Tag 18 – Estland

7:00, kühl und bedeckt begrüßt uns der Morgen. Egal, wir verlassen heute Finnland. Um 11:30 wollen wir die Fähre erreichen, für 9:30 ist unsere Abfahrt vom Campingplatz geplant. Wir sind schon um 9:00 fertig, cruisen durch Helsinki. Schöne Innenstadt, das sieht zwingend nach einem Besuch ohne Motorrad aus (Doro!). Um kurz vor 10:00 erreichen wir die Fähre und können fast durchfahren. Wir haben die Fähre eine Stunde früher erreicht, auch nicht schlecht. Ein Riesenpott mit 8 Spuren nebeneinander. Die Motorräder werden gar nicht festgeschnallt, so stabil ist die Fähre trotz bewegter See. Die Fährausfahrt aus Helsinki ist sehr schön mit kleinen Inseln bestückt. Beim nächste Besuch in Helsinki also ggf. mit auf die Liste schreiben! Ich glaube ich habe Finnland ein wenig im falschen Licht gesehen.

Unser Fähre ist eigentlich gar keine. Es ist eher ein Kreuzfahrtschiff. Mit 11 Decks wird einem alles (?) geboten. Das hatte ich bisher noch nicht auf der Liste der Dinge die ich einmal im Leben gemacht haben wollte. Aber nun kann ich auch für die Kreuzfahrt einen Haken machen.

In Tallin angekommen begrüßt uns sonniges und windiges Wetter mit Schönwetterwolken. So ist’s recht! Den Weg aus Tallin herauszufinden war gar nicht so einfach. Wir haben uns mehrfach verfahren, weil wir die Anzahl und Größe der Kreuzungsbereiche verschätzt haben. Viel Polizei präsent, es wird viel gebaut und es sind viele große Fahrzeuge unterwegs. Letzten Endes haben wir den Weg herausgefunden. Die Landschaft ist flach und abwechslungsreich. Die Straßen führen meist geradeaus. Vor Kurven wird gewarnt! Wobei wir uns immer fragen, wo sie gewesen sind. Unterwegs fallen uns viele neue große wertige Häuse auf, die teils neben verfallen Häusern stehen. Sehr unterschiedlich. Die Bushaltestellen sind drei Wände im Winkel von 120° angeordnet, man findet immer ein windgeschützte Stelle. Besonders aufgefallen sind mir die Friedhöfe. Die sind total schön gestaltet inmitten eines lichtdurchfluteten Waldes. Meine Fotoversuche von heute sind alle gescheitert, ich versuche morgen etwas festzuhalten.

Unsere Straße hat Volker heute entlang der Ostsee geplant. Wir sind an Klippen entlanggefahren die fast 40m hoch sind. Und dann sind wir an einem Naturschutzgebiet hineingefahren, das das Zelten und Feuermachen direkt im Dünenbereich der Ostsee erlaubt. Da konnten wir nicht weiterfahren und haben unser Zelt aufgeschlagen. War nicht ganz einfach, weil echt viel Wind war. Aber wir haben alle Leinen und alle (fast) Heringe in den Boden geschlagen und hoffen jetzt, das es hält. Im nächsten Dorf noch Fleisch, Kartoffeln und Holz beschafft und jetzt geht es uns so richtig gut. Urlaub!

Volkers Grill: zusammengeschraubt hat er die Größe des hinteren Rohres.

Tag 17 – Reparaturtag

Hups, da waren wir heute aber spät dran. Gegen halb neun sind wir aufgestanden und erst um 10 waren wir unterwegs.
Heute soll es nach Helsinki gehen. Langziel ist die Fähre nach Tallin mit den Zwischenstops BMW-Händler um ein paar Gabeldichtringe zu erleichtern und in einem Outdoorladen Karabiner zu erwerben.

Eine Veränderung gibt es seit gestern, die Nächte sind seit gestern wieder vorhanden, nichts mehr mit den ganzen Tag hell. Nachts muss man wieder eine Taschenlampe zur Hand haben. Hat so seine Vorteile und Nachteile.

Wir sind über kleine Straßen bis zur Ostsee gefahren und dann an der See entlang in Richtung Helsinki. Leider sieht man nur selten die Ostsee und richtig dran gekommen sind wir auch nicht. Wir waren viel alleine auf den Straßen. Die hatten wir bewußt möglichst klein gewählt und wurden mit viel Schotterstraßen belohnt. Hier im Süden ist Finnland echt schön. Und auch das Viehzeug ist nicht so penetrant überall anzutreffen.

Was mir im Nachhinein bewusst wird, das der Norden Finnlands auch Schönes hat. Die Wildheit/Eihnsamkeit ist mir haften geblieben. Kilometerweit nichts und ab und wann mal ein Dorf. Wobei die Dörfer nur aus 10 Häusern bestehen, die auf 2 Kilometer Länge an der Straße verstreut liegen. Ziemlich einsam.

Auf der Fahrt auf der Autobahn haben wir heute einen besonderen Lärmschutzwall gesehen. Die Wand ist leicht schräg zur Fahrbahn angeordnet und alle 25m kommt ein Fenster das senkrecht zur Lärmschutzwand angebracht ist. Da kann man richtig raus gucken und im vorbeifahren bewegt sich die Landschaft noch ein wenig. Sieht aus wie ein Foto, ist aber keins. Pfiffige Idee!

Am späten Nachmittag waren wir dann in Helsinki, die letzten Meter über die Autobahn. Beim ersten BMW-Händler bekamen wir unsere Teile, Glück gehabt. Leider habe ich meinen Zündschlüssel verbaselt. Alle Taschen abgesucht und nichts gefunden. Den Laden nochmal durchkämmt … nichts. Die Koffer und Taschen durchsucht – ich hatte zwischendurch meine Sonnenbrille und Volkers iPhone geholt. Nichts! Ich weis, ich hatte mir beim wegpacken des Schlüssels noch gedacht, da gehörst du nicht hin. Aber ich war durch irgendetwas abgelenkt. Also Zweitschlüssel rausholen. Den hatte ich meinem Ersatzteillager unter dem Tank deponiert. Wo ich jetzt so darüber nachdenke … keine gute Idee. War ziemlich mühsam die Sitzbank herunterzubekommen ohne Zündschlüssel. Und das ganze Gepäck musste auch runter. Aber der Zündschlüssel kam zu Tage und wir konnten nach dem Verstauen und Verzurren des Gepäcks die Fahrt wieder aufnehmen. Nächstes Ziel: Zeltplatz um den Wellendichtring einzubauen.

Am Zeltplatz angekommen hat Volker sich um das Motorrad gekümmert und ich um das Lager. Also Zelt aufbauen, Isomatten aufblasen, Schlafsäcke aus den Kompressionssäcken befreien und einen Tee kochen. Und da kam schon das nächste Übel. Mein Benzinkocher wollte nicht mehr mit der Pumpe Druck aufbauen. Das hatte er die Tage schon einmal probiert. Da konnte ich ihn noch eines besseren Belehren. Aber heute wollte er nicht. Aber wir führen ja ein größeres Lager mit uns. Unter anderem von meinem alten, baugleichen Kocher alle Einzelteile, unter anderem die Pumpe. Jetzt geht er wieder und der Tee schmeckte natürlich köstlich.

Heute hatten wir mal wieder Sonne bei um die 23°Grad. Ein schöner Tag in einem doch schönen Land. Obwohl wir es heute haben langsam gehen lassen, kamen doch 380km zusammen. Und den Zündschlüssel habe ich dann tatsächlich da gefunden, wo er gar nicht hingehörte. Meine Motorradjacke hat eine aufgesetzte Tasche, in die man von der Seite eingreifen kann. Taugt wunderbar für die kalte Hände wärmer zu machen, aber ein Schlüssel kann da jederzeit rausfallen. Aber da lag er noch. Nun hat der Reserveschlüssel einen neuen Platz im Tankrucksack.

Morgen ist wieder Fähre fahren dran … wie ist morgen der Wind?

Tag 16 – Schon wieder Regen

Die Mücken waren heute morgen immer noch da … schnell alles zusammen geräumt und ohne Frühstück los. 7:30 war es, Fernziel Ostsee mit hoffentlich nicht so viel Mücken. Nach 150km Suche nach einem mückenfreien Pausenplatz haben wir einen mit Dach gewählt der uns gegen den Regen geschützt hat. Leider nicht gegen die Mücken. Das Antibrumm hilft aber ganz gut, auf den Stellen die wir aufgetragen haben, haben sich keine Mücken niedergelassen. Wenn das Viehzeug aber die ganze Zeit um einen herum schwirrt, macht einen das trotzdem nervös.

Der Tag führte uns auf der Via Karelia entlang der russischen Grenze. Teils Schotter, teils kleine geteerte Straßen. Deutlich netter als die großen Schnellstraßen entlang zu fahren. Schade war, das es heute immer wieder geregnet hat. Gut ist, unsere Ausrüstung ist für dieses Wetter gut geeignet. Wir haben bisher noch keinen Wassereinbruch festgestellt. Ich finde das hätte man gut in einem Tag feststellen können und nicht 2 Wochen lang immer wieder probieren müssen.

Auch heute haben uns wieder zahlreiche Rentiere den Tag versüßt. Immer wieder nett, wenn man soviel Zeit hat wie wir.
Was wir aber wirklich vermissen, sind diese Tiere vor denen hier in Skandinavien immer wieder gewarnt wird. Wir vermuten hier eine gewisse Ähnlichkeit wie zu dieser Stadt die in Ostwestfalen existieren soll.

 

 

Der Tag endet gegen 19:30 in der Nähe von Imatra nach 640km. Rainer, wir geben alles dich einzuholen.

Tag 15 – Rentierjagd

Was war die Nacht kalt. 5 Grad hat Volker gegen 3 Uhr gesehen. Ich war an dem Abend schon ganz durchgefroren und hatte mir meinen Sommerschlafsack in den normalen Schlafsack gestopft. Das war sehr schön, bis halb sechs. Da schien die Sonne bereits mit solcher Kraft auf das Zelt, das ich es nicht mehr ausgehalten habe. Hat alles seine Vor- und Nachteile. So waren wir heute wieder früh auf der Strasse – 8:30.

Finnland hatten wir bald erreicht, bis zur Via Karelia mussten wir uns noch durch ganz Finnland in östlicher Richtung bis kurz vor der russischen Grenze über große Schnellstrassen (einspurig mit max. 100 km/h) durchquälen. Viel zu sehen gab es für uns  in Finnland nicht. Wälder – mal Nadel, mal Laub, mal Mischwald – ab und wann ein See – der mal größer oder kleiner war – und eine Straße die sich meist schnurstracks – mal ein wenig auf- und abwärts –  durch diese Landschaft fräste. Interessant wird es, wenn die Straße zur Schotterpiste wird. Das war heute leider nur selten der Fall.

Das spannendste heute waren die Rentiere. Die haben unsere Lebensgeister immer geweckt. Anfangs fuhren wir hinter den Finnen her und sahen nur die Bremslichter. Wir, erst gänzlich unvorbereitet, reagierten viel zu spät und kamen mit singenden Reifen zu stehen. Dann muss man immer gucken wohin die Rentiere wollen, mal rechts, mal links, meist laufen sie vor einem her und machen keinen Platz. Seht selbst:

 

Mittags brauchten wir lange, bis wir einen schönen Platz gefunden hatten. Wenn man anhält ist erst alles gut. Nach fünf Minuten kommen dann die ganzen Plagegeister aus ihren Ecken und nerven. Das ist mitunter nicht auszuhalten. Wobei Mücken noch relativ selten zu sehen waren. Unsere Mittagsrast war fast gänzlich frei von Ungeziefer und wir konnnten bei der heutigen Temperatur von um die 23° endlich unsere Hängematten aufspannen und unseren Mittagsschlaf halten.

Unsere heutiger Übernachtungsplatz nach 580km – Rainer, wir kommen dir näher – auf einem Campingplatz war eigentlich gut gewählt. Nach fünf Minuten waren keine Plagegeister zu sehen. Erst als wir bezahlt hatten und das Zelt aufgebaut hatten, kamen Sie. Die Mücken. 🙁

Unser heutiges Stimmngsbild!

Tag 14 – Richtung Finnland

Gegen Sieben sind wir wach geworden und … kein Regen! Endlich! Sogar Blauer Himmel ist zu erkennen. Im Verlauf des Morgens werden die Löcher immer größer und wir können endlich mal ohne Regenklamotten in den Tag starten.
Senja hat viele Ähnlichkeiten zu den Lofoten, aber es ist dann doch wieder anders. Ein Vorteil ist auf jeden Fall, das Senja nicht so überlaufen ist wie die Lofoten. Wir freuen uns an dem schönen Wetter und der wunderschönen Landschaft.

Als wir Senja verlassen und wieder norwegisches Festland erreichen, planen wir bei einem Kaffee den weiteren Weg für den Tag. Wir wollen in Finnland das Kreuz des Nordens entlang der russischen Grenze Richtung Süden fahren. Dazu müssen wir Schweden durchqueren. Bis zu dem Startpunkt sind es 750km, die werden wir nicht schaffen, aber wir werden sehen wie weit wir kommen.
Die Fahrt geht durch ein Gebirge mit um die 500 Höhenmetern, es wird wieder kalt und es ziehen Wolken auf. Wir wollen Mittagspause machen, aber nicht bei dem Wetter und so lassen wir es laufen … und laufen. Gegen halb vier scheint die Sonne wieder und es werden wieder Temperaturen von 17 Grad erreicht. Jetzt haben wir schon 370 km gefahren. Die Landschaft wird immer schwedischer, Seen, Wälder und Straßen die nur geradeaus gehen. Hmmm, langweilig.

Bei einer 20km lange Baustelle ist der Teer immer wieder entfernt worden und mit sehr groben Schotter verfüllt worden. Wir haben Spass und gehen mit Dampf durch die Offroadpassagen. Nach dem nächsten Halt stellen wir fest, Volkers rechte Gabel ist undicht. Das wird noch ein Nachspiel haben.

Gegen Acht Uhr, kurz vor der finnischen Grenze, beenden wir den Fahrtag. 611km haben wir heute hinter uns gebracht, für nur Landstraße ist das beachtlich. Eine Menge Eindrücke schwirren noch im Kopf. Die Sonne scheint und ich ziehe die kurze Hose an, für eine kurze Zeit.

Tag 13 – Regentag auf den Lofoten

Um drei Uhr in der Früh fing es zu regnen an und dieser Zustand sollte sich nach der Vorhersage auch nicht ändern. Gegen Acht haben wir die Regenjacken angezogen und die Sachen zusammen gepackt. Heute wollen wir nach Andenes und von dort mit der Fähre zur Insel Senja übersetzten.
Um 10 Uhr sind wir auf der Strasse und es regnet weiter vor sich hin. Wir konnten den ganzen Tag keine Fotos machen, mit den Helmkameras hätten wir immer Wassertropfen auf der Linse gehabt und anhalten …. im Regen, nee. Heute kommen wir an zahlreichen Buchten vorbei die weiße Sandstrände haben und kristallklares Wasser mit türkisen Einfärbung. Sieht aus wie in der Karibik, es fehlen nur die Palmen! Großartig, trotz Regen. In jeder neuen Bucht könnte ich mich Stunden den zahlreichen Motiven mit der Kamera widmen. Aber wir können alles nur im Kopf speichern.

Um 17:00 fährt die Fähre nach Senja ab. Kaum haben wir den Hafen verlassen, fängt das Schiff heftig an zu schlingern. Das hat die Qualität wie unsere erste Fährfahrt, nur das die Fähre deutlich kleiner ist und das Schiff entsprechend viel schneller auf die Wellen reagiert. Volker hatte vorgesorgt und auch bei mir ist es nochmal gut gegangen.
Auf Senja läßt der Regen nach und wir können endlich wieder aufatmen. Eine hübsche Insel mit vielen Ähnlichkeiten zu den Lofoten. Heute sind wir auf Senja nur 40km weit gekommen, morgen hoffen wir Fotos machen zu können. Dann mehr …


Tag 12 – Lofoten

6:00 aufstehen. Immer noch Regen. 9:30 ist Fährabfahrt. Die See ist kabbelig und Wind ist auch reichlich da. Wir suchen erstmal eine Apotheke auf und kaufen ein Mittel gegen Seekrankheit. Am Ableger ist die erste Info: Keine Motorräder bei dem Wetter, die Fähre hat keine Abspannmöglichkeiten. Neee jetzt, das geht gar nicht! Die nächste Fähre mit Abspannmöglichkeiten geht um 11Uhr – die spinnen die Norweger. Nach einer viertel Stunde dürfen vier Motorräder doch mit. Wir haben wie immer ganz vorne geparkt und sind die ersten auf der Fähre. 😎

Die See erweist sich gegenüber der letzten Fahrt als harmlos. Eine Nahrungszufuhr unterlassen wir vorsichtshalber trotzdem. Nach 3,5 h erreichen wir Moskenes auf den Lofoten – ohne Zwischenfälle. Die Verkehrsituation ist kurz nach der Fährankunft fast chaotisch, verliert aber aber auf langer Strecke an Dramatik. Die Lofoten sind große Klasse. Uns fehlt ein wenig die Sonne, die die Farben noch besser zur Wirkung bringen würde. Wir beschweren uns aber nicht. Es fisselt nur ganz selten und wir haben Plus Temperaturen von 13 Grad. Alles gut. Ich mache mir heute abend eine Wärmflasche und bin glücklich.

Nach 150 km fahren wir einen Campingplatz an und genießen den Abend.

Tag 11 – Regenfahrt die Zweite

Und wir beginnen den Tag direkt mit einem neuen Rekord. Eine erholsame Nacht in der warmen und trocken Hütte verbracht und morgens um 8:00 wach geworden. Schon um 10:30 waren wir auf der Strasse, so spät waren wir noch nie unterwegs. Ein echt angenehmer Tagesbeginn.

Kaum saßen wir auf den Motorrädern, begann der Nieselregen. Der erste Fährhafen war 2km von unserem Campingplatz entfernt und die nächste Fähre fuhr um 11:50 los. Was soll’s, warten wir halt über ein Stunde im Regen auf die Fähre. So langsam kommen wir in dem Urlaubsmodus.
Einen kleinen Dachüberstand gegen den Regen genutzt und von einem deutschen Professor – der immer 3 Monate im Sommer  Urlaub in Norwegen macht – einige Tips bekommen. So hatten wir uns die Reise vorgestellt.

Dann kommt endlich die Fähre. Gut eine Stunde braucht Sie für die Überfahrt. Auf halber Strecke kommt dann eine Durchsage … natürlich auf norwegisch! ???? Alle sind still und hören zu … geht die Fähre unter? Jetzt stürmen alle zur Tür heraus … mit Kameras bewaffnet. Hmm? WALE! Doch nicht, wir überfahren den Polarkreis!

Es gibt auf der Fähre wieder Gelegenheit auf ein echtes norwegisches Frühstück. Kaffee zum Abgewöhnen – aber die zweite Tasse ist umsonst – und ein halbes Lachsbrötchen mit Ei und Salat für 4,5€ (das halbe Brötchen).

Viele Fotos waren heute nicht machbar. Es hat den ganzen Tag geregnet und aus dem Nieselregen wurde Dauerregen. Die Helmkamera hatte immer Tropfen auf der Linse, das konnte man nicht sauber halten. Zwischen durch mal angehalten … die Gletscherzunge Engenbre bei Kystriksveien reicht bis wenige Meter an das Meer heran. Nur mit einem Boot erreichbar. Vielleicht ein anderes Mal.

Dieses weiße Etwas in der rechten Bildmitte. Das ist die Gletscherzunge. Hier sieht man auch das Problem, das wir heute neben dem Regen hatten. Sichtweiten die zwischen 200-500m lagen, die Schönheit der Landschaft konnte uns nur schwerlich von dem Mistwetter ablenken. 220 km in 7,5 Stunden. Auf der RV17 kann man einfach keine Strecke machen. Aber bei halbwegs brauchbarem Wetter sicherlich ein Traum. Wir haben es echt genossen! Okay, heute nur zähneknirschend.

Auch den Gezeitenstrom bei Saltstromen sind wir nur überfahren. Sah sehr ansprechend und interessant aus, aber bei Dauerregen und nur 20km von unserem Tagesziel entfernt waren wir echt nicht mehr zu motivieren. Vielleicht ein anderes Mal. So nass wie wir waren, sind wir in einer Hütte bei Bodo untergekommen. Nichts besonderes auf einem großen Durchreisecampingplatz, zum Glück nur ein Tag.

Unser Blick aus dem hinteren Fenster der Campinghütte. Den Blick aus der Tür mit der Landebahn vom Flughafen, zeigen wir euch nicht!

Tag 10 – Fährenhopping mit Volker und Horst

Was hat der Tag heute schäbig angefangen. Um 4 Uhr fing es an zu  regnen und es hörte den ganzen Tag nicht mehr auf. Was viel schlimmer war, die kleinen biestigen Mistfliegen waren immer noch da, trotz Regen. Die Zigarre gestern hatte auch keinen Erfolg gezeigt. Draussen war es nicht auszuhalten. Wir haben im Zelt alles was ging zusammengepackt und haben – ohne Frühstück – einen neuen Startrekord aufgestellt. Leider haben wir keine genaue Anfangszeit, es war aber deutlich unter einer Stunde.

Den ganzen Tag sind wir nicht aus den Regenklamotten heraus gekommen. Es war ein beständiger feiner Nieselregen, der uns den ganzen Tag begleitet hat. Die Landschaft – Helgeland – hat diesen Umstand aber fast zum Vergessen gebracht. Wir sind durch die Landschaft gebummelt und aus dem Staunen kaum herausgekommen. Die Fahrt auf der FV17 ist gekennzeichnet vom ständigen Fährfahrten. Heute hatten wir 4 an der Zahl, morgen stehen uns noch zwei weitere bevor. Auf der ersten Fährfahrt haben wir dann unser verpasstes Frühstück nachgeholt. Norwegische Hörnchen mit Käse und Kochschinken … naja.

So sind wir heute in knapp 9 Stunden 290km – inklusive Fährfahrten – gefahren. Gestern haben wir in fast der selben Zeit 480 km geschafft. Aber die Landschaft … einfach toll. Hier möchte ich gerne noch einmal hin, Doro!

Nach den 9 Stunden Regenfahrt hatten wir dann doch den Kaffee auf. Wir haben uns eine Hütte gemietet und können im Warmen gemütlich sitzen und kochen.

Tag 9 – Es läuft

14 Grad und Sonne, so haben wir den Tag um 7:15 begonnen. Ich würde sagen: norwegisch fantastisches Wetter! Das Frühstücken und Einpacken ging mit knapp zwei Stunden schon ganz schön schnell. Rekord!

Den ganzen Tag meinte das Wetter es gut mit uns – mit ein paar zu vernachlässigen Ausnahmen am Ende des Tages. Die Strecke war eher mau. Wir haben uns von Hellandsjøen in Richtung der Küstenstraße RV17 unterhalb von Trondheim durchgeschlagen. Anfangs sah es teilweise wie im Sauerland aus.

Trondheim haben wir versucht weiträumig zu umfahren und hierbei die E6 möglichst zu vermeiden. Die E6 ist voll mit Lastwagen und Wohnmobilen. Ein Überholen ist überflüssig, weil man sofort wieder hinter dem Nächsten feststeckt. Zudem ist es gefährlich, weil die Gegenfahrbahn auch gut genutzt wird. Wir hatten eine Ausweichstrecke … die leider aufgrund einer Baustelle der E6 immer wieder gesperrt bzw. verbaut war.  Mist!

 

 

 

Dann hatten wir es endlich geschafft und fuhren auf einer kleinen Ausweichstrasse und fanden prompt einen wunderschönen Platz für unsere Mittagspause um 13:30.

 

 

Die Gegend wurde eintönig, immer durch Wälder und immer gerade aus, bis wir endlich in die Nähe der Küste kamen. Endlich wieder Strecken mit Kurve an Kurve und endlich wieder eine schöne Landschaft.

Nach 485km – auch ein Rekord, es läuft – fanden wir unseren Zeltplatz, mitten in der Natur. Ganz ohne Mücken! Statt Mücken dafür aber so klitzekleine weiße Fliegen die einen andauernd zu hunderten umschwärmen. Wir haben alles ausprobiert. BrummEx, Autan, Knoblauch, unser erstes Lagerfeuer, im Rauch des Lagerfeuers sitzen. Nichts hilft. Jetzt werden wir gleich eine Zigarre anstecken und dann fallen die bestimmt tot um.

Ach ja, hier die heutige Speisekarte:
Broccolli mit fritiertem Studentenfutter und Kartoffeln auf Butter mit norwegischem Kräutersalzimitat. Total LECKER!