60 – Höhlen von Skocjan

332 km – 16.191 km

Der nächste Kandidat … mangels Werkzeug kann die Helmkamera nicht auf den OP-Tisch. Gestern ist bei dem Regen Wasser in die Kamera eingedrungen. Aktuell trocknen wir noch … vermutlich wird hier der nächste Sterbefall zu beklagen sein …. Wir haben aber noch zwei Kameras. Es werden also noch Fotos auf der Strecke gemacht. – Heute morgen ist dann doch noch geeignetes Werkzeug aufgetaucht, aber erstmal trocken.

Nach der Soca also die Höhlen von Skocjan. Unser erster Weg endet auf einer Wiese, Basecamp sei dank. Mit ein wenig Hirnschmalz und der Verwendung der Hinweisschilder finden auch wir den Eingang zu den Höhlen.
Liebe Balkanreisende (Kerstin und Claus), auch hier kann man sehr gut anhalten. Zu jeder vollen Stunde ist eine Führung. Die dauert zwischen 1,5 und 3 h je nach dem gewählten Programm. Aus unserer Sicht umbedingt empfehlenswert!
Klar, ist auch ein Tropfsteinhöhle, aber die Höhle ist echt gigantisch. Man denkt, man ist in dem Film „der Herr der Ringe“ – „du kommst hier nicht durch“. Echt faszinierend, die Größe und Dimensionen. Teilweise sind noch alte Wege von der Ersterschließung vorhanden. Echt schön und darum mal wieder viele Fotos …

Wir fahren weiter in Richtung Kroatien. Unser Fernziel ist Zadar. Volkers Jacke wartet dort seit Samstag auf seinen Empfänger. Wir wollen noch eine Nacht am kroatischen Mittelmeer verbringen. So der Plan. Anfangs ist sehr viel Verkehr. Alle Campingplätze sind direkt an der Straße, die direkt am Meer entlangführt. Da haben wir keine Lust mehr darauf. Autos, die die ganze Nacht durch das Zelt fahren. Das muss nicht sein. Die Küstenstraße ab Senj ist spitze. Der richtige Belag mit der richtigen Kurvenkrümmung. Es ist auch nicht mehr ganz so viel Verkehr so das man es laufen lassen kann. Es macht richtig Spass … so viel, das wir uns Zadar viel schneller nähern als wir dachten.

Um kurz nach 18Uhr sind wir an der Poststelle und die Jacke war wirklich da. Anprobiert .. passt. Die alte ins Paket und Retoure. Wir machen uns auf zum Fährhafen. Und so heißt es nun: „Bella Italia“

59 – Soca

247 km – 15.859 km

Wir sind in der Nacht nicht von Bären belästigt worden. Es sollen in Slowenien 500 Braunbären existieren. Ein wenig Bammel hatte ich schon. Eigentlich hätten wir unter der Skistation kein Zelt benötigt, aber es ist mir dann schon wohler gewesen.
Den Morgen haben wir in der Bergwelt gestartet. Die Wolken über uns, viel Dunst, wenig Sicht. Die umliegenden Berge waren verschleiert. Dann erklommen wir die Berge und machten den Aufstieg durch die Wolken und plötzlich gucken wir von oben herab. Schön so früh unterwegs zu sein und schön hier in Slowenien.

Von Kraniska Gora aus erklommen wir die julischen Alpen am Prisnak entlang aus. Der Berg Prisank hat ein 50m hohes Fenster – leider ist mein Foto unbrauchbar – und darüber hinaus hat er ein Gesicht im Fels, das wir gar nicht gesehen haben! Von dem lese ich erst jetzt in der Wikipedia. Machmal sollte man sich besser vorbereiten … Knapp 50 Kehren hat der Pass. 20 beim Aufstieg, die alle gepflastert sind. Das nimmt einen ein wenig die Fahrfreude. Und auf der Abfahrt dann die fehlenden 30, alle wunderbar geteert. Man kann hier schnell fahren, man kann aber auch die Aussicht geniessen. Wir haben eine Mischung von Beiden gemacht.
– Liebe Kerstin, Lieber Claus, wenn ihr euren Weg in den Balkan plant, hier ist ein wunderbarer Einstieg. in Richtung des Balkans. –
Und das nicht nur wegen der Passfahrt. Nach dem Pass stößt man auf die Soca. Der Fluss ist kristallklar und wunderschön. Es ist eine Wildwasserstrecke und es führt über eine lange Strecke ein Wanderweg an der Soca entlang. Auf halber Strecke haben wir Mittagspause gemacht, Stuhl und Hängematte aufgebaut. Ich wollte den Kanuten zusehen … leider sind in meiner Wachphase nur 6 vorbeigekommen, dafür hatte ich einen sehr erholsamen Mittagsschlaf.

Es ging weiter über kleinste weisse Strassen, die sich im Verlauf als unbefestigtee Wege entpuppten. Endlich wieder Offroad, hatten wir ja schon lange nicht mehr. Kilometerlang durch den Wald gepest. Als der Weg wieder geteert war, ging es sehr eng zu. Minitunnel sind in den Fels gehauen. Als Moppedfahrer wunderschön, als Autofahrer möchte ich dort nicht unterwegs sein.

Abends dann wieder das übliche Campingplatzgesuche. Der erste zu klein, der zweite scheinbar okay. Wir waren die einzigsten Gäste. Die Dame meinte, das am Morgen alle abgereist seien. Wir haben direkt an der Rezeption das erste Bier getrunken. Beim Zeltaufbau wurden wir dann von Mücken gefressen. Nun konnten wir uns vorstellen, warum alle abgereist waren. Leider war wegen des Hopfenkonsums keine Weiterfahrt mehr möglich.

58 – Slowenien – Wieder zu Zweit unterwegs

304 km – 15.612 km

Gestern ist Rainers Telefon auf dem OP-Tisch verstorben. Wir haben alles gegeben, aber die Kontakte von einem Stecker hatten sich von der Flexleiterplatte verabschiedet. Es war leider nicht mehr zu retten, trotz vorhandenen 12V Lötkolben.

Eigentlich wollte Rainer mit uns noch bis zur Soca mitfahren und von dort dann gemütlich über Frankreich nach Hause fahren. Dieser Unglüscksfall war für ihn der Auslöser ohne Umwege gen Heimat zu fahren. Morgens haben wir noch gemeinsam gefrühstückt und sind die ersten 20km gemeinsam gefahren. An einer roten Ampel dann noch einmal Schüss und weg war er.

Wieder zu zweit. Rainer fehlt uns. War echt eine schöne Zeit mit ihm, 5 Wochen waren wir gemeinsam unterwegs. Was haben wir nicht alles erlebt. Wir sind durch den Osten Europas gefahren. Wir haben die Transalpina und die Transfarasagan befahren, haben das schwarze Meer gesehen und das ionische Meer. Albanien und Montenegro, unsere heimlichen Favoriten, und gestern noch die fantastischen Piltvicer Seen. Wir haben echt ein tolle Zeit mit ihm verbracht, wir hatten viel Spass und es war echt unkompliziert mit ihm zu reisen. Danke für die gemeinsame Zeit, gerne wieder. Wir sehen uns spätestens auf dem nächsten 11er-Treffen.

Ich hatte für den Abschied extra während der Fahrt die zweite Kamera aus den Tankrucksack geholt -für ein Video, wie er wegfährt – und die Helmkamera hatte ich auf den „alle 3 Sekunden ein Foto“-Modus gestellt. Und dann vergesse ich die Dinger anzustellen. Was soll’s, ich habe ganz viele Bilder im Kopf. Gute Heimreise, Rainer!

Wir haben die ersten 150km kaum angehalten. Es war schon komisch, wieder zu zweit. Nur an der Grenze zu Slowenien – ich bin an dem kroatischen Beamten erst vorbeigefahren – haben wir kurz gestoppt. Slowenien gefällt uns super. Endlich wieder Strassen ohne Schlaglöcher. Normale Häuser, fast normale Strassenschilder. Man fühlt sich schon fast wie zuhause, wie in Österreich, dem Allgäu und manchmal wie im Bergischen. Echt schön hier, wunderschön!

Gegen 15 Uhr sind wir dann mitten in den Bergen auf einer kleinen weissen Straße in ein Gewitter gefahren. Hagel, Regen und Wind. Puhh. Müssen wir wohl die Regensachen rausholen. 5 Wochen sind seit unser letzten Regenfahrt vergangenen. Damals hatten wir Rainer gerade getroffen. Ist er unser Sonnenmaskotchen gewesen? Kaum waren wir fertig mit dem Anziehen, hört es natürlich auf …. kennen wir schon. Hmmm, die nächste Pension oder Hotel, die wir sehen,  fahren wir an. Kaum sind wir wieder auf der Straße, fängt es schon  wieder an heftig zu regnen. Boah, irgendwo unterstellen. Da kommt ein Skilift, rechts ran und unter der Gondelstation untergestellt. Was kommt da für ein Regen runter. Gut das wir im Trocknen sitzen. Ja, direkt an der Talstation stand eine Gondel. Wir berieten, was wir als nächsten tun. Der nächste Campingplatz 40km, die Soca noch 90km. Hmmm. was sagt das Wetter? Bäääh, bis 2o Uhr Regen. Warum weiterfahren, wenn das Gute so nahe liegt. Stühle raus und gucken wie es regnet. Es ziehen unglaubliche Wolken auf. Schwarze Wolken. Erst dachten wir das sind die Berge. Nööö, mit nichten. Es gab ein ordentliches Gewitter. Wir sitzen mit Fleece, Regenjacke, Moppedhosen und Stiefeln und natürlich Wollmütze hier. Heute morgen noch in kurzer Hose und T-Shirt.

Heute haben wir beim Einkaufen endlich einen Herzenswunsch von Volker erfüllt. Eine richtige Pfanne, beschichtet und Durchmesser 20cm. Das Transportproblem haben wir noch nicht endgültig gelöst, aber das Einbrennen haben wir vollzogen. Bratkartoffeln mit Zwiebeln und vier kleine Steaks. Gute Idee gewesen … und so Lecker!

57 – Plitvicer Seen

Plitvicer Seen … sollte man nicht an einem Sonntag besuchen! Hatten wir gelesen und wir können es bestätigen. Es war echt voll. Wir hatten nur den Vorteil, das wir inzwischen zu Frühaufsteher geworden sind und bereits um 8 Uhr an der Kasse standen. Die Zelte hatten wir auf dem Campingplatz gelassen. So waren die ersten Stunden noch erträglich und ab 10 wurde es dann richtig voll.

Die Plitvicer Seen sind seit 1949 Nationalpark und wurden 1979 als eines der ersten Naturdenkmäler in das Unesco Weltnaturerbe aufgenommen. Die 16 Seen sind kaskadenartig hintereinander angeordnet und überwinden rund 140m Höhenunterschied auf einer Länge von ca. 8km über mehrere Wasserfälle und Kaskaden. Viele Karl-May-Filme wurden hier gedreht, natürlich auch der „Schatz im Silbersee“.
25€ Eintritt wird pro Person genommen, eine Menge Geld. Dafür kann man den ganzen Tag  im Naturpark mit einer Fläche von fast 300qm wandern gehen. Auf dem See Kozjak kann man mit Elektrobooten einen Blick vom Wasser auf die Umgebung genießen und den Rückweg kann man nach der Durchwanderung aller Seeen sich mit dem Busshuttle zu dem Eingang zurückfahren lassen. Klar haben wir alles gemacht was nichts kostet und nicht anstrengend ist.
Beeindruckend das klare Wassser, man kann bis auf 2m ins Wasser hineingucken. Uralter Waldbestand, ein echter Urwald mit irren hohen Bäumen. Fantastische Wasserfarben, überall Fischschwärme und Wasserfälle … ohne Ende. Wir haben sogar Flusskrebse entdeckt! Ein lohnenswertes Erlebnis. Gegen 14 Uhr waren wir zurück und haben den Rest des Tages einen geruhsamen Nachmittag verbracht.

 

Nachtrag zu gestern:
Da hat Volker gekocht! Es gab Chili con Carne, lange hat es geköchelt und ganz fantastisch gemundet. Danke!

56 – Von Bosnien zurück nach Kroatien

265 km- 15.305 km

Ein Tag ohne viele Ereignisse. Wir sind früh unterwegs in Richtung der Plitvicka Seen in Kroatien. Es geht noch durch Bosnien, wir fahren an der Una entlang. Es bildet sich eine Schlucht die vergleichbar mit der Tara-Schlucht ist. Leider ist auch hier kein Foto möglich, die gesamte Strecke ist bewaldet und man kann nur mit dem Auge erkennen, an welcher Schönheit man hier entlang fährt. Der Grenzübertritt ist unspektakulär, ich bin ein wenig froh Bosnien verlassen zu können. Vielleicht waren wir in der falschen Ecke …. !?

Kurz nach der Grenze erreichen wir die Plitvicer Seen. Wir haben einen Track, der um die Seen herum führt. Sogar mit Offroad-Anteil. Leider werden alle Wege durch Angestellte des Naturreservates bewacht, es gibt kein Durchkommen. Die Seen und die Umgebung sind nur mit Führung und Bezahlung zu besichtigen. Okay, das wussten wir nicht. Wir fahren den nächsten Campingplatz an, soviel haben wir für eine Übernachtung noch nie bezahlt. 52€ wird für uns drei verlangt. Die sanitären Anlagen sind aber auch das Beste, was wir bisher gesehen haben. Morgen werden wir uns die Plitvicer Seen ansehen.

55 – Bosnien – Mostar

313 km – 15.140 km

Von Kroatien ging es zu dem kleinen Grenzübergang Trebinja  nach Bosnien. Es war nichts los, ein Bus ein Auto und schon waren wir über der Grenze. Die Landschaft ist karg, die Sicht ist extrem schlecht. Es ist sehr diesig. Wir fahren kilometerlang durch verbrannte Landstriche. Es ist heiss, immer wieder bläst uns ein richtig heißer Fön an.

Wir haben für Bosnien keine Highlights gefunden. Das einzigste ist Mostar mit seiner Brücke über die Neretva im Zentrum. Mostar begrüßt uns mit einem Verkehrschaos. Eine der Hauptverkehrsbrücke wird saniert und ist gesperrt. Wir finden einen Stellplatz der uns halbwegs sicher erscheint und gehen den letzten Kilometer durch die Stadt. Es ist eine Fussgängerzone die voll ist mit Touristen und Bettlern. Viele Häuser sind noch zerstört, Mostar ist keine Schönheit. Wir kommen in die Altstadt und um die Ecke sehen wir die Brücke. Unspektakulär und voll mit Touristen. Wir machen ein Foto aus der Entfernung und begeben uns auf den Rückweg.

Am Jablanicko Jezero Stausee fahren wir die ersten Campingplätze an. Es sind reine Autostellplatz ohne Schatten. Zurück und weiter zum nächsten Stausee, dem Ramsko Jezero. Viel Wasser hat er nicht mehr und der Campingplatz ist auch nicht zu finden. Vereinzelt stehen Zelte am Seeufer, quasi mitten im See wegen des nicht vorhandenen Wassers und mitten in der Mittagshitze ohne Schatten. Neee, das ist nicht nach unserem Geschmack.

Viele Campingplätze hat Bosnien nicht, also weiter in Richtung Jajce entlang des Flusse Vrbas. Es ist ein bewaldetes Flusstal, endlich wieder Grün und wir finden auch den Zeltplatz der in Osmand eingetragen ist. Heute kocht Rainer mal wieder, es gibt Tütenessen mit Gurken und Bier. War lecker Rainer, Danke!

54 – Dubrovnik in Kroatien

140 km – 14.727 km

Wir sind wieder früh unterwegs. Die letzten Meter in Montenegro, ein schönes Land. Gegen halb zehn fahren wir an einem zwei Kilometer langen Stau an der Grenze nach Kroatien vorbei, es sind wieder Temperaturen um die 30 Grad. Es geht die Küstenstraße entlang, es ist richtig viel Verkehr. In Dubrovnik staut es sich immer wieder. Wir halten nochmal an und beraten ob wir überhaupt in die Stadt bei dem Verkehr reinfahren.

Zum Glück entschließen wir uns dazu und nach kaum 500m haben wir völlig problemlos einen kostenlosen, im Schatten befindlichen Motorradparkplatz gefunden – direkt an der Stadtmauer.

Wir bummeln zwei Stunden durch die Stadt, gehen essen und verlassen am Mittag Dubrovnik. In einer Bucht finden wir einen netten Campingplatz und arbeiten die letzten Tage ab. Blog schreiben und den weiteren Weg planen. Es soll durch Bosnien gehen, an Mostar vorbei und dann wieder nach Kroatien zu den Plitzvicer Seen.

53 – National Park Durmitor

300 km – 14.587 km

Meine Güte, war die Nacht heute kalt. 5 Grad haben wir um halb sieben abgelesen. Um 6 Uhr hatten Rainer und ich uns schon die Haare geschnitten. Warum konnten wir nicht warten bis wir am Mittelmeer sind … ? Leider war auch der beheizte Aufenthaltsraum um die Zeit noch abgeschlossen. Also wieder die Wollmützen raus und viel Kaffee getrunken.

Um halb neun – der frühe Vogel fängt den Wurm – waren wir wieder in der Taraschlucht unterwegs. Die Schlucht ist immer tiefer ausgeschnitten. Imposante Bilder gesehen, leider kaum fotografisch von der Strasse festzuhalten.

Wir verlassen die Tara und fahren durch ein Skigebiet in den National Park Durmitor von Javorje nach Trsa.

Mann, was für eine Gegend. Super schön, wir befinden uns auf 1600m Höhenmeter. Angenehme 20Grad, aber viel Wind. Wir tuckern durch die Landschaft und können uns kaum sattsehen, so großartig ist die Gegend.

Wir machen Pause am Sportplatz des Nationalgebietes, mitten auf dem Basketballfeld das sich auf der Straße befindet. Nebenan noch das Fussballfeld mit Naturrasen.

Es geht am Pivsko Jezero vorbei, der größte Stausee Montenegors. Was für Farben.

Und weiter zu dem National Park Lovcen. Auf dem gleichnamigen Berg soll man eine fantastische Sicht auf die Küste von Kotor haben. Auf dem Weg dahin kommen wir an einem Lokal vorbei, das von vielen Menschen besucht wird. Kurz danach steht plötzlich mitten auf der Straße ein alter abgewrackter LKW. Häää, was ist denn hier los. Unfall? Wir merken das die Menschen gar nicht wegen des Lokals hier sind, sondern weil die Straße gesperrt ist. Und die parkenden Autos an denen wir vorbeigefahren waren, standen direkt vor dem LKW. Jetzt sehen wir auch das Schild.

Und dann haben wir die Sicht auf Kotor

 

Vom Berg führt die Straße über 20 Kehren bis zum Meer, wir quälen uns über die Küstenstraße bis zum erstbesten Campingplatz. Ein typischer grottiger Mittelmeerplatz. Egal, morgen geht es weiter.

52 – Teth Abreise – Tara Schlucht

228 km – 14.287 km

Vor der Rückfahrt von Teth bin ich die Piste entlang einmal die Dorfstrasse entlang laufen, und das vor dem Frühstück. Knapp 1 km ist das Dorf lang, gefühlt alle 30m ein Haus, jedes zweite bietet einen Campingplatz an, jedes vierte mit Wifi. Hier zu leben …. die eine Richtung 15km Schotter über Serpentinen …  die andere Richtung 50km Schotter über Serpentinen! Ich laufe – über Schotter – bis zu der Kirche, das Dorf geht noch weiter … Am Friedhof sehe ich Grabplatten komplett aus Beton gegossen. Das Kreuz ist noch aus Holz. Beton scheint hier neben Steinen und Holz Basiswerkstoff zu sein. Unser Waschhaus am Campingplatz ist ebenfalls komplett aus Beton gegossen, inklusive dem Dach. Wie bekommen die den Beton über die Wege ins Dorf?

Die Rückfahrt über den Schotterweg gestaltet sich viel einfacher als die Hinfahrt. Es geht bergauf, ein Grund dafür! Und wir wissen, was auf uns zukommt. Streckenweise haben wir sogar richtig Spass an der Fahrt. Einmal halten wir nochmal an der Stelle, an der wir gestern den ersten Blick auf diese Bergwelt hatten. Fantastisch, ob ich nochmal nach hier kommen werde?

Die Passabfahrt über die Teerstrasse vergeht wie im Flug. Stellenweise steigen einzelne blaue Rauchwolken aus dem Wald auf. Waldbrand? Uns kommt auf dem Rest der Strecke kein Feuerwehrauto entgegen. Mulmig ist mir schon.

Über eine grössere Strasse geht es in Richtung Montenegro und wir nehmen Abschied von Albanien.  Mir hat es sehr gut gefallen, Landschaftlich und Menschlich. Mit dem Umfeld und auch mit den sanitären Anlangen hatte ich stellenweise dann doch ein Problem.

Die Einreise nach Montenegro gestaltet sich problemlos. Wir durchfahren eine grössere Stadt und sehen endlich mal wieder einen echten Supermarkt. In Albanien waren Supermärkte zum einen sehr klein mit einem entsprechenden kleinen Angebot und darüber hinaus ist das Sortiment auch nur sehr eingeschränkt. Es gibt kein Brot und auch kein Obst oder Gemüse. Dafür muss man dann andere Läden bzw. die zahlreichen Strassenverkaufsstände aufsuchen. Unser heutiger Supermarkt ist zwar für unsere Verhältnisse auch klein, wir bekommen aber alles eingekauft. Beim Verlassen werden wir von drei Kindern angebettelt. Wir schieben unseren Einkaufswagen an ihnen vorbei, sie folgen uns bis zu den Motorrädern. Dort halten ich ihnen eine Tüte mit in Papier eingewickelten Bonbons entgegen. Der Erste nimmt zwei, der Zweite drei und der Dritte bekommt die volle Hand kaum aus der Tüte. Das Papier wird achtlos auf den Bürgersteig geworfen. Aber gefreut haben sie sich jedenfalls.

Typisches Auto in Montenegro …. ohne Nummernschild. Auch vorne!

Wie sich später herausstellte war diese Stadt die Hauptstadt von Montenegro. Und … In welcher Stadt waren wir jetzt?  Ich wusste es nicht: Podgorica.

Wir fahren über schönste kurvige Straßen, die leider zu klein sind um gefahrlos an den entgegenkommenden LKWs vorbei zu kommen. Die sind sehr zahlreich. Die Straße wird ausgebaut mit einem chinesischen Investor. Überall chinesische Zeichen und viel, sehr viel LKW-Verkehr. Also an jeder Ecke linsen, ob gerade einer kommt.

An der Tara Quelle machen wir Pause und fahren von da an immer entlang des Flusses in Richtung Norden. Langsam entwickelt sich die Taraschlucht. Riesig, aber leider können wir nur selten den total klaren Fluss sehen, die Strecke ist dicht bewaldet. Wir finden einen total schönen Campingplatz mit einem sehr netten Geschwisterpaar. Der Platz ist endlich mal wieder in einem sehr guten Zustand. Leider ist das Internet sehr mau …

51 – Teth

192 km – 14.059 km

Unser heutiger Campingplatz ist noch ein paar Worte wert. Erst einmal hatten wir einen total netten Begleiter. Der Hund war ein wenig klein für seinen Kopf und der Schwanz gehörte eher einer Ratte, aber es war echt ein Goldstück. Viel Spass mit dem kleinen gehabt! Das der Campingplatz als solcher … war gleichzeitig auch ein Hotel. Es stand zumindestens oben drüber. Die Zimmer des Hotels, die Toiletten des Campingplatzes – wahrscheinlich auch die des Hotels – und die Gaststätte waren unter einer Autobrücke gebaut. Wenn man unter die Decke in den Räumen guckte war das unbestreitbar. Das ganze war aber so hübsch angemalt, das man es gar nicht wahrnahm. Man achte auf die Fahrbahnabsperrung zum Fluss hin … die Albaner ….

 

 

Unsere Fahrt führte uns wieder durch die albanischen Alpen. Gewohnt schön mit tollen Offroadabschnitten. Wir waren begeistert. Die Fahrt ging vorbei an Shkodra -voll der arabische Flair, gewohnt chaotisch albanisch – in Richtung Teth.

Teth ist ein kleines Bergdorf mitten in den albanischen Alpen. Ich kenne es aus dem GS-Forum. Hier wird es immer als das Dorf mit DER Offroadstrecke schlechthin beschrieben. Es ist von Westen und von Süden erreichbar. Die Weststrecke ist inzwischen bis auf die letzten 15km geteert, die Südstrecke sind 60km Offroad mit großen Steinen, lockerem Kies, Spitzkehren und reichlich Steigung. Und wo wollten wir her? Natürlich die Südstrecke. Die ersten 15km waren eine wunderbare geteerte kleine Straße in die Bergwelt hinein. Super schön zu sehen und zu fahren. Und dann fing der Offroadbereich an. Nach gut 2km haben wir angehalten.  Die Steine sind echt groß, Steigungen und damit Spitzkehren hatten wir noch keine. Es war schon ganz schön anstrengend. Nun galt es, weiter fahren oder umkehren. Rainer entschied sich fürs umkehren, wir wollen uns am Campingplatz bei Teth wieder treffen. Volker und ich also mit flauen Gefühl weiter gefahren. Nach zwei Kilometern halten wir an. Puh, ist das anstrengend. Noch weiter 46km so weiter ohne zu wissen, wird es besser oder schlimmer (die Bilder sehen echt harmlos aus, war es aber echt nicht. EHRLICH!)

Nach 5km sehen wir dunkle Wolken vor uns. Leider haben wir kein Internet, wir wissen nicht was da auf uns zukommt. Aber Regen auf der Strecke … bloß nicht. Das gibt für uns den Ausschlag. Wir brechen ab und fahren Rainer hinterher. Wieder nach Shkodra zurück und einen neuen Anlauf auf Teth genommen. Diese Bergwelt ist fantastisch. Guckt euch das an:

Die letzten 15km dann wieder Offroad. Für uns noch gut beherrschbar, aber auch echt anstrengend. Ständig kommen uns Fahrzeuge entgegen, die albanischen Sprinter-Taxis, Offroad-Expeditionen mit 4×4 Fahrzeugen, echte Enduros mit viel Speed und viele Albaner mit Sharan oder Fahrzeugen mit ähnlich gut geeigneten Offroad-Eigenschaften. Wir sind dankbar, das wir nicht die 60km gefahren sind. Da sind uns nur albanische Sprinter-Taxis und Holzlaster entgegen gekommen – 3 Stück haben wir gesehen, auf der der Westroute waren es 30? –
Uns hat es gereicht und wir sind sehr glücklich diesen Weg eingeschlagen zu haben!


Morgen verlassen wir Albanien. Es geht nach Montenegro. Das Tara-Tal steht auf der Wunschliste, Kotor und der Durmitor National Park.