Heute war nichts tun angesagt. Gammeln, Strand gucken, Schwimmen, Füße hoch, bischen am Mopped schrauben, Lesen …. Herrlich! Haben wir uns verdient und unser Campingplatz ist dafür bestens geeignet. Er ist sehr groß und man liegt recht dicht beieinander, aber wir bekommen von unseren Nachbarn nur wenig mit. Unser Platz liegt den ganzen Tag im Halbschatten, bis zum Strand sind es keine 100m und die Bar liegt auf dem Weg! Was will man mehr?
Von daher gibt es heute nicht viel zu berichten. Aber ich habe noch ein paar Fotos von gestern. Die Anfahrt zu den Felsenklöstern haben wir für eine Fotosafari genutzt und die bizarren Felsformation abgelichtet.
Oben angekommen haben Rainer und ich dem Kloster Megalo Meteoro einen Besuch abgestattet.
Und dann, wie schon von Volker berichtet, die kreuzenden Steine.
Mein Mopped sieht jetzt endlich nicht mehr so komisch aus, mit verbogenen linken Blinker. Ich habe die Symmetrie wieder hergestellt, seht selbst:
Und zum Schluß noch ein paar Bilder von unserer Fahrt zum Mittelmeer, wunderschöne Landschaft und griechische Strassen in bekannter Qualität.
Die nächsten Tage wollen wir die Víkos-Schlucht und das Theater des Zeus-Orakels von Dodóna als Tagestour besuchen, beides in der Nähe von Ioannina. Dann steht noch die Halbinsel Lefkada auf dem Programm mit der möglichen Erweiterung der Insel Meganisi, mal gucken wie das zeitlich passt. Zuletzt ist noch ein Tag für den Reifenwechsel von Rainers Hinterrad eingeplant und die Optimierung seines Seitenständers beim dörflichen Schmied. Und dann geht es so langsam weiter in Richtung Albanien.
Puh, war das ein Nacht. Ich war selig eingeschlafen und gegen 2 Uhr das erste Mal wach. Warum … ? Ich muss doch gar nicht! Knack. Hups, hinter mir ein Geräusch. Und dann noch einmal. Öhh, ganz schön was los hier. Aber zum Glück keine Hunde die sich die Taschen voll erzählen. Die kennen wir ja schon zur Genüge. Im weiteren Verlauf werde ich häufiger durch leise Geräusche wach, mal hier ein Tapsen und dort ein … Wiesel am fiepsen? Dann gegen Vier plötzlich Hundegebell. Bestimmt keine 30m von uns. Der Hund bellt und bellt, wird langsam heiser und will partout nicht abhauen. Dabei habe ich gar kein Interesse an seiner Geschichte. Ich glaube nach einer viertel Stunde hat er es endlich gemerkt und zog ab. Und die anderen? Rainer dachte sich nur, wie gut das ich nicht in der Hängematte … und Volker hat selig geschlafen und nichts davon mitbekommen!
Den Rest des Tages haben wir den griechischen Straßenbau genossen. Wie wir heute vestellen konnten, sind die gummierten Strassen auch ganz vorzüglich in Kurven zu fahren. Die Straßen glänzen leicht schwarz, vermutlich von dem Gummiabrieb. In Kurven führt das unweigerlich zum Rutschen. Gott bewahre so eine Straße bei beginnenden Regen befahren zu müssen.
Ansonsten die üblichen Verdächtigen, Split weit in die Fahrbahn hinein insbesondere in Kurven, Schlaglöcher und Tiere. Aber auch in Griechenland müssen neue Warnschilder geschaffen werden. Warnung vor tieffliegenden Störche hatten wir schon. Jetzt hier in Griechenland ganz neu … querende Steine getarnt als Schildkröte. Zwei Stück habe ich heute gesehen, gut 15cm groß. Die möchte ich nicht in der Kurve vor dem Vorderrad haben.
Thema Tiere …. kommen wir an einer Ziegenherde vorbei. Nichts neues. Langsam ran fahren, Keil bilden und gucken das keiner plötzlich die Richtung wechselt. Ganz vorbildlich also sind wir da durch … und am Ende stehen die Hunde. Die bellen mich an und verfolgen mich. Dabei habe ich doch alles richtig gemacht. Und die waren echt groß. Puh, schnell am Gasgriff gedreht und weg.
Unser heutiges Tageshighlight sind die Klöster von Meteora. Die erste Sicht auf die Felsenformationen mit den Gebäuden war unglaublich … schön. Wir waren hin und weg. Beim Versuch einen besonders schönen Platz zu erkunden fällt mir mein Motorrad um. Sofort sind drei Griechen um uns herum und helfen das Motorrad aufzuheben und fragen ob wir weitere Hilfe benötigen. Echt nett! Eigentlich nichts passiert, aber jetzt guckt meine Kuh auch ein wenig traurig.
Wir beschließen uns einen Campingplatz zu suchen und dann heute oder morgen die Klöster zu besuchen. Bei der Weiterfahrt sind unglaubliche Felsformationen zu sehen Wir freuen uns schon …
Der letzte Tag in Bulgarien, der letzte Morgen. Wir rauschen über wünderschöne kleine Strasse und sanfte Hügel ganz allein durch die Berglandschaft. Überall werden Tabakpflanzen angebaut und es gibt Ständerwerke zum Trocknen der Tabakblätter. So nett habe ich Bulgarien selten wahr genommen. Kurz vor der Grenze werden wir von der bulgarischen Grenzpolizei angehalten. Da wird man doch nervös, nach der Passkontrolle geht es aber weiter.
An der BG/GR Grenze müssen wir erstmals die Helme bei der Passkontrolle abnehmen, bisher ein Novum.
In Griechenland angekommen erschlagen uns erstmal die riesigen Strassen und Häuser. Es gibt Farbe für die Häuser und es wirkt nicht mehr so verfallen. Und ganz wichtig, es gibt nicht mehr so viel Müll in der Landschaft und in den Orten. Sehr angenehm. Das hat mich im Osten echt angenervt.
Die Dörfer sind viel belebter. In den Strassencafes treffen sich die Menschen, egal ob Dorf oder Stadt. Die Straßen haben ein paar bisher noch nicht erlebte Besonderheiten. Klar, Schlaglöcher, Unebenheiten das es einen aus den Sattel herausgebt und rasende Griechen gibt es wie im Osten. Die Besonderheit sind die mit Sandsäcken befüllten Schlaglöcher, sehr innovativ! Wir haben es nicht ausprobiert … Und dann die Splitstrassen. Die werden gemacht wie überall mit der Besonderheit das der Split auf ewig liegenbleibt und zwar bevorzugt in dem Kurvenäusseren. Teilweise ist nur noch die halbe Fahrspur da. Unglaublich und schwer fahrbar weil unberechenbar.
Bei Edessa haben wir uns die Wasserfälle als Tages-Höhepunkt herausgesucht. Bei den Temperaturen um die 40Grad ist es schwer sich zu motivieren. Aber der Ausflug hat sich gelohnt. Es stürzen mehrere Wasserfälle einen Abgrund herunter, der größte – Karanos – fällt 70m herunter. Okay, da kann er mit dem Vøringsfossen nicht mithalten, beeindruckend ist es trotzdem. Und schön kühl bei den Termperaturen.
Danach machen wir uns auf die Zeltplatzsuche. Viel zu spät! Der erste Campingplatz ist ein Platz ausschließlich für Pfadfinder. Der Leiter ist leider nicht dazu überreden, uns für eine Nacht auf dem Platz aufzunehmen.
Aber wir hatten auf der Anfahrt schon Ausweichplätze gesehen. Viel Lust eine zweite Nacht im Wilden zu campen hatten wir nicht. Aber es war schon halb sieben und der nächste Campingplatz hätte in 50km Entfernung sein können. Das kannten wir schon und so fuhren wir in einen kleinen Waldweg ganz harmloser Art und zelteten auf einer kleinen Lichtung. Da der Platz ein wenig beengt war hat Rainer mein Notzelt genommen und Volker und ich haben in der Hängematte genächtigt. Ich bin schon um halb zehn dem Schlaf verfallen. Gute Nacht und kein Blog!
Wir hatten das Problem, das wir für Griechenland keine Idee abspeichert hatten, was wir uns ansehen wollten. Wo sollten wir über die Grenze? Bei der Suche sind wir dann noch auf einen Routenschinpsel unserer gemeinsamer OneNote-Europatour Datei gestolpert. Der Pirin Nationalpark in der 3Länderecke BG-GR-MNE. Auf der Seite von tremolo war ein Passfahrt beschrieben, von der wir sofort Feuer und Flamme waren. Das längste Stück Gerade ist knapp 1km lang, so viel! Wie tremolo beschreibt, es erinnert an die Ardeche. Unterwegs an einen der Stauseen angehalten und unsere Mittagspause gemacht. Zum Glück war es aufgrund der Höhe von knapp 1000m nicht ganz so heiß.
Heute sollte unser letzter Tag in Bulgarien sein. Hier die letzten Impressionen unserer Fahrt:
Bei Dospat waren wir reif für einen Campinplatz. Oberhalb von Dospat liegt ein See in nord-südlicher Richtung, rund 30km lang. Jeweils am Anfang und am Ende soll sich ein Campingplatz in 3km Entfernung zu dem jeweiligen Ende befinden. Dazwischen ist eine graue gestrichelte Linie. Grau gestrichelte Strassen/Wege kennen wir. Alternativ kann man die Strecke zurück und dann auf der anderen Seite des Sees eine gelbe Strecke fahren. Nun könnt ihr raten, was wir gemacht haben als wir den Campingplatz gefunden haben! Richtig, wir sind die graue Strecke gefahren. Der Campingplatz war so klein, das er keinen Platz mehr für uns hatte. Hmmm, links und rechts neben dem eingezäunten Campingplatz sind ganz viele Zelte. Da können wir doch gucken wo wir einen Platz finden. Ist in Bulgarien nicht Wildcampen verboten? Egal, was die können, können wir schon lange. Wir haben ja keine hohen Anforderungen an einen Campingplatz. Ebener Grund, ohne Mücken, Aufspannmöglichkeiten für mindestens eine Hängematte und natürlich mobiles Netzt mit mindestens 3G und 3 Balken Ausschlag. Der alternative Waldweg entpuppt sich jedenfalls als schlimmste Strecke die wir bisher gefahren haben. Da er aber topfeben war, war noch gut zu bewältigen. Wir hatten viel Spass auf der Fahrt. Am See entlang waren alle brauchbaren Plätze bereits belegt oder so vermüllt, das wir keinen Spass daran hatten. Als wir am zweiten Zeltplatz ankamen war natürich keine Spur von ihm zu finden. Da wo er sein sollte, guckten uns die Anwohner nur mit großen Augen an. Und nein, es lag nicht an unserer bulgarischen Sprache, die Anwohner konnten gut englisch.
Auf der anderen Seeseite hatten wir bereits weitere Zelte gesehen. Also nochmal weiter. Die gelbe hochwertige Straße entpuppte sich als übelste Strasse die wir in der ganzen Zeit im Osten gefahren sind. So stelle ich mir den Autoput vor. Die entgegenkommenden LKWs müssen die gesamte Fahrbahnbreite nutzen, um den Schlaglöchern ausweichen zu können und nicht das Fahrwerk zu beschädigen. Direkt an dem See finden wir nichts, es ist viel eingezäunt. Wir fahren auf der anderen Seite der Straße in einen Waldweg hinein und werden direkt fündig. Abends wird eine Kuhherde netterweise um uns herum in einem großen Abstand von der Hirtin getrieben. Danke! Und dann fährt noch nachts zweimal ein Pickup an uns vorbei, eine halbe Stunde später kommt er mit einer Kuh auf dem Pickup zurück. War wohl ihre letzte Fahrt. Sonst ist Stille. Herrlich.
Zeltplatzsuche. Was ist an der Parkposition auszusetzen? Stecht!
Bei der Zeltplatzsuche sind leider zwei Dinge dumm gelaufen. Erst wurde kurz nach unserer Ankunft der Ausblick auf den See durch ein grau-oranges Hotel verbaut und dann stellten wir noch fest, es gibt kein ausreichendes mobiles Netz. Heute also kein Blog – live!
Links im Bild kann man den Neubauhotelkomplex erkennen!
Gestern waren wir wildcampen und hatten kein Netz um einen Beitrag zu schreiben. Heute sind wir bei 40Grad bis 19:30 unterwegs gewesen um einen Zeltplatz zu finden . Wir sind echt fertig, heute geht nichts mehr. Morgen wollen wir an die griechische Mittelmeerküste bei Parga. Das wird auch ein langer Tag, kann also noch länger dauern mit dem nächsten Beitrag.
Ein ganz normaler Tag: früh raus, frühstücken, packen und los. Erst viertel vor Acht und das ist gut so. Der erste Campingplatz in Südbulgarien in unserer Richtung liegt in 380km Entfernung. Und es soll wieder warm werden. Kurviger.de hat uns eine Route geplant der wir erwartungsvoll entgegen sehen. Es sind kleine Straßen, wieder werden wir hauptsächlich an den Dörfern vorbei geführt. Schön zu fahren, aber man bekommt so weniger mit.
Die erste Pause machen wir nach rund 100km an einer schönen Felsformation bei Dobromir. Von der Brücke sehen wir wie ein kleiner Schotterweg direkt an den Fluss mit Sicht auf die Felsen führt. Kaum sind wir da ist die Entäuschung riesig. Alles voller Müll. Wir suchen uns einen schattigen Platz ohne schöne Sicht und ohne Müll.
Nach der Pause hatte kurviger.de dann doch noch eine Überraschung für uns. Die Route führte über ein 4 spuriges Gleisnetz, leider ohne Bahnübergang. Die Anwohner liefen einfach über die Gleise. Wir überlegten kurz die Schottersteine zu einem Übergang zusammenzutragen, haben dann aber doch davon abgesehen und sind zum nächsten offiziellen Bahnübergang gefahren.
Kurze Zeit später wurden wir von kurviger.de noch mit einer schönen Offroad-Strecke verwöhnt diesmal ohne besondere Vorkommnisse. Die Gegend wurde immer trockener, riesige Sonnenblumenfelder, viele verlassene Häuser. Bulgarien erscheint uns nochs ärmer als Rumänien.
Der Campingplatz ist ein Volltreffer. Wir sind ganz alleine auf dem komfortablen Platz. Geführt wird er nicht von einem Holländer sondern von einem Britten. Nachdem die letzte Nacht mit der Hängematte schon viel besser war, habe ich auch heute die Matte aufgehängt und Volker will heute auch testen.
Pausentag! Volker ist einkaufen, Rainer jagt Geocaches und Horst schreibt den Blog. Man muss ein wenig mit dem Schatten wandern, aber mehr geht nicht. Ausser natürlich im Meer baden. Heute, am Montag, ist auch nicht mehr soviel los am Strand. Wir sind fast allein.
Gestern haben wir Volker Zelt und mein Reservezelt aufgebaut. Für Rainers Hotelzelt wäre kein Platz gewesen oder wir hätten erst unsere Steineräum-Klappspaten auspacken müssen. Und dann bin ich noch auf die wahnsinnige Idee gekommen mein Hängemattenset auszuprobieren. Die Hängematte hat im Boden einen Einschub für die Isomatte und auf der Oberseite ein Moskitonetz. Leider habe ich es versäumt vor dem Essen im Campingplatz-Restaurant die Matte aufzubauen. So musste ich nach Ausgibigen Essen und Bier trinken alles im Dunkeln richten. Fast zum ersten Mal und darum auch nicht so richtig doll geworden. Die eine Seite hing viel zu hoch und so hatte ich in der Nacht dann Probleme eine richtige Liegeposition zu finden. Heute morgen habe ich alles optimiert und werde es kommende Nacht wieder probieren. Ich bin gespannt.
Durch die unruhige Nacht war ich bereits um halb sechs unterwegs auf Fotosafari. Leider erst kurz nach Sonnenaufgang. Hier die Bilder unserer Umgebung.
Volker ist ein Freund des Toastbrotes und hat auf unserer Reise schon öfters versucht das Brot direkt auf dem Benzinkocher zu rösten. Funktionierte recht gut, aber ausser ihm wollte es keiner so recht essen. Da heute morgen ein wenig Leerlauf herrschte, überlegten wir ,wie man das Problem lösen kann.
Es gab schon einmal die Idee mit der Fischgrillzange aus dem Grillzubehör. Da ist das Brot nicht mehr ganz so nah am Kocher und man hätte eine größere Chance auf ein nicht verkohltes Brot. Leider ist das Brot noch immer direkt den Verbrennungsgasen ausgesetzt.
Dann hatten wir schon unseren Edelstahlkochtopfdeckel genutzt. Da brannte das Brot so was von schnell an und hinterließ zudem kaum mehr entfernbare Kohlestücke auf dem Deckel, das wir von der Lösung seit dem absehen.
Und heute dann die neueste Idee. Meine Seitenständerunterlage fristet seit dem Umtreiben der Schraubenkobolden ein tristes Dasein in meinem Tankrucksack. Warum nicht das Brot auf … gesagt getan. Mangels Toastbrot musste heute morgen eine Vollkornscheibe dran glauben. Okay, sieht auf dem Foto nach einem Stück Fleisch aus, ist es aber nicht. Ihr könnt mir glauben! Wir werden berichten, wenn wir neues Brot zum Testen haben.
Da voraussichtlich heute außer in der Hängematte liegen, am Strand liegen, im Meer baden und Abends Essen gehen mit Unterhopfungsbekämpfung nichts passieren wird werde ich mir den Rest des Tages Blogschreiben frei machen.
Die Hotelübernachtung war nun doch nicht so gut wie gedacht. Erst muss man seine ganzen Sachen, die lose auf dem Motorrad sind, hochtragen – und natürlich am nächsten Tag wieder zurück – und dann wurden wir die ganze Nacht von unliebsamen Zimmergenossen belästigt. Ich hatte allein am rechten Ellbogen fünf Mückenstiche auf einem Quadratzetimeter. Beim Frühstück im fensterlosen Raum vermissten wir die frische Luft und die bequemen Stühle. Unsere Tischplatte wackelte jedes Mal 2,5cm, wenn man sich abstützte. Dabei hatte das Hotel 4 Sterne. Hmm, rumänische Sterne?
Nachdem wir gestern bereits 450km gefahren hatten – nicht ganz freiwillig – brauchten wir heute nur noch 180km fahren. Wieder hatten wir eine kurviger-Route geplant, die uns heute auf brauchbaren Straßen zum Ziel brachte. Aber zuerst mussten wir die Donau überqueren und die Grenze überschreiten. Die Fähre hatte schon einige Jahre auf dem Buckel, brachte uns aber letzten Endes sicher auf die andere Seite der Donau.
Der Grenzübertritt war ein wenig merkwürdig. In gewohnter Weise sind wir direkt mit den Motorrädern an der Autoschlange vorbei bis ganz nach vorne gefahren, soweit es ging. Schon kommt ein Zöllner an und … will unsere Papiere haben. Auch die umgebenden Autofahrer geben ihre Ausweise ab. Mit dem großen Haufen zieht er ab, hoffentlich bekomme ich meine Unterlagen zurück. Nach und nach rücken die Autos auf und bald sind wir an der Reihe. Zuerst bekommt Rainer, der hinter uns steht, seine Ausweise. Dann soll Volker rechts ran fahren auf die andere Spur??? Was ist denn jetzt los? Wie sich herausstellt sind zuerst die Unterlagen der hinter uns wartenden Autos fertig und die sollen wir vorbei lassen. Was da immer so los ist im Kopf …
Die ersten Meter in Bulgarien unterscheiden sich nicht wesentlich von Rumänien. Scheinbar werden mehr Umgehungsstraßen für die Dörfer geplant und die Dörfer sind nicht nur an der Straße angesiedelt. Das ist schon mal sehr schön. Die Schlaglöcher scheinen auch nicht mehr so zahlreich und tief zu sein. Die Sonnenblumenfelder sind viel riesiger als wir es in der Slowakei hatten. Entlang der Straßen sind häufig viele Bäume gepflanzt, eine Wohltat bei der Hitze.
Kunstobjekte direkt hinter dem Grenzübergang:
Den ersten Campingplatz, den wir anfahren, ist einer von den Osmandkartenwerk. Es gibt fünf Fahrspuren, alle durch Schranken abgesichert. Der erste Schattenplatz ist unser und wir planen neu, das wollen wir uns nicht antun. Die Niederländische Campingseite angeklickt und wir haben ein neues Ziel. 10km noch bis Camping Laguna, hört sich erstmal gut an. Und so ist es auch. Die sanitären Anlagen sind … katastrophal, aber unser Platz hat den ganzen Tag Schatten, es sind nur 50m bis zum Strand, das Restaurant ist super, einen Hängemattenplatz gibt es auch und der Zeltplatz ist eben. Okay, es hätten weniger Steine sein können und die Heringe mussten auch mit dem Beil eingetrieben werden. Aber wir sind zufrieden und buchen sofort für zwei Nächte.
Eine Woche sind wir nun in Rumänien unterwegs. Was für ein Land, was für Eindrücke. Zwischendurch dachte ich, ich hätte mich daran gewöhnt wie die Menschen hier leben. Aber dann sind wir heute wieder durch ein Dorf der Sinti und Roma gefahren, die an/unter der absoluten Armutsgrenze leben. Ich hatte ein echt schlechtes Gefühl mit meinem Motorrad durch deren Dorf zufahren und ihr Leben zu stören.
Erstmals bin ich so extremen Temperaturen ausgesetzt worden. Bis zu 38 Grad im Schatten. Man gewöhnt sich so langsam an die Temperaturen und empfindet es gar nicht mehr als sooooo schlimm. Morgens fühle ich mich auf dem Motorrad pudelwohl, richtig erfrischend. Das Thermometer zeigt zu dem Zeitpunkt bereits 31 Grad an.
Und dann natürlich die Straßen. Soviele Schlaglöcher, unbefestige Strassen und nicht relevante Geschwindigkeitsbeschränkungen haben ich noch nicht gesehen. Heute sind wir eine Kuppe angefahren. Die Straße war mit wenig Schlaglöchern versehen, man konnte es einigermassen laufen lassen. Irgendwie kam es mir suspekt vor und ich bin vom Gas … Und siehe da, direkt hinter der Kuppe ein großes Loch und es ging auf Schotter weiter. Mann, wofür gibt es diese Schilder … Vor Kurven warnen sie, maximal 40 km/h soll man fahren. Der Krümmungsradius der Kurve geht meist gegen unendlich und die Kurve ist kaum wahrnehmbar.
Bisher haben wir unsere Routen immer mit Basecamp oder Osmand geplant. Gestern, beim Ruhetag, kamen wir auf die geniale Idee mal Kurviger.de zu testen. Tatsächlich, auch in Rumänien funktioniert die Seite. Rasch eine Strecke zusammengeklickt und heute hatten wir sie getestet. Schöne kleine Nebenstrecken hat er uns zusammengestellt, relativ wenig Dörfer. Wir waren recht zufrieden und dann kam noch eine schöne Offroadstrecke. Nicht zu schwierig und nicht zu leicht. Ein Auto fuhr vor uns her. Dann kommen wir auch durch, so dachten wir. Der Weg wurde immer schmaler, er verzweigte sich und dann waren wir nicht mehr auf dem Track sondern einige Meter davon entfernt. Aber die grobe Richtung passte, also weiter. Und weiter … und … hups. Da geht es aber abwärts und dazu tiefe Spurrillen. Hmmm, doch mal lieber zu Fuß erkunden …. Das soll gehen, einer nach dem anderen abwärts. Hinter der nächste Kurve dann viele Spuren nebeneinander teilweise mit Wasser gefüllt. Wieder zu Fuß erkundet und glatt 20cm im Schlamm versunken. Okay, da ganz rechts müßte man durchkommen. Geschafft … und so ging es weiter und weiter und wir nähern uns wieder dem Track und sehen eine größere Strasse zum Greifen nahe. Leider war da ganz frisch ein Graben gezogen. Kein Durchkommen, ca. 50cm tief und 50 cm breit. Und das nach rund 8km Offroad. Da noch mal zurück? Neee, also Klappspaten raus und Äste zusammengesucht und nach 15min hatten wir uns eine Furt gebaut. Puh, Kurviger.de! Das nächste Mal schauen wir genauer hin was du uns vor den Reifen wirfst.
Jetzt ein wenig im Fahrtwind abkühlen und dann Pause machen. Wir verlassen die Karpaten und tauchen in die Tiefebene um Bukarest ein. Kilometer weit kein Baum, kein Schatten. Hier Pause machen? Es weht kein Lüftchen, allein der Fahrtwind ist da. Der wirkt so bis 70 km/h als kühlendes Medium. Bei höheren Geschwindigkeiten habe ich das Visir zugemacht, weil der warme Wind im Gesicht unerträglich ist. Kenne ich sonst nur von Winterfahrten ….Weiter und weiter bis wir nicht mehr können und am Dorfende an einem im Schatten liegenden Zaun anhalten. Endlich Pause. Von den Anwohnern wird uns direkt kühles Wasser angeboten, das wir dankend annehmen. Trinken, Obst und Gemüse essen und abkühlen. Dann geht es weiter. Die Landschaft hat sich total verändert. Es geht durch ein Gebiet der Petro-Industrie, keine Schönheit.
So langsam gucken wir uns nach einem Campingplatz um. Der nächste ist in 80km Entfernung, sagt Osmand. Wir lassen es rollen und kurz vor 17 Uhr erreichen wir die Position. Wo ist der Campingplatz? In Rumänien sind Campingplätze rar gesät, häufig sind es gar keine Zeltplätze sondern nur Hütten, die vermietet werden. Und genau solche Hütten stehen hier, nur leider total verwahrlost und von der Natur bereits überwuchert. Bei den niederländisch geführten Campingplätzen hatten wir eine Internetseite erhalten, die echte Campingplätze auflistet:
http://www.campings-in-bulgarije.com
Leider ist in dieser Ecke Rumäniens keiner aufgeführt. Also den nächsten von Osmand anfahren. Nochmals 80 km bis Silistra. Aber auch da ist kein Campingplatz zu finden. Es droht dunkel zu werden und im Dunkeln soll man wegen unbeleuchteten Pferdefuhrwerken, Tieren und Schlaglöchern sich nicht fortbewegen. Also das nächste Hotel angefahren und um 21 Uhr sitzen wir im Restaurant und kühlen mit reichlich Bier und leckerm Grilltellern.
Ein Tag Pause hatte ich mir morgens beim Aufstehen gewünscht. Da hatte ich Rainer was eingebrockt. Der hatte schon Schlafsack und Isomatte eingepackt und dann kam ich mit der Idee einen Tag länger zu bleiben. Da muss ich noch was gut machen. … Die Idee wurde angenommen, gegen die Sonne haben wir das Tarp aufgespannt. Zusätzlich ging auf dem Campingplatz fast immer ein leichter Wind, so daß der Tag trotz der Hitze halbwegs erträglich war. Pausentag ist Wäschetag, so auch heute. Wobei bei den aktuellen Temperaturen jeder Tag Wäschetag ist. Wenn man abends am Campingplatz bei 35-40 Grad ankommt ist man jedes mal durchgeschwitzt. Spätestens wenn man die Zelte aufgebaut hat und das Bett gemacht ist. Beim Duschen werden die paar Sachen, die man noch an hat, eben durchgewaschen.
Und der Rest des Tages? Rainer und ich sind einkaufen gefahren und haben auf dem Weg noch zwei Geocaches gesucht. Leider wurden wir nicht fündig. Und dann war da plötzlich die Meldung das Euroturn wieder aufrufbar ist. Da ging der Abend dann für das Blogschreiben schnell vorbei.