82 – Der letzte Fährentag unserer Reise

33 km- 20.329 km

Morgens um viertel nach fünf war die Nacht zu Ende. Nein, meine Matratze hatte noch Luft. Das Problem habe ich offensichtlich doch beim ersten Flicken bereits behoben. Nein, es ging der Wecker. Sachen packen, zur Fähre fahren und alles im Dunkeln. Eine Stunde nach dem  Wecker klingeln waren wir startklar. Inklusive dem ersten Kaffee des Tages. Das war Rekord!

Den Tag auf der Fähre haben wir mit Lesen und in der Sonne liegen verbracht.

19:50 war Ankunft in Barcelona. Bis wir von der Fähre runter waren hat es noch weitere 40 Minuten gedauert. Das Entladen einer Fähre haben wir schon besser gesehen. Und dann noch 20km bis zum ersten uns bekannten Campingplatz in Richtung Norden und auch das wieder alles im Dunkeln. Die Tage werden merklich kürzer. Auch hier im Süden. Morgen geht es dann in die Pyrenäen. Die wollen wir von Ost nach West durchqueren.

81 – Ciao italia

282 km – 20.296 km

Gestern Abend hat Volker zum Glück noch einmal nach der Fährverbindung geguckt. Die Fähre fährt um 8 Uhr, nur leider morgens und nicht abends wie wir es absgepeichert hatten. Also ging die Tour heute direkt nach Porto Torres um die Fahrkarten kaufen zu können. In 7 Kilometer Entfernung gab es einen Campingplatz, morgen heißt es dann Abschied nehmen von Sardinien und von Italien.

Auf unserer heutigen Tour hat sich nichts neues in der Landschaft ergeben. Ich habe Korsika landschaftlich wesentlich spannender in Erinnerung als ich jetzt Sardinien erlebe. Aber das liegt auch an meiner Neigung zu den Bergen, die Sardinien nicht so zu bieten hat. Badestrände hat Sardinien auf jeden Fall die Besseren!
Auf unseren Weg liegt die Santissima Trinità di Saccargia. Eine Kirche aus dem 12 Jahrhundert, die zu einem alten Kloster gehört. Sie liegt mitten im Nichts. Keine Stadt, kein Dorf in der Nähe. Nur die Kirche und die Reste von dem Kloster. Der Legende nach kniete hier eine Kuh zum Gebet nieder. Hmmm …

Wir merken so langsam das es einen Jahreszeitenwechsel gibt. Es wird schwieriger Campingplätze zu finden. Gestern hatte das Restaurant das letzte mal auf. Heute hat unser Campingplatz seinen letzten Tag. Ich bin gespannt wie das in Spanien wird. Aber auch an den Temperaturen merkt man es. Gestern schon in den Bergen, aber auch heute sind wir kaum über 24 Grad gekommen. Boah ist das kalt, brrr. 😜
Ich habe heute die Sommerhandschuhe schon gegen die normalen getauscht und heute Abend sitzen wir hier am Campingplatz mit den langen lederhosen, statt wie sonst in kurzer Hose oder Badehose. Verdammt, der Sommer geht auch hier im Süden langsam vorbei.

Meine Isomatte … hat die Luft im wesentlichen über die Nacht behalten. So ganz gefüllt war sie heute morgen nicht mehr. Ich habe nochmals im Pool – wer weiss wann ich die Gelegenheit wieder habe – gesucht, aber kein Loch mehr gefunden. Hoffen wir das das gut geht.
Und Volkers Navi hat seit heute den gleichen Schaden am Stromkabel, wie meiner. Da muss die Feile die Tage wieder raus.

80 – Punta la Marmora

239 km – 20.014 km

Heute Nacht fing es gegen 2 Uhr an zu regnen. Das kam für uns völlig überraschend, es gab keine Hinweise in der Wettervorhersage und unser Umfeld sah dementsprechend aus. Nichts war für einen kommenden Regen vorbereitet. Volker hatte sich zudem für eine Hängematten-Nacht entschieden, natürlich ohne schützendes Tarp. Also mit den ersten Regentropfen den Notfall ausgerufen. Schnell Volkers Zelt aufgebaut – die ganzen Klamotten hätten wir nie mit einer Liegeposition für Volker in meinem Zelt untergebracht. Dann das Umfeld noch schnell vor dem Regen gerettet und kaum waren wir fertig …. hörte es auf zu regnen. War klar! Die Regenapp kündigte aktuell noch eine halbe Stunde Regen an. Das hatten wir in letzter Zeit schon öfters erlebt, das selbst kurzfristige Vorhersagen unzuverlässig waren.

Ich hatte heute nacht gegen zwölf bereits meine Matte aufgepumpt getrieben von …. Um zwei Uhr – zum Zeitpunkt des Regennotfalls – war die Luftwelt noch in Ordnung, gegen sechs wurde es schon wieder ungemütlich. Schon gestern bei der Anfahrt hatte ich den Pool des Campingplatzes wahrgenommen …. und ich war mit meiner Matte um sieben als erster da und fand auch endlich das Loch. Nun ist das Loch gestopft und die Matte wieder mit Luft gefüllt. Ich bin gespannt auf die kommende Nacht.

Heute morgen haben wir uns entschlossen unsere Zelte noch einen Tag/Nacht stehen zu lassen. Die nächste Tour kurz umgeplant als Rundkurs und ohne Gepäck auf den Weg gemacht.  Es waren wieder viele weiße Straßen bei der Tourplanung dabei und wir befürchteten viel Offroadanteile. Ziel unserer Tour war der höchste Berg Sardiniens, der Punta la Marmora. Er ist 1800m hoch und man kann bis auf 1500m Höhe den Berg anfahren. Auf dem Weg zum Berg wurde es immer kühler, wir starteten mit 27 Grad. Wir waren auch wegen der drohenden Offroadanteile ohne Gepäck unterwegs und hatten natürlich keine weitere Bekleidung eingepackt. Warum auch! Wir hatten die vergangenen Wochen immer Temperaturen von 25-40 Grad. Heute jedoch nicht, am Berg waren es noch 11 Grad. Wir haben sofort wieder kehrt gemacht und von einer Besteigung Abstand genommen. Noch zwei Stunden später – wir hatten im weiteren Verlauf max. 20 Grad – war uns kalt. Erst kurz vor unserem Campingplatz war mir wieder ausreichend warm. Der Offroadanteil unserer heutigen Tour war übrigens gleich null. Alles wunderbare Teerstraßen mit viel Grip und nur Kurven. Soweit herrlich, hätten wir mal unsere Koffer mitgenommen.
Die Routenplanung hier auf Sardinien ist echt schwierig. Am ersten Tag waren die weißen Straßen echt schwierig zu fahrende Offroadstrecken, heute ist die selbe Kategorie feinste kurvenreiche Teerstraßen. Ich habe versucht von einer GPX-Datei den Offroad-Anteil zu bestimmen, also wieviele Kilometer sind auf unbefestigten Wegen zurückzulegen. Mit Basecamp bekomme ich es nicht verläßlich hin. Ich habe es gerade noch mit komoot – einer guten Wanderapp die sowas grundsätzlich unterstützt –  versucht. Leider unterstützt das Tool beim importieren diese Funktion nicht. Jetzt werden wir die morgige Tour wieder mit weißen Straßen planen, aber eine Alternativstrecke mit größeren Straßen erstellen.

Thema alternde Ausrüstung, es gibt Neues zu berichten. Die Isomatte ist hoffentlich repariert. Neu hinzugekommen ist mein Ersatz- und Mobildatentelefon. Ich habe ein altes iPhone dabei, das zusätzliches Datenvolumen bereitstellen soll. Für den Blog fallen doch größere Datenvolumen.Mmengen an, die ich mit meinen bestehenden Vertrag nicht erfüllen kann. Na, jedenfalls macht dieses Gerät seit gestern beim Einschalten nur noch einen Neustart, dann noch einen Neustart, noch einen, noch …. Ein normaler Betrieb ist nicht mehr möglich. Auffällig ist, das man hinter das Display´gucken kann. Ich vermute, das der Akku dicke Backen bekommen hat und das Diplay aus den Rahmen gehoben hat. Also alle Neustart ausführen lassen bis das der Akku leer war. Ein weiterer irrreperaberler Schaden.

Ganz zum Schluß:
Hier auf Sardinien sind zu dem jetzigen Zeitpunkt sehr viele Deutsche unterwegs. Einerseits Mopedfahrer und andererseits sehr viele Familien mit nicht schulpflichtigen Kindern. Unsere Campingplätze hier auf Sardinien waren mehr oder weniger in deuscher Hand.

79 – Die Umfaller

226 km – 19.775 km

Toll, das die Sonne jeden Tag später aufgeht, so müssen wir nicht mehr so früh aufstehen um den Sonnenaufgang zu erleben. Heute war mal wieder so ein Tag, 7:05 war die magische Zeit. Mit Kocher, Kaffeekanne, Keksen und Stühlen bewaffnet saßen wir am Strand und warteten …  auf die Sonne war Verlass.
Rainer hatte schon berichtet, mit längerer Tourdauer nimmt die Zahl der versagenden Ausrüstungsgegenstände zu. Gestern mein Garmin, heute meine Isomatte – Exped Downmate 5. Beim zu Bett gehen merkte ich schon, das die Luftmenge nicht so groß war, als wie ich sie morgens gefüllt hatte. Egal, hinlegen und schlafen. Das funktionierte bis 5 Uhr gut, dann hatte ich eine Blasenproblem – das ich einfach lösen konnte – und ein Liegeproblem, das ursächlich mit der fehlenden Luftmenge in der Matte zusammenhing. Na gut, bevor es ganz unbequem – und kalt – ist, noch mal ein wenig Luft nachfüllen.
Heute morgen dann – beim Sonnenaufgang bewundern – habe ich die Matte an den Strand mitgenommen. Da muss ja ein Loch sein, wenn die Luftmenge im Laufe der Zeit nachläßt. Also wie prüft man das? Wie bei einem undichten Fahrradschlauch. Und wie macht man das mit einem Fahrradschlauch? In dem man ihn im mit Wasser gefüllten Waschbecken unterdrückt und guckt wo Luft raus kommt. Und mit einer Luftmatraze? Na da könnte man es mit einer Badewanne machen. Und wo bade ich im Moment immer … ?

Die Isomatte liegt bereit, ich bin von dem Gedanken ins Meer zu gehen – zu DER Uhrzeit – noch nicht soooo begeistert.
Es ist soweit – ich tue es!!!

Es ging ganz gut, nachdem ich mich erstmal überwunden hatte. Nur die ständigen Wellen haben mich doch ein wenig behindert. Ständig wurde ich mit der Luftmatratze durch die Gegend geschubst und trocken bin ich in dem Wellengang auch nicht geblieben. Leider habe ich das Loch nicht gefunden, aber ich bin dann, nach erfolgloser Suche, gleich mal schwimmen gegangen. Ohne Loch hätte ich das nie gemacht. War echt warm, erfrischend und ein schöner Start in den Tag.
In der kommenden Nacht werde ich nach dem Blasenproblem gleich das Luftproblem mitbeheben. Mal gucken wie lange das gut geht.

Für die nächsten Tage haben wir uns die abgebildeten Touren vorgestellt. Heute war die gelbe dran. Einmal offroad in die Berge, ein wenig geschwänzelt über die SS125 und dann in den Norden, dann noch mal offroad Richtung Küste.
Campingplätze auf Sardinien, die nicht an der Küste liegen, kennen wir nur Einen. Deswegen immer wieder die Schlenker Richtung Küste. Finale ist dann am kommenden Donnerstag Porto Torres. Hier geht die Fähre nach Barcelona.

Unsere erste Offroad-Strecke war echt anstrengend. Wir fanden sie ähnlich anstrengend, wie die Strecke nach Teth. Nicht so steil, die Steine waren kantiger und nicht so rundgelutscht wie in Teth. Zudem war in Teth das Gestein fester mit dem Untergrund verbunden. Hier war es immer lose und es waren echt schäbig große Steine dabei. Zudem die ausgewaschenen Spurrillen. Bei einer schwierigeren Passage guckte Volker wie ich durchkam, statt wie er an seiner Stelle weiterkam. Zack, lag er da. Einmal hupen, mehrfach hupen. Ich war schon lange weg und bekam nichts von dem mit. Volker schrieb noch eine Whatsapp … Als ich mich mal umdrehte und nix sah, anhielt und horchte … wusste ich, das ich mal zurück musste. Das kann ja noch gar nicht so lange her sein, dachte ich  und statt das Mopped umzudrehen und zurück zu fahren, lief ich zurück. Was war der Weg lang, und steil, und warm war es sowieso schon. Puh, irgendwann sah ich Volker von weitem. Er hatte schon das ganze Gepäck abgerödelt und das Mopped alleine hochgestemmt. Da war die Entfernung doch größer als ich dachte.

Garmin hat uns heute wieder durch kleinste Straßen geführt. Eine Spezialität von Garmin ist es, dieses auch in den Dörfern zu tun. Teilweise muss man schon aufpassen das man die Wäscheleinen nicht umreisst, so familiär sind die Gassen machmal.

Ich war dann heute auch als Umfaller auffallend. Bei unserer Pause wollte ich mein Mopped parken und lies es rückwärts rollen. Ich hatte leider die Kante von der Beetumfassung nicht gesehen. Mit dem Hinterrad angestossen, gewundert was ist denn hier los  … und warum liege ich jetzt auf dem Boden? Jetzt hat mein Koffer eine schöne neue Ecke, die da gar nicht hingehört.

Scheinbar besteht Sardinien nur aus fantastischen Kurvenstraßen – auch die SS125 war echt super. Lieber Holger, danke für den Tip – oder/und aus ebenso fantastischen Badestränden. Die Landschaft, die wir anfangs noch gegenüber Sizilien ansprechend fanden, zeigte im Süden wenig Abwechslung. Es war immer relativ gleich. Ab der Ortschaft Osini wurde es wieder spannender mit ausgeprägten Felsformationen.

Dann begann die zweite Offroadpassage des Tages. Die ersten 8km waren noch lässig, aber dann kam noch eine steinige steile Passage die Volkers Mopped nicht auf Anhieb bezwingen wollte. Diesmal war ich schneller bei ihm und wir haben es gemeinsam aufgehoben. Genug Offroad für heute. Wir konnten an der Stelle abbrechen und sind lieber den Rest der Strecke über normale Straße mit feinstem Gekurve gefahren.

Wieder haben wir einen schönen Campingplatz direkt am Meer gefunden, Badeurlaub kann man hier echt super machen.

78 – Sardinien

71 km – 19.549 km

Die Nacht war … naja. Auf der Fähre im Bereich der Bar zu schlafen, ist nicht die beste Wahl. Alternativ gab es noch Plätze an den Fernsehern. Also das kleinste Übel genommen.

Um 7:30 haben wir in Cagliari angelegt und sind auf direktem Weg an die Ostküste gefahren. Endlich gibt es wieder Strassen auf die man sich verlassen kann. Keine Schlaglöcher, keine Ausbrüche, keine Bodenwellen, keine Flickarbeiten und der Asphalt klebt am Reifen. Das ließ sich schon sehr gut fahren. Auch die Vegetation ist hier viel grüner als auf Sizilien, zudem gibt es wieder viele Wälder.

An der Küste haben wir einen 4 Sterne Campingplatz gebucht. Wir wollen den ersten Tag nach der Fähre uns noch von der Nacht erholen und es ist wieder einiges zu tun. Waschen, Strand ansehen, Baden und die Ausrüstung muss auch mal wieder auf Vordermann gebracht werden. Ein Kontakt von dem Stromanschluss meines Navigationsgerätes ist beschädigt. Leider irreparabel. Jetzt wird das Gerät über den USB-Stecker geladen, der natürlich nicht mit dem Halter passt. Also am Kabel schnitzen und an der Halterung feilen, jetzt geht es. Danke Garmin!

77 – Ciao Sicilia

Unsere Badebucht am heutigen Campingplatz.
227 km – 19.478 km

Heute nacht wurden wir mal nicht von Hunden, Bären oder Brandung gestört, heute Nacht hatte wir eine Großbaustelle die pünktlich um 12 Uhr ihre Arbeit aufgenommen hat. An der angrenzenden Eisenbahnlinie wurden mit schweren Gerät Arbeiten vorgenommen, die wohl nur am Wochenende durchgeführt werden konnten. Vor zwölf war jedenfalls noch nichts davon in dem Umfang zu hören. Der Vorteil war, es fuhren keine Züge. Trotzdem habe ich relativ gut geschlafen, aber um 5 war die Nacht vorbei. um kurz vor sieben bin ich dann Duschen gegangen. Das Wasser war …. nicht ganz kalt. Augen zu und durch, im Meer ist es auch nicht kälter. Brrrr. Ich war fast fertig … da ist es richtig warm geworden. Leid der Frühaufsteher. Dafür war es dann gegen acht schon richtig warm. 33 Grad wurden für heute angekündigt. Ich denke das ist das letzte Mal, das wir so schwitzen mussten.

Es geht heute abend mit der Fähre von Palmero nach Cagliari auf Sardinien. Als Abschluß haben wir uns eine Tour ins Innere von Sizilien vorgenommen. An Corleone vorbei zurück in Richtung Palmero zur Kathedrale Monreale. Die ersten Kilometer ging es mal wieder nur durch Dörfer, Dorf an Dorf. Wir wollten schon abbrechen und uns einen Platz am Strand suchen. Aber dann ging es doch richtig in die Berge und die Gegend wurde sehenswert. Über die Straßen brauche ich nicht mehr berichten, da wurde uns das Gewohnte präsentiert. Wir kamen durch eine Stadt, wie ich mir Corleone immer vorgestellt hatte, es war aber Belmonte Mezzagno.

Corleone selber war dann eher unspannend. Wir sind aber nur eine Straße rein und direkt wieder raus gefahren. Es war nicht unser erklärtes Ziel. Ein paar Bilder von der heutigen Fahrt:

Pause mit Ausblick!

Nachmittags erreichten wir die Kathedrale zu Monreale. Bei der Anfahrt hatten wir mit Google den genauen Standort gesucht. Dabei wurde uns mitgeteilt, das diese heute geschlossen sei. Zum Glück war dem nicht so …

Dann unsere zweite Einfahrt in Palmero. Bei der Fahrt zum Fährhafen kommen wir durch viel schönere Bereiche, als bei dem Reifenkauf. Da könnte sieht doch noch mal ein erneuter Besuch heraus entwickeln.

Eben noch schnell eingekauft. Wir finden einen Lidl. Ähnliches Sortimient, identischer Aufbau. Wir finden uns zurecht. Fast. Als wir den Einkaufswagen aus dem Laden zu unseren Motorrädern schieben, weigert sich der Wagen plötzlich und die Räder blockieren. Da haben die doch glatt eine Diebstahlsicherung eingebaut. Was es nicht alles gibt. Es war gar nicht einfach den Wagen zurück zu schieben. Richtig zickig!

Wir erreichen die Fähre pünktlich und haben natürlich die Polepositon erkämpft. War doch klar, oder? Morgen um 7:30 erreichen wir Sardinien. Ciao Sizilien. War länger als geplant, aber sehr schön bei dir!

76 – Überraschung!!!

268 km – 19.251 km

Italien und die Verkehrsschilder. Wir wissen nicht ganz genau, warum es in Italien Verkehrsschilder gibt. An die Gebote hält sich jedenfalls keiner, egal ob es sich um Überholverbotsschilder, Einbahnstrassenschilder oder Geschwindigkeitsbeschränkungen (lach) handelt. So verhält es sich auch mit Durchfahrt-Verboten-Schildern. Die stehen immer mal wieder total unscheinbar am Straßenrand und auch hier gilt, einfach weiterfahren. Beim ersten Mal haben wir noch eine Risikoabschätzung durchgeführt und sind total vorsichtig die Straße entlang gefahren – es könnte ja was kommen. Aber Alle sind daher gefahren. So auch wir. Bei den letzten Schildern haben wir gar nicht mehr angehalten und sind einfach gefahren. Wir wissen nicht genau, warum diese Schilder aufgestellt werden. Wir haben nie etwas gesehen, das die Aufstellung berechtigt hätte. Fast nie …

Erst vor zwei Tagen war dann doch eine berechtigte Aufstellung. Die Straße führte über einen Fluß oder über ein Tal und die Brücke für die Überquerung war noch nicht fertiggestellt. Das konnten wir dann mal einsehen und drehten auch ohne zu nörgeln um. Hätte man ja aber mal sagen können!
Soweit die Vorrede, kommen wir noch einmal auf den italinischen Strassenbau zu sprechen. Ich habe heute nochmal gesammelt, hier das Ergebnis:

Ich muss gestehen, so langsam nerven die Straßen. Was man kaum fotografisch festhalten kann, sind die ständig wechselnden Oberflächen. Da wird hier mal ausgebessert, dort mal ein Stück erneuert. Man kann sich auf nichts verlassen, hier in Sizilien.

Unser Tag begann heute relativ früh. So langsam merkt man den Jahreszeitenwechsel, die Sonne geht erst um 6:45 auf. Entsprechend später kommen wir auf die Beine. Wir durchqueren heute noch einmal Sizilien von Süd nach Nord. Es geht durch zwei Naturschutzgebiete und wie immer suchen wir die kleinen Straßen, wo wenig los ist.

Wir bummelten so durch die Gegend, als sich hinter einer Kurve plötzlich ein schwarzer Schatten befindet. Ich will ausweichen, weil ich ein Schlagloch erwarte und bin schon halb aus dem Sattel. Aber es ist ein Hund der mitten auf der Strasse hinter der Kurve liegt. Also ausweichen und in die Eisen. Bremsen im Stehen, super Idee! Der Hund hört mich kommen, macht ein Auge auf, springt auf und läuft los. Natürlich in meine Ausweichrichtung. Ich ziehe die Bremsen noch mehr – die alten Mitas-Reifen hätten schon längst blockiert – und kann gerade die Geschwindigkeit so weit raus nehmen, das der Hund Zeit zum wegkommen hat. Laut jankend, als ob ich ihn schon überfahren hätte. Er übertreibt masslos, wie ich finde. Aber mir ist auch die Luft weggeblieben. Man, da waren wir beide nun richtig wach. Ob er sich wohl nochmal auf die Strasse zum Schlafen legt?

Kurze Zeit später, eins der besagten Durchfahrtsverbotschilder. Keinen Kopf gemacht, weiter fahren. Wie immer ist nigs. Dann kommen wassergefüllte Absperrbarken. Eine ist zur Seite geschoben und ich kann wunderbar durchschlenzen. Und dann…… WAAAAAS ist das? Die Straße hört auf. Sie ist einfach weg. Keine Kuppe oder so. Einfach weg, es geht zwei/drei Meter tief in die Landschaft. Ich habe ausreichend Sicherheit und kann noch anhalten. Aber so viel hat doch nicht gefehlt. Wir können es nicht fassen. Teilweise kann man noch den Straßenverlauf noch sehen, aber es fehlen viele Meter. Einfach weg, die Straße. Und statt dessen nur Landschaft. Wir vermuten ein Erdbeben. Aber das ganze Teile der Straße einfach weg sind, können wir uns einfach nicht erklären. Die angrenzenden Bauern haben sich inzwischen in der Landschaft Wege gefahren. Wir probieren unser Glück und folgen den Wegen. Immer wieder kreuzen wir den alten Straßenverlauf. Uns ist schon ein wenig komisch dabei. An einer Stelle sehen wir eine tote Kuh …. öööööh.!?!?! Das soll jetzt wohl Zufall sein. Gut 500-1000m geht das so – nein, nur eine Kuh! Dann ist wieder alles normal.

Hier geht es nicht weiter, für uns!
Die Abbruchkante!
Die tote Kuh. Ich glaube mal, die hat nichts mit dem Erdbeben zu tun.
man kann den alten Straßenverlauf nur noch erahnen ..
Hier unsere Vorstellung, wie es mal war …
… und das dazugehörige Kartenbild.

Die Warnbarken auf der anderen Seite der verschwundenen Straße, hier vollständig zur Seite geräumt.

Wir sind gut durchgekommen. Man, was für ein Erlebnis!
Wir waren jetzt gut 2 Stunden seid heute morgen unterwegs und brauchten dringend eine Pause, nach diesem Abenteuer in der Wildnis. Pausenplätze in Sizilien sind rar gesät. Insbesondere die, die schattig sind. Aber heute haben wir einen sehr schönen Platz gefunden. Mitten in einem langgezogenen Kreisverkehr mit Pinienbestand. Die vorbeifahrenden guckten schon nicht schlecht, einige hupten und winkten. Und wenigsten einer fuhr den Kreisverkehr verkehrt herum, weil es kürzer war. Die können was die Sizilianer!!!

Unserer Campingplatzsuche gestaltete sich dann nochmal schwierig. Die Plätze waren da, wo wir es vermuteten. Das war heute mal nicht das Problem. Viele der Plätze sind bereits geschlossen. Das wir dann noch spannend, im weitern Verlauf unserer Reise.

75 -Lesetag

58 km – 18.983 km

Heute haben wir den Tag genutzt und gelesen … wer hat mir gleich noch Cody McFadyen angepriesen? Für meine 3-bändige Einschlafhilfe habe ich 3 Monate gebraucht … McFadyen erstes Buch schaffe ich in 2 Tagen. Großartiges Buch, wenn es so bleibt wie in den ersten 80%. Danke!

Ausser Lesen mussten wir auch noch einkaufen. Gestern waren im örtlichen Restaurant … das sich als Flop erwies. Gut, satt sind wir geworden … ähhhhm. Eigentlich noch nicht mal das. Strich drunter.

Wenn wir schon mal auf dem Mopped saßen, haben wir uns  noch eine Sehenswürdigkeit angesehen. Die „Scala del Turchi“. „Das ist ein aus Mergel bestehender, monumentaler Felsen der strahlend weiss ist und an Treppen erinnert“ (frei nach Wikipedia).

Sieht von oben imposant aus, bestimmt toll zum Baden … wir haben von einer näheren Betrachtung Abstand genommen. Eben noch schnell einkaufen und weiter Lesen.

Und dann noch zwei Bilder vom Strand ohne Zaun, falls jemand Interesse hat. 🙂

74 – Südküste

Unser Rocky Beach heute morgen am Übernachtungscampingplatz.

Wir sind heute einmal durch den westlichen Zipfel Siziliens gefahren. Ein besonderes Hightlight hatten wir nicht als Ziel. Einfach treiben lassen und gucken  … Die Landschaft ist nicht so bergig wie im Osten und wie in der Mitte von Sizilien. Auf halber Strecke sind wir an einem Bergdorf vorbei gefahren, von weitem sah es total normal aus.

Als wir dann näher kamen, fielen die vielen fensterlosen Öffnungen in den Häusern auf. Als wir direkt an dem Dorf vorbeifuhren, sahen wir eine Tordurchfahrt ins Dorf – eher ungewöhlich für Italien – die durch ein großen Absperrgitter abgesperrt war. Komisch … dachte ich noch. Dann, als wir an dem nächsten Dorf vorbeifuhren, fand ich den Grundriss dieses Dorfes total merkwürdig und ich hielt an um zu googeln. Und siehe da, das erste Dorf war Poggioreale. Es ist bei einem Erdbeben 1968 zerstört worden und von den Einwohnern aufgegeben worden. Das Dorf in dem wir nun standen, war auch Poggioreale und ist für das Alte neu aufgebaut worden. Der Grundriss ist eher einzigartig, da hat mal Einer gestaltet.

Der Grundriss von dem neuen Poggioreale

Unsere gesamte Streckenführung war heute wieder gespickt mit italienischer Straßenbaukunst. Eher ungewöhnlich war die starke Verschmutzung in den Kurven mit Split, Kuhdung oder sonstigem Allerlei. Zur Kurventauglichkeit kann ich noch nicht soviel sagen, Volker ist erstmal begeistert von den neuen Reifen. Ausgiebig konnten wir dafür heute den leichten Offroadmodus testen – hier verhält er sich unauffällig gut.

Zum frühen Nachmittag fuhren wir unseren Zielcampingplatz an. Nach unseren gestrigen Rocky-Beach hatten wir heute gehofft einen Sandstrand zu haben. Und der Wunsch wurde erfüllt. Unser Zelt steht im Pinienwald direkt am Strand. Hier läßt es sich aushalten!

73 – Dienstag Reifentag

273 km – 18.721 km

Gestern abend haben wir unsere weitere Tour geplant. Sizilien – Sardinien – iberische Halbinsel. Soweit klar. Die Fähren fahren nah Sardinien von Palermo und Trapani. So war unser Wissen …. besser Halbwissen. Von Trapani fährt – jetzt im September auf jeden Fall – keine Fähre nach Sardinien. Von Palermo nur noch am Samstag. Hups. Wir wollten eigentlich am Mittwoch nach Sardinien und uns dort um unsere Reifen kümmern. Erst am Samstag sind zwar nur 3 Tage später, aber die fehlen uns dann um die verbleibenden 5000km abspulen. Man kann von Palermo nach Neapel – nicht schon wieder – und dann von Neapel nach Sardinien schippern. Dauert einen Tag länger und man muss sich einen Tag in Neapel aufhalten. Da wollten wir beide nicht noch einmal hin. Wie ist das denn von Sardinien? Hmm, diese Woche jeden Tag, ab nächste Woche nur noch Donnerstag und Samstag. Shit.

Wir haben unseren Plan umgeschmissen und sind heute nach Palermo gefahren um neue Reifen zu bekommen. Wenn wir sowieso bis Samstag auf Sizilien festhängen.

Auffliegender Taubenschwarm.
Landschaft wo man nur hinguckt.
Und dann waren da noch die Straßenoberflächen ….

Die ersten Kilometer gingen über kleinste Strassen und der Rest der Strecke über Autobahn. So waren wir bereits um 10 Uhr in Palermo. So viel haben wir von der Stadt nicht gesehen. Wir haben vier Reifenhändler abgeklappert, jeder bot uns die gleichen Reifen an, die wir nicht haben wollten. Unsere Favoriten – Mitas E07 Dakar – Heidenau K60 Scout – Conti TKC70 – waren nicht zu beschaffen. Okay, dann eben nicht. So wurde es ein Pirelli Scorpion Trial 2, eher ein Straßenreifen. Wir erwarten in Sardinien aber nur noch Schotter und in Portugal sowie in Spanien ebenso. Soll schon gut gehen. Wenn es Schlamm gibt oder feucht wird, müssen wir auf der Straßen bleiben.

ca. 19.000 km haben uns die Vier begleitet. Solange hatten wir noch nie einen Riefen … Nicht immer leicht zu fahren aber in Summe jederzeit wieder. Auf meinen waren noch ca. 2mm Restprofil. Bis Sardinien hätte es alle mal noch gereicht.

Gegen halb zwei waren die Reifen montiert und wir sind an das Capo San Vito gefahren, im Nord-Westen von Sizilien. Das war der erste Campingplatz der nicht direkt an der Straße gelegen ist aber dafür direkt am Meer. Das waren dann nochmals 100km, aber die sind wir auf der Autobahn gefahren. Der Akku war die letzten Kilometer – das hatten wir zwar schon, aber es wiederholt sich jeden Tag aufs Neue – zwar leer aber ein paar Bilder habe ich klassisch gemacht, anhalten und Kamera hervorkramen und Bild aufgenommen. Geht ja auch. Hier also ein paar Bilder von Kap.

Unser Campingplatz liegt direkt an einer Felswand die offensichtlich hervorragend zm Klettern geeignet ist. In der Nacht wird der Felsen mit Strahlen beleuchtet und die Leute klettern nachts!