50 – Fähre auf dem Komanstausee

145 km – 13.870 km

Von Kukes sollte es durch die Albanische Alpen nach Fierze gehen. Dort wollten wir die Fähre auf dem Komanstausee erreichen und uns über den Stausee bis nach Koman schippern lassen. Es gibt an der Stelle keinen anderen Weg ausser den mit der Fähre. Auf dem 5km von dem Fährhafen entfernten Nature Campingplatz in Temal wollen wir den Tag beenden.

Auf dem Weg wieder Kinder, die einen abklatschen wollen. Auch sonst wieder fröhliches Gewinke und Daumen hoch zeigen. Unglaublich die Albaner! Kurz vor der Fähre machen wir noch eine Kaffeepause, wir sind zu früh dran. Unterwegs haben wir einen Radfahrer mit voller Gepäckausrüstung überholt. Er hält bei uns an und will an der nahen Quelle Wasser tanken. Die Quelle ist mit seinen Radschuhen nahezu unerreichbar und wir geben ihm von unserem Wasser. Es ist ein Libanese der von Paris nach Athen mit seinem Rad fährt. Er will ebenfalls die Fähre erreichen, wir wünschen ihm viel Glück. Wenig später überholen wir ihn, er soll die Fähre noch rechtzeitig erreihen.

An der Fährstelle ist das absolute Chaos. Es ist ein Kiesstrand der voll mit albanischen Taxi (Mercedes-Sprinter) und vielen anderen Fahrzeugen steht. Die Fähre kommt gerade an. Im hinteren Bereich ist mit einem Ständerwerk eine doppelstöckige Passagierkabine errichtet worden. So richtig austariert ist das ganze nicht, vermutlich hat das auch nie einer abgenommen. Ich kenne die Fähre aber schon von vielen Fotos und bin halbwegs beruhigt.

Dann fahren die Autos von der Fähre. Teilweise sind sie vorwärts eingeparkt, teilweise rückwärts. Dazwischen die Anhänger und die Motorräder. Jede Lücke ist genutzt. Der Platz steht voll, die neuen Mitfahrer drängeln schon nach vorne. Es dauert eine Weile, bis die Fähre entladen ist und es dauert genau so lange, bis sie wieder beladen ist. Besondere Aufgabe für die Fährangestellten sind diesmal drei lange Sprinterbusse. Die werden schön nebeneinander geparkt. Zuerst werden die äußeren Busse geparkt, zur Reling gut 10cm Platz. Mehr geht nicht wegen des begrenzt verfügbaren Rangierraum. Dann kommt der mittlere Bus. Es sind noch gut 6cm Luft, für beide Seiten. Aber die Besatzung hat die Ruhe weg. Pünktlich geht es die Fahrt los.

Drei Stunden dauert die Fährfahrt durch eine absolut geniale Landschaft. Wir sitzen unter dem Passagierhochbau auf unseren Motorräder die direkt an der Reling stehen. Anfangs werden wir noch von einem Fischerboot begleitet. Auch zwischendurch kann man immer wieder Boote sehen.

Zwischendurch sind einige Fährhaltestellen eingezeichnet. Wir befürchten schon das schlimmste. Anhalten und Teilentladungen mit langfristigen Rangierzeiten. Aber nicht so die Albaner. An den Haltestellen ist ein Motorboot aktiv, das bringt die Passagier zu dem Fährschiff und auch zurück an Land. An der ersten Haltestelle warten so viele Mitfahrer, das es zweimal fahren muss. Umgestiegen wird an der Rückseite des Fährschiffes wobei das Motorboot über desssen Spitze entladen wird. War leider nicht genauer zu sehen. Kurze Zeit später kommt noch ein Fischerboot das zwei Mitfahrer für das Fährschiff hat, hier wird aber an Längseite umgestiegen. Die können was die Albaner!

An der Endstation ist ein kleiner Parkplatz der bei Erreichen des Schiffes schon voll ist. Direkt hinter dem Parkplatz ein Tunnel – natürlich unbeleuchtet – in dem bereits ein Stau ist. Und jetzt kommen wir. Es dauert gut eine halbe Stunde bis die im Tunnel stehenden Fahrzeuge zurück gefahren sind bzw. in den Ausweichstellen des Tunnels stehen. Die können was …

Wir erreichen unseren Campingplatz und er ist … naja sehr naturnah. Zwei Räume mit jeweils einer Toilette, einem Waschbecken und einer Dusche. Immerhin noch mit einem Vorhang abtrennbar. Die können … Wir treffen ein paar GS-Fahrern, die von Teth kommen – unserem nächsten Ziel – und morgen mit der Fähre fahren wollen. Wir tauschen uns aus … Abends noch ein paar Bier und ein Essen vom Campingplatz. Wir sind satt geworden.

49 – wieder zurück in Albanien

191 km – 13.722 km

Um kurz nach 6 Uhr habe ich einen Spaziergang am Ohridsee gemacht …. Sandstrand mit ein wenig feinen Kies, kristallklares Wasser. Traumhaft! Die  Wassertemperaturen entsprichen leider nicht ganz meinen Vorstellungen für ein Bad. Ich gehe dann doch in die Campingplatzduschen mit etwas Widerwillen. Aber ein Fotos habe ich:

Wir fahren entlang des Ohridsees in Richtung Debar mit dem Tagesziel Kukes in Albanien. Der Weg führt uns entlang eines Stausee südlich von Debar, immer wieder schöne Aussichten auf den Fluss mit herrlicher KurvenStrassenführung.

Wir verlassen Mazedonien und reisen das zweite Mal in Albanien ein. Keine Veränderung. Schöne Landschaft, bei den Straßen muss man verflixt nochmal immer auf der Hut sein. Die Menschen sind freundlich, winken einem zu. Wir fahren an 6 Kindern vorbei die alle auf der Straße stehen und uns die Hände zum Abklatschen hinhalten. Ein Albaner mittleren Alters spricht uns an und fragt was wir hier wollen … ! Wir geniesen Landschaft, Straßen und das bisschen Begegnung mit den Menschen.

Albanien ist ein Mercedesland. Man kann hier die letzten 50 jahre der Mercedesentwicklung sehen und bestaunen. Okay, die ganz aktuellen Jahrgänge tragen eher ausländische Kennzeichen. In Kokes sassen wir sehr lange in einem Straßencafe an einer belebten Kreuzung. Wir schätzen die Gesamtfahrzeuge auf 10% Fabrikate anderer Hersteller statt Mercedes. Echt unglaublich!

Kokes ist heute unser Ziel. In der Umgebung gibt es keine Campingplätze und morgen wollen wir die Koman-Fähre in Fierze um 13Uhr erreichen. Darum haben wir uns in Kokes in ein Hotel eingebucht und haben bereits um 13Uhr eingecheckt. Nachmittags machen wir einen Rundgang. Was fühle ich mich dabei schlecht. So wie ein Eindringling in eine fremde Welt. Das ist nicht meins. Die Albanier sind total freundlich und nett. Sie sprechen einen an wenn man unschlüssig ist und wollen helfen. Hier in der Stadt ist jeder zweite Laden leer, jedem dritten Haus fehlen die Fenster aber sind teilweise doch bewohnt. Ich kann damit schlecht umgehen. Die Bilder stammen von unserem Rundgang. In den hinteren Ecken habe ich die Kamera weggesteckt. Da konnte ich keine Bilder mehr machen.

Der örtliche Baumarkt!

Das Letzte:
Die nächsten zwei Tage wird es voraussichtlich keinen Blog geben, beide anvisierten Campingplätze werden vermutlich kein Internet anbieten. Wenn euch langweilig ist, einfach viele Kommentare schreiben. Damit könnt ihr euch prima ablenken und ich freue mich nachher auch noch darüber.

48 – Drei Länder

349 km – 13.531 km

Der Preis für unseren Campingplatz war inklusive Frühstück … Da wir früh wach waren haben wir alles zusammengepackt und sind gegen acht Uhr zum Frühstück gegangen. Es gab starken Kaffee (der war so stark, das sogar ich ihn habe stehen lassen), Pflaumenmarmelade (nicht meins), salzige Butter (die war nicht leicht gesalzen sondern wirklich salzig), Schafskäse oder vielleicht auch Ziegenkäse (jedenfalls mit seeehr viel Würze) und zwei leckeren Spiegeleiern und recht frischem, leckeren Weissbrot. Wir wurden satt und konnten gestärkt unsere Tour beginnen.

Die Sicht von unserem Frühstückstisch, im Vordergrund sind die Forellen zu erkennen. Die gab es aber nur Abends.

Die Straße wurde immer größer und besser ausgebaut. In Enseke wollten wir tanken. Als wir in die Innenstadt fuhren machten uns die Menschen am Strassenrand gestikulierend klar, das wir in eine Sackgasse fuhren. Aber da lag doch unsere Tankstelle! Als wir anhielten, kamen schon die Ersten und zeigten uns, das wir rechts um die Stadt fahren mussten. Also los und .. die Strassen die wir auf dem Navi sahen und uns möglicherweise in die richtige Richtung gebracht hätten, gab es gar nicht. Wir näherten uns der Großbaustelle, weswegen wir nicht durch die Stadt kamen und einer der Bauarbeiter zeichnete auf Rainers Tank, wie wir zu fahren hatten. Okay, war halt nicht rechts rum sondern links um die Stadt. Da kann man sich schon mal vertun. War nicht so ganz einfach, aber wir haben den Weg gefunden und erreichten die Tankstelle.

Die weitere Strecke durch Albanien wurde echt anstrengend. Die Straßen immer besser ausgebaut und größer aber bei jeder größeren Ausfahrt oder auch Tankstell wurde die Geschwindigkeit von 80 auf 60, 40 und 20 km/h reduziert. Da fällt man doch schon fast um! Echt nervig und absolut nicht einsichtig. Es gab überhaupt gar keinen Grund so langsam zu fahren ….  ausser das da häufig Polizeikontrolle stattfanden. Zum Glück für uns, immer auf der anderen Seite.

Wir sind glatt durch Albaniern gekommen und erreichten noch einmal Griechenland. Kurz nach der Grenze waren zwei parallele Strassen in der Karte angezeigt. Die rechte war unsere ….. und führte uns direkt auf die neue und in auf dem Navi noch nicht dargestellte Autobahn, die natürlich in die ganz falsche Richtung führte. Erst nach zehn Kilometern konnten wir wenden. Shit! Sonst war Griechenland nach Albanien Erholung pur. Selbst die Straßen waren ganz Griechenland untypisch super ausgebaut und gut zu fahren. Das war dann unser letzter Aufenthalt in Griechenland. Und da habe ich noch eine kleine Besonderheit der Griechen. Die stellen auf allen Straßen kleine Altäre auf. Darin enthalten sind Heiligenbildern und Kerzen. Die Altäre werden wohl überall da aufgestanden wo jemand tödlich verunglückt ist. Hier eine kleine Auswahl …

Dann der Grenzübertritt nach Mazedonien. Der gestaltete sich schwierig. Das Navi zeigte eine wunderschöne Strecke genau in unsere gewünschte Richtung … die Straße wurde kleiner, wir kamen durch ein Dorf … wo nix los war, die Straße wurde ein Feldweg …. hier soll ein Grenzübergang sein? Und tatsächlich, wir haben ihn gefunden:

 Hinter der Absperrung waren die Grenzhäuser noch zu sehen, wir sind dann mal einen kleinen Umweg von gut 50km gefahren,  um einen offiziellen Grenzübergang benutzen zu können.

Mazedonien … wie beschreiben? Eine Mischung aus Griechenland und Albanien? Lange halten wir uns hier nicht auf. Wir fahren auf den  Prespasee zu und überqueren über einen Pass um den Ohridsee zu erreichen. Das Ziel für uns in Mazedonien. Die Fahrt ist ähnlich anstrengend wir in Albanien. Über weite Strecken Tempolimits von 40 oder 50 km/h ohne ersichtlichen Grund. Viel Polizeipräsenz und auch Geschwindigkeitsüberwachungen. Der erste Blick auf den Ohridsee ist großartig. Das Wetter meint es echt gut mit uns. Okay, ein wenig diesig ist es, aber wir wollen uns nicht beschweren.

Am Ohridsee besuchen wir noch das Kloster Sveti Naum, dort ist auch die Quelle des Ohridsees, die von dem benachbarten Prespaseee gespeist wird. Das Kloster gehört zum Weltkulturerbe und wird durch reichlich touristischen Beiwerk geschmückt. Wir gaben uns trotzdem einen Ruck und bestattet ihm einen Kurzbesuch ab.

Der Tag war schon weit fortgeschritten, der nächste Campingplatz war unserer. Eine riesige Anlage mit reichlich verlottertem Umfeld, Augen zu und durch.

 

47 – GR – Viskos-Schlucht

195 km – 13.182 km

Gestern waren wir noch in dem am Campingplatz anliegenden Restaurant Essen gegangen. Der erste Gedanke war, ob wir hier richtig sind? Das Lokal schien fast unbezahlbar, oder unser Bekleidung – FlipFlops, T-Shirt und kurze Hosen – war nicht für das Lokal angemessen. Wir haben uns trotzdem hingesessen und wurden teilweise von drei Kellnern bedient. Das Essen war hinterher nicht teuerer als auf unserem Campingplatz, aber es hat um Längen besser geschmeckt. Als wir das Restaurant verließen, haben wir den Haupteingang genutzt. Dort wurden wir von zwei Bodyguards ein wenig schief angesehen. Wir vermuten, das wir das Restaurant über den Dienstboteneingang betreten haben. Es war ein schöner Abschluss vom gestrigen Tag.

Heute haben wir uns zeitig auf den Weg zur Vikos-Schlucht gemacht. Auf dem Weg sind wir an einer alten Steinbrücke im nördlichen Pindos National-Park vorbei gekommen und haben ein paar Fotos gemacht. Ein sehr schönes Motiv, kann mich gar nicht entscheiden …

Und dann nähern wir uns der Vikos-Schlucht. „Die Schlucht ersteckt sich über eine Länge von knapp 10 km. Der Bach bzw. Fluss Vikos durchfließt die Schlucht und vereinigt sich am nördlichen Ausgang der Schlucht mit anderen Quellzuflüssen zum Fluss Voidomatis. Die Angaben über die maximale Tiefe der Schlucht differieren erheblich und schwanken zwischen 600 m und knapp 1.000 m. Im Guinness-Buch der Rekorde ist sie als tiefste Schlucht der Welt eingetragen, wobei das Verhältnis zwischen Tiefe und Breite als maßgebliches Kriterium definiert wurde.“ (Alles aus der Wikipedia)

Zwei Aussichtspunkte gibt es für den Einblick in die Schlucht. Wir haben beide aufgesucht. Beim ersten östlich liegenden muss man gut 20 Minuten  über einen kleinen Pfad laufen. Davon stammen die obigen Fotos, es sind heute ein paar mehr als sonst. Verzeiht!

Beim zweiten Aussichtspunkt haben wir unsere Mittagspause mit viel Obst und frischem Brot gemacht, natürlich mit frischen Kaffee!

Und dann war es vorbei mit Griechenland, es verabschiedete sich mit einem fantastischen Panorama:

Albanien! Ein fremdes unbekanntes Land, wir hatten/haben Respekt! Der Grenzübertritt war schon besonders. Die Griechen wünschten uns eine gute Reise und bei den Albanern suchten wir die Grenzbeamten erst vergebens. Die Schranke zu, neee da fahren wir jetzt mal lieber nicht drüber. Wo sind sie denn? Nach zwei Minuten kommt dann doch einer raus. One minute, hmmm will er sich noch die Hände waschen? Noch ein Grenzbeamter. Die selbe Info, one minute. Okay, es wurden dann eher zehn Minuten und nach Überprüfung aller Dokumente (Perso, Fahrzeugschein, keine grüne Versicherungskarte) konnten wir die Grenze überfahren.

Die ersten Eindrücke, erschreckend. Die Landschaft grandios, die Strassen anspruchsvoll, jeden Tag möchte ich die nicht fahren. Seht selbst:

Warum die Pferde und Maultiere die eigentümlichen Gestelle auf dem Rücken tragen … ? Wir haben es auf den ersten 40km in Albanien häufig gesehen.

Von den uns bekannten 20 Campingplätzen in Albanien war einer auf unserer Strecke, und was für einer. Eigener Pool – okay nicht sooo sauber – eigene Forellenzucht – sehr eindrucksvoll. Ob die Gänse auch … ? Das Essen schmeckte vortrefflich. Soviel Luxus hätten wir nicht erwartet!

Und ganz zum Schluss:
Der Balkan ist nicht EU und somit gelten hier nicht die neuen Roomingverträge. Dies betrifft insbesondere Albanien – Mazedoninen – Bosnien – Montenegro; Kroatien müsste gehen. Also kann in den nächsten ein bis zwei Wochen mal kein Beitrag erscheinen, wenn wir kein Wlan auf dem Campingplatz haben.