, das man es gar nicht wahrnahm. Man achte auf die Fahrbahnabsperrung zum Fluss hin … die Albaner ….

 

 

Unsere Fahrt führte uns wieder durch die albanischen Alpen. Gewohnt schön mit tollen Offroadabschnitten. Wir waren begeistert. Die Fahrt ging vorbei an Shkodra -voll der arabische Flair, gewohnt chaotisch albanisch – in Richtung Teth.

Teth ist ein kleines Bergdorf mitten in den albanischen Alpen. Ich kenne es aus dem GS-Forum. Hier wird es immer als das Dorf mit DER Offroadstrecke schlechthin beschrieben. Es ist von Westen und von Süden erreichbar. Die Weststrecke ist inzwischen bis auf die letzten 15km geteert, die Südstrecke sind 60km Offroad mit großen Steinen, lockerem Kies, Spitzkehren und reichlich Steigung. Und wo wollten wir her? Natürlich die Südstrecke. Die ersten 15km waren eine wunderbare geteerte kleine Straße in die Bergwelt hinein. Super schön zu sehen und zu fahren. Und dann fing der Offroadbereich an. Nach gut 2km haben wir angehalten.  Die Steine sind echt groß, Steigungen und damit Spitzkehren hatten wir noch keine. Es war schon ganz schön anstrengend. Nun galt es, weiter fahren oder umkehren. Rainer entschied sich fürs umkehren, wir wollen uns am Campingplatz bei Teth wieder treffen. Volker und ich also mit flauen Gefühl weiter gefahren. Nach zwei Kilometern halten wir an. Puh, ist das anstrengend. Noch weiter 46km so weiter ohne zu wissen, wird es besser oder schlimmer (die Bilder sehen echt harmlos aus, war es aber echt nicht. EHRLICH!)

Nach 5km sehen wir dunkle Wolken vor uns. Leider haben wir kein Internet, wir wissen nicht was da auf uns zukommt. Aber Regen auf der Strecke … bloß nicht. Das gibt für uns den Ausschlag. Wir brechen ab und fahren Rainer hinterher. Wieder nach Shkodra zurück und einen neuen Anlauf auf Teth genommen. Diese Bergwelt ist fantastisch. Guckt euch das an:

Die letzten 15km dann wieder Offroad. Für uns noch gut beherrschbar, aber auch echt anstrengend. Ständig kommen uns Fahrzeuge entgegen, die albanischen Sprinter-Taxis, Offroad-Expeditionen mit 4×4 Fahrzeugen, echte Enduros mit viel Speed und viele Albaner mit Sharan oder Fahrzeugen mit ähnlich gut geeigneten Offroad-Eigenschaften. Wir sind dankbar, das wir nicht die 60km gefahren sind. Da sind uns nur albanische Sprinter-Taxis und Holzlaster entgegen gekommen – 3 Stück haben wir gesehen, auf der der Westroute waren es 30? –
Uns hat es gereicht und wir sind sehr glücklich diesen Weg eingeschlagen zu haben!


Morgen verlassen wir Albanien. Es geht nach Montenegro. Das Tara-Tal steht auf der Wunschliste, Kotor und der Durmitor National Park.

50 – Fähre auf dem Komanstausee

145 km – 13.870 km

Von Kukes sollte es durch die Albanische Alpen nach Fierze gehen. Dort wollten wir die Fähre auf dem Komanstausee erreichen und uns über den Stausee bis nach Koman schippern lassen. Es gibt an der Stelle keinen anderen Weg ausser den mit der Fähre. Auf dem 5km von dem Fährhafen entfernten Nature Campingplatz in Temal wollen wir den Tag beenden.

Auf dem Weg wieder Kinder, die einen abklatschen wollen. Auch sonst wieder fröhliches Gewinke und Daumen hoch zeigen. Unglaublich die Albaner! Kurz vor der Fähre machen wir noch eine Kaffeepause, wir sind zu früh dran. Unterwegs haben wir einen Radfahrer mit voller Gepäckausrüstung überholt. Er hält bei uns an und will an der nahen Quelle Wasser tanken. Die Quelle ist mit seinen Radschuhen nahezu unerreichbar und wir geben ihm von unserem Wasser. Es ist ein Libanese der von Paris nach Athen mit seinem Rad fährt. Er will ebenfalls die Fähre erreichen, wir wünschen ihm viel Glück. Wenig später überholen wir ihn, er soll die Fähre noch rechtzeitig erreihen.

An der Fährstelle ist das absolute Chaos. Es ist ein Kiesstrand der voll mit albanischen Taxi (Mercedes-Sprinter) und vielen anderen Fahrzeugen steht. Die Fähre kommt gerade an. Im hinteren Bereich ist mit einem Ständerwerk eine doppelstöckige Passagierkabine errichtet worden. So richtig austariert ist das ganze nicht, vermutlich hat das auch nie einer abgenommen. Ich kenne die Fähre aber schon von vielen Fotos und bin halbwegs beruhigt.

Dann fahren die Autos von der Fähre. Teilweise sind sie vorwärts eingeparkt, teilweise rückwärts. Dazwischen die Anhänger und die Motorräder. Jede Lücke ist genutzt. Der Platz steht voll, die neuen Mitfahrer drängeln schon nach vorne. Es dauert eine Weile, bis die Fähre entladen ist und es dauert genau so lange, bis sie wieder beladen ist. Besondere Aufgabe für die Fährangestellten sind diesmal drei lange Sprinterbusse. Die werden schön nebeneinander geparkt. Zuerst werden die äußeren Busse geparkt, zur Reling gut 10cm Platz. Mehr geht nicht wegen des begrenzt verfügbaren Rangierraum. Dann kommt der mittlere Bus. Es sind noch gut 6cm Luft, für beide Seiten. Aber die Besatzung hat die Ruhe weg. Pünktlich geht es die Fahrt los.

Drei Stunden dauert die Fährfahrt durch eine absolut geniale Landschaft. Wir sitzen unter dem Passagierhochbau auf unseren Motorräder die direkt an der Reling stehen. Anfangs werden wir noch von einem Fischerboot begleitet. Auch zwischendurch kann man immer wieder Boote sehen.

Zwischendurch sind einige Fährhaltestellen eingezeichnet. Wir befürchten schon das schlimmste. Anhalten und Teilentladungen mit langfristigen Rangierzeiten. Aber nicht so die Albaner. An den Haltestellen ist ein Motorboot aktiv, das bringt die Passagier zu dem Fährschiff und auch zurück an Land. An der ersten Haltestelle warten so viele Mitfahrer, das es zweimal fahren muss. Umgestiegen wird an der Rückseite des Fährschiffes wobei das Motorboot über desssen Spitze entladen wird. War leider nicht genauer zu sehen. Kurze Zeit später kommt noch ein Fischerboot das zwei Mitfahrer für das Fährschiff hat, hier wird aber an Längseite umgestiegen. Die können was die Albaner!

An der Endstation ist ein kleiner Parkplatz der bei Erreichen des Schiffes schon voll ist. Direkt hinter dem Parkplatz ein Tunnel – natürlich unbeleuchtet – in dem bereits ein Stau ist. Und jetzt kommen wir. Es dauert gut eine halbe Stunde bis die im Tunnel stehenden Fahrzeuge zurück gefahren sind bzw. in den Ausweichstellen des Tunnels stehen. Die können was …

Wir erreichen unseren Campingplatz und er ist … naja sehr naturnah. Zwei Räume mit jeweils einer Toilette, einem Waschbecken und einer Dusche. Immerhin noch mit einem Vorhang abtrennbar. Die können … Wir treffen ein paar GS-Fahrern, die von Teth kommen – unserem nächsten Ziel – und morgen mit der Fähre fahren wollen. Wir tauschen uns aus … Abends noch ein paar Bier und ein Essen vom Campingplatz. Wir sind satt geworden.

49 – wieder zurück in Albanien

191 km – 13.722 km

Um kurz nach 6 Uhr habe ich einen Spaziergang am Ohridsee gemacht …. Sandstrand mit ein wenig feinen Kies, kristallklares Wasser. Traumhaft! Die  Wassertemperaturen entsprichen leider nicht ganz meinen Vorstellungen für ein Bad. Ich gehe dann doch in die Campingplatzduschen mit etwas Widerwillen. Aber ein Fotos habe ich:

Wir fahren entlang des Ohridsees in Richtung Debar mit dem Tagesziel Kukes in Albanien. Der Weg führt uns entlang eines Stausee südlich von Debar, immer wieder schöne Aussichten auf den Fluss mit herrlicher KurvenStrassenführung.

Wir verlassen Mazedonien und reisen das zweite Mal in Albanien ein. Keine Veränderung. Schöne Landschaft, bei den Straßen muss man verflixt nochmal immer auf der Hut sein. Die Menschen sind freundlich, winken einem zu. Wir fahren an 6 Kindern vorbei die alle auf der Straße stehen und uns die Hände zum Abklatschen hinhalten. Ein Albaner mittleren Alters spricht uns an und fragt was wir hier wollen … ! Wir geniesen Landschaft, Straßen und das bisschen Begegnung mit den Menschen.

Albanien ist ein Mercedesland. Man kann hier die letzten 50 jahre der Mercedesentwicklung sehen und bestaunen. Okay, die ganz aktuellen Jahrgänge tragen eher ausländische Kennzeichen. In Kokes sassen wir sehr lange in einem Straßencafe an einer belebten Kreuzung. Wir schätzen die Gesamtfahrzeuge auf 10% Fabrikate anderer Hersteller statt Mercedes. Echt unglaublich!

Kokes ist heute unser Ziel. In der Umgebung gibt es keine Campingplätze und morgen wollen wir die Koman-Fähre in Fierze um 13Uhr erreichen. Darum haben wir uns in Kokes in ein Hotel eingebucht und haben bereits um 13Uhr eingecheckt. Nachmittags machen wir einen Rundgang. Was fühle ich mich dabei schlecht. So wie ein Eindringling in eine fremde Welt. Das ist nicht meins. Die Albanier sind total freundlich und nett. Sie sprechen einen an wenn man unschlüssig ist und wollen helfen. Hier in der Stadt ist jeder zweite Laden leer, jedem dritten Haus fehlen die Fenster aber sind teilweise doch bewohnt. Ich kann damit schlecht umgehen. Die Bilder stammen von unserem Rundgang. In den hinteren Ecken habe ich die Kamera weggesteckt. Da konnte ich keine Bilder mehr machen.

Der örtliche Baumarkt!

Das Letzte:
Die nächsten zwei Tage wird es voraussichtlich keinen Blog geben, beide anvisierten Campingplätze werden vermutlich kein Internet anbieten. Wenn euch langweilig ist, einfach viele Kommentare schreiben. Damit könnt ihr euch prima ablenken und ich freue mich nachher auch noch darüber.

48 – Drei Länder

349 km – 13.531 km

Der Preis für unseren Campingplatz war inklusive Frühstück … Da wir früh wach waren haben wir alles zusammengepackt und sind gegen acht Uhr zum Frühstück gegangen. Es gab starken Kaffee (der war so stark, das sogar ich ihn habe stehen lassen), Pflaumenmarmelade (nicht meins), salzige Butter (die war nicht leicht gesalzen sondern wirklich salzig), Schafskäse oder vielleicht auch Ziegenkäse (jedenfalls mit seeehr viel Würze) und zwei leckeren Spiegeleiern und recht frischem, leckeren Weissbrot. Wir wurden satt und konnten gestärkt unsere Tour beginnen.

Die Sicht von unserem Frühstückstisch, im Vordergrund sind die Forellen zu erkennen. Die gab es aber nur Abends.

Die Straße wurde immer größer und besser ausgebaut. In Enseke wollten wir tanken. Als wir in die Innenstadt fuhren machten uns die Menschen am Strassenrand gestikulierend klar, das wir in eine Sackgasse fuhren. Aber da lag doch unsere Tankstelle! Als wir anhielten, kamen schon die Ersten und zeigten uns, das wir rechts um die Stadt fahren mussten. Also los und .. die Strassen die wir auf dem Navi sahen und uns möglicherweise in die richtige Richtung gebracht hätten, gab es gar nicht. Wir näherten uns der Großbaustelle, weswegen wir nicht durch die Stadt kamen und einer der Bauarbeiter zeichnete auf Rainers Tank, wie wir zu fahren hatten. Okay, war halt nicht rechts rum sondern links um die Stadt. Da kann man sich schon mal vertun. War nicht so ganz einfach, aber wir haben den Weg gefunden und erreichten die Tankstelle.

Die weitere Strecke durch Albanien wurde echt anstrengend. Die Straßen immer besser ausgebaut und größer aber bei jeder größeren Ausfahrt oder auch Tankstell wurde die Geschwindigkeit von 80 auf 60, 40 und 20 km/h reduziert. Da fällt man doch schon fast um! Echt nervig und absolut nicht einsichtig. Es gab überhaupt gar keinen Grund so langsam zu fahren ….  ausser das da häufig Polizeikontrolle stattfanden. Zum Glück für uns, immer auf der anderen Seite.

Wir sind glatt durch Albaniern gekommen und erreichten noch einmal Griechenland. Kurz nach der Grenze waren zwei parallele Strassen in der Karte angezeigt. Die rechte war unsere ….. und führte uns direkt auf die neue und in auf dem Navi noch nicht dargestellte Autobahn, die natürlich in die ganz falsche Richtung führte. Erst nach zehn Kilometern konnten wir wenden. Shit! Sonst war Griechenland nach Albanien Erholung pur. Selbst die Straßen waren ganz Griechenland untypisch super ausgebaut und gut zu fahren. Das war dann unser letzter Aufenthalt in Griechenland. Und da habe ich noch eine kleine Besonderheit der Griechen. Die stellen auf allen Straßen kleine Altäre auf. Darin enthalten sind Heiligenbildern und Kerzen. Die Altäre werden wohl überall da aufgestanden wo jemand tödlich verunglückt ist. Hier eine kleine Auswahl …

Dann der Grenzübertritt nach Mazedonien. Der gestaltete sich schwierig. Das Navi zeigte eine wunderschöne Strecke genau in unsere gewünschte Richtung … die Straße wurde kleiner, wir kamen durch ein Dorf … wo nix los war, die Straße wurde ein Feldweg …. hier soll ein Grenzübergang sein? Und tatsächlich, wir haben ihn gefunden:

 Hinter der Absperrung waren die Grenzhäuser noch zu sehen, wir sind dann mal einen kleinen Umweg von gut 50km gefahren,  um einen offiziellen Grenzübergang benutzen zu können.

Mazedonien … wie beschreiben? Eine Mischung aus Griechenland und Albanien? Lange halten wir uns hier nicht auf. Wir fahren auf den  Prespasee zu und überqueren über einen Pass um den Ohridsee zu erreichen. Das Ziel für uns in Mazedonien. Die Fahrt ist ähnlich anstrengend wir in Albanien. Über weite Strecken Tempolimits von 40 oder 50 km/h ohne ersichtlichen Grund. Viel Polizeipräsenz und auch Geschwindigkeitsüberwachungen. Der erste Blick auf den Ohridsee ist großartig. Das Wetter meint es echt gut mit uns. Okay, ein wenig diesig ist es, aber wir wollen uns nicht beschweren.

Am Ohridsee besuchen wir noch das Kloster Sveti Naum, dort ist auch die Quelle des Ohridsees, die von dem benachbarten Prespaseee gespeist wird. Das Kloster gehört zum Weltkulturerbe und wird durch reichlich touristischen Beiwerk geschmückt. Wir gaben uns trotzdem einen Ruck und bestattet ihm einen Kurzbesuch ab.

Der Tag war schon weit fortgeschritten, der nächste Campingplatz war unserer. Eine riesige Anlage mit reichlich verlottertem Umfeld, Augen zu und durch.

 

47 – GR – Viskos-Schlucht

195 km – 13.182 km

Gestern waren wir noch in dem am Campingplatz anliegenden Restaurant Essen gegangen. Der erste Gedanke war, ob wir hier richtig sind? Das Lokal schien fast unbezahlbar, oder unser Bekleidung – FlipFlops, T-Shirt und kurze Hosen – war nicht für das Lokal angemessen. Wir haben uns trotzdem hingesessen und wurden teilweise von drei Kellnern bedient. Das Essen war hinterher nicht teuerer als auf unserem Campingplatz, aber es hat um Längen besser geschmeckt. Als wir das Restaurant verließen, haben wir den Haupteingang genutzt. Dort wurden wir von zwei Bodyguards ein wenig schief angesehen. Wir vermuten, das wir das Restaurant über den Dienstboteneingang betreten haben. Es war ein schöner Abschluss vom gestrigen Tag.

Heute haben wir uns zeitig auf den Weg zur Vikos-Schlucht gemacht. Auf dem Weg sind wir an einer alten Steinbrücke im nördlichen Pindos National-Park vorbei gekommen und haben ein paar Fotos gemacht. Ein sehr schönes Motiv, kann mich gar nicht entscheiden …

Und dann nähern wir uns der Vikos-Schlucht. „Die Schlucht ersteckt sich über eine Länge von knapp 10 km. Der Bach bzw. Fluss Vikos durchfließt die Schlucht und vereinigt sich am nördlichen Ausgang der Schlucht mit anderen Quellzuflüssen zum Fluss Voidomatis. Die Angaben über die maximale Tiefe der Schlucht differieren erheblich und schwanken zwischen 600 m und knapp 1.000 m. Im Guinness-Buch der Rekorde ist sie als tiefste Schlucht der Welt eingetragen, wobei das Verhältnis zwischen Tiefe und Breite als maßgebliches Kriterium definiert wurde.“ (Alles aus der Wikipedia)

Zwei Aussichtspunkte gibt es für den Einblick in die Schlucht. Wir haben beide aufgesucht. Beim ersten östlich liegenden muss man gut 20 Minuten  über einen kleinen Pfad laufen. Davon stammen die obigen Fotos, es sind heute ein paar mehr als sonst. Verzeiht!

Beim zweiten Aussichtspunkt haben wir unsere Mittagspause mit viel Obst und frischem Brot gemacht, natürlich mit frischen Kaffee!

Und dann war es vorbei mit Griechenland, es verabschiedete sich mit einem fantastischen Panorama:

Albanien! Ein fremdes unbekanntes Land, wir hatten/haben Respekt! Der Grenzübertritt war schon besonders. Die Griechen wünschten uns eine gute Reise und bei den Albanern suchten wir die Grenzbeamten erst vergebens. Die Schranke zu, neee da fahren wir jetzt mal lieber nicht drüber. Wo sind sie denn? Nach zwei Minuten kommt dann doch einer raus. One minute, hmmm will er sich noch die Hände waschen? Noch ein Grenzbeamter. Die selbe Info, one minute. Okay, es wurden dann eher zehn Minuten und nach Überprüfung aller Dokumente (Perso, Fahrzeugschein, keine grüne Versicherungskarte) konnten wir die Grenze überfahren.

Die ersten Eindrücke, erschreckend. Die Landschaft grandios, die Strassen anspruchsvoll, jeden Tag möchte ich die nicht fahren. Seht selbst:

Warum die Pferde und Maultiere die eigentümlichen Gestelle auf dem Rücken tragen … ? Wir haben es auf den ersten 40km in Albanien häufig gesehen.

Von den uns bekannten 20 Campingplätzen in Albanien war einer auf unserer Strecke, und was für einer. Eigener Pool – okay nicht sooo sauber – eigene Forellenzucht – sehr eindrucksvoll. Ob die Gänse auch … ? Das Essen schmeckte vortrefflich. Soviel Luxus hätten wir nicht erwartet!

Und ganz zum Schluss:
Der Balkan ist nicht EU und somit gelten hier nicht die neuen Roomingverträge. Dies betrifft insbesondere Albanien – Mazedoninen – Bosnien – Montenegro; Kroatien müsste gehen. Also kann in den nächsten ein bis zwei Wochen mal kein Beitrag erscheinen, wenn wir kein Wlan auf dem Campingplatz haben.

46 – GR – Orakel von Zeus

109 km – 12.987 km

Heute morgen haben wir Rainer beim Packen unterstützt. Der gestrige Plan seinen Reifen zu wechseln scheiterte, in Griechenland war Feiertag gewesen. So fuhr er heute um kurz nach Acht vom Campingplatz und steuerte den nächsten Reifenhändler an. Volker und ich packten unsere Sachen weiter und um halb neun waren wir Startbereit. Leider konnten wir den Platz nicht verlassen, weil wir noch nicht bezahlt hatten. Erst um Neun war die Rezeption wieder besetzt und erst dann konnten wir Rainer folgen. Als wir beim Reifenhändler ankamen, bezahlte er gerade. Das passte also ganz gut.

Heute hatten wir nur eine kurze Fahrt vor uns. Die Fahrt ging durch die Berge auf einer kleinen Straße mit vielen Dörfern. Es war nicht so anspruchsvoll, mit dem neuen Reifen passte es so gut und wir mussten uns nach 2 Tagen auch wieder vorsichtig an das Motorrad fahren gewöhnen. 😉

Dann unser Tageshighlight das „Zeus Orakel“ bei Dodona so ca. 3000 vChr gegründet. So richtig viel zu gucken gibt es nicht mehr. Die Zeitspanne imponiert und das in das Theater 18.000 Menschen gepasst haben sollten, hätte ich so auch nicht gedacht.

 

Wir waren dann schon um 13 auf dem Zeltplatz. Die sind hier in der Ecke echt rar gesät. Den Nachmittag habe ich meinen Kocher repariert.
Für die Hängematteneinsatz haben wir den Ernstfall geübt. Wie schützen wir uns gegen Regen? Also den Testaufbau gemacht, hoffentlich können wir es wiederholen.

Das war dann heute unser letzter Tag in Griechenland. Hat mir sehr gut gefallen und es gibt hier sicherlich noch vieles zu entdecken. Ich denke ich komme wieder!

44/45 – GR Blaurausch

251 km – 12.878 km

Gestern haben wir also die Insel Lefkada angesteuert. Kurz vor der Insel ein Stau. Wie gewohnt links dran vorbei, wir sehen riesige Yachten die Strasse kreuzen … ? Es ist gerade Ausfahrtzeit für den Hafen. Auf den ersten Blick sieht es wie eine klappbare Straßenbrücke aus, aber es ist ein Fährschiff, das bei der Ausfahrt für die Schiffe zur Seite fährt. So kann man es auch machen.

Wir fahren weiter über die Insel. Immer wieder Buchten die zum Baden einladen, wenn da nicht so viele Leute wären. In der Nähe der Badestrände kommt es immer wieder zu Staus, unglaublich die Massen. Wir verzichten und fahren weiter in Richtung Kap Lefkada um dort Mittagspause zu machen. Ein kleine Schotterstraße führt von Ponti über den Berg auf die Westküste von Lefkada und der erste Blick aufs Meer ist atemberaubend. Es ziehen sich hellblaue Farbflächen über das Meer, wer hat hier gephotoshoped?

Zwei Stunden bleiben wir am Kap, unglaublich dieses Blau. Die Insel Meganisi können wir leider nicht mehr anfahren, die letzte Fähre haben wir verpasst. Also leider keine Delphine. Das Untierrätsel hat Rainer gestern schon gelüftet, eine Gottesanbeterin auf der Terasse.

Auf dem Rückweg von dem Kap sind wir mitten über die Insel Lafkada gefahren, schöne Landschaft über kleinste Wege. Teilweise fragten wir uns in den Dörfern, ob das der richtig Weg sein kann. War er aber und wir passten durch, mit einem normalen Auto hätte ich dort nicht fahren mögen

Hier noch ein paar Bilder von unserer Fahrt auf der Insel.

Immer noch traurig, aber jetzt farblich optimiert! Ob das mehr PS bringt wegen besserer Aerodynamik?

Die nächsten Tage sind geplant. Es geht morgen zu dem Dodona Theater / Zeus Orakel und dann auf den Campingplatz in Ioannina, am nächsten Tag besuchen wir die naheliegende Vikouschlucht und fahren dann nach Albanien auf einen Campingplatz nahe der griechischen Grenze um am dritten Tag an dem Ohridsee an der Grenze zwischen Mazedonien und Albanien zu nächtigen.